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Imperial Junior W
#1
Hallo, Radiofreunde,
Hier ein Radio, das ich gern mit dem DiRu verbinde. Er hat es sehr gut in RMOrg beschrieben:
https://www.radiomuseum.org/forum/stassf...lan.html#1
Hier die Daten:
Hersteller: Stassfurter Licht- und Kraftwerke AG Staßfurt
Jahr: 1931- 1932
Röhren: 8: RENS1204, REN 704d, RENS 1204, RENS 1204, RENS 1204,  RE 604, RGN 1054, RGN 1054.
Prinzip:  Super mit HF Vorstufe. ZF 124 kHz, Anodengleichrichtung.
Kreise:   6 Kreise AM
Wellenbereiche: LW + MW
Betriebsart: Wechselstrom 110, 125, 150, 220 V.
Lautsprecher: Externer Lautsprecher.
Material/Form: Holzgehäuse/Truhe mit Deckel.
Abmessungen: 470 x 260 x 310 mm.
Interessant an das Gerät ist, dass weil es einen externen Lautsprecher benötigt,, sind zwei Glaichrichterröhren vorgesehen wurden. Sollte das Gerät mit einen Elektrodynamischen LS mit Erregerspule genutzt, so steckte man beiden RGN 1054 ein, sollte einen Permanentdynamischen gebraucht, dann reichte nur eine der beiden RGN Röhren.

Das Gerät habe ich mit sehr viel Glück eines kalten November - Sonntags am Flohmarkt in Langenhagen bei Hannover fast umsonst erworben.
Der Zustand wie auf die Bilder unten zu sehen: Rückwand fehlt, das Gehäuse reparaturbedürftig. Die Röhren - Pins brachen beim Ausziehen, die Endröhre fehlt. Die schöne Kupferfarbe der Spulendosen ist in grüner Patina gewandelt. Der Drehko scheint i.O. zu sein. Die Bilder nach der groben Reinigung.
So ein Gerät hat es in meinen Augen verdient, originalgetreu restauriert zu werden.                        
Da ich die nächsten zwei Wochen bis Weihnachten noch den Blaupunkt 4W55 und wenn Glück den ESWE 343 L beenden möchte, wird es mit Priorität in Januar begonnen.
Gruß!
Ivan
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#2
Hallo Ivan,

ja, ein technisch interessantes Gerät, aber auch eine Großbaustelle. Ich habe dieses Gerät auch lange besessen. Habe aber keine Lust gehabt, dieses aufwändige Gerät zu restaurieren. Es ist dann beim Detlef gelandet.

Die wertvollste Röhre ist bei diesem Gerät die Raumladegitterröhre REN 704d.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#3
(10.12.2017, 20:32)Andreas_P schrieb: Die wertvollste Röhre ist bei diesem Gerät die Raumladegitterröhre REN 704d.

Das mag sein. Aus historischer Sicht oder so.
Die TEUERSTE ist aber mit Sicherheit die "Goldstaub-RE604"....
Gruß,
Uli
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#4
....und genau die fehlt, Uli. Die REN 704d zeigte eine gute Emission.
Es wird ein Projekt für 2018. Bis Jahresende schaffe ich nichts mehr als das Schwein zu schlachten und den neuen Wein massiv zu Verkosten. Smiley48
Gruß!
Ivan
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#5
...oh Ivan,
da hast Du Dir ja `ne tolle Baustelle angelacht,
da bin ich ja mal gespannt, wie es weiter geht...
Viele Grüße,
Rolf
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#6
"Die TEUERSTE ist aber mit Sicherheit die "Goldstaub-RE604".... ....und genau die fehlt"

Ivan, wenn es soweit ist, wird sich sicher noch eine finden.

Gruß, Dietmar
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#7
Hallo, Dietmar,
Hallo, Rolf,
Das Radio wird spielen. Es ist nur die Frage wann, aber es wird gemacht!!!
Gruß!
Ivan
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#8
Hallo, Freunde,
Ich habe mir das Radio heute auf den Tisch geholt. Ich werde demnächst versuchen, es richtig zu restaurieren. Das ist mein erstes Gerät in Truhe Design. Und ich finde, es ist schon ein besonderes.
Dre erste Eindruck.
- von Außen.
1. Das Furnier ist zwar 100% vorhanden, aber durchnässt gewesen und (hauptsächlich Oberseite) vom Holz gelöst. Der Deckel ist lose. Rückwand (Gitter, Streckmetal) fehlt.
    Vielleicht ist das das geringste Problem.

2. Der Mittelknopf ist gebrochen, die beiden links und rechts fehlen. Aber die Skala ist intakt, die Blende vorn auch.

- von Innen.
Mein Gott. Wir haben ein Hobby mit viel Dreck verbunden. Aber glaubt mir - das war das dreckigste Gerät das ich je gesäubert habe. Ich spare euch lieber die Beschreibung. Ist so wie so nicht fordernd so was zu zeigen.

1. Oberseite.
Die Röhren mit Ausnahme der 704d sind unbrauchbar, die Endröhre fehlt. Darüber wurde berichtet.
Ich kann nur hoffen, dass der Drehkondensator keinen Kurzschluss hat. So was zu finden ist fast ausgeschlossen.
Die gleiche Hoffnung für den Netztrafo und die Drossel.
Die Filter sind aus Kupfer. Das reizt mich auch an. Erstes Gerät mit solchen Filter in meinem Besitz. Ein Schatz, wie diese hermetisch geschlossen sind und über Röhrensockel ans Chassis verbunden sind. Einfach Klasse!
   
Hier das Chassis von oben nach der ersten Grobreinigung.
Leider fehlt die 60mm Kupferabdeckung der RENS 1204. Das finde ich sehr schade für die authentische Instandsetzung.

Als ich das Chassis vom Gehäuse befreit habe, hörte ich etwas fahlen. Von wo hat sich die Spule gelöst? Ist diese Intakt? Kann ich nur hoffen.
Ich meine diese Spule da: Mag es eine Drossel sein. Ich hab die Schaltung noch nicht richtig studiert.
   

So sieht das Chassis von unten:
   
Man sieht sofort. Ich bin nicht der erste, der hier löten wird. Die Blockkondensatoren sind bereits abgeknipst. Das werde ich ändern. (Andreas, bitte nicht lachen - ich will es diesmal ordentlich machen).
Lose und spröde Drähte überall. Ähnlich aussehende zu finden wird auch eine Aufgabe.
Die Kondensatoren will ich auch ordentlich verkleiden. Das heißt - axialen einbauen.

Bevor ich mit der Instandsetzung beginne, werde ich das Chassis erst mit Zahnbürste saubermachen, mit Stahlvlies entrösten und mit Zinkspray versiegeln.

Für heute mache ich nur die Filter sauber. Leute, es wird ein schönes Gerät. Guckt euch das bitte an!
    sind die nicht schön?

Eine erste Bitte - wenn jemand ein solchen leeren Kupfertopf hat, bitte melden!

Danke für euer Interesse und Entschuldigung, dass es bisschen zu langweilig wieder. Aber ich wollte es zeigen. Smiley61
Gruß!
Ivan
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#9
    Ja,...es geht weiter gleich mit einer großen Enttäuschung.
Wie berichtet, wollte ich das Chassis sauber machen, bzw. mit Zinkspray beschichten und dann mit der Instandsetzung beginnen. Gesagt, getan. Das Chassis von allen Teilen bis auf Drehko, Netztrafo und Drossel befreit, letzteren mit Folie abgedeckt und verklebt. Das Chassis mit Fettentferner besprizt und ab unter die Dusche.    

Fett ist jetzt weg, jetzt wollte ich das Chassis abschleifen und morgen mit Zinkspray beschichten.  So weit so gut. Nun, ich habe mir das ganze noch mal genauer angeschaut.
Übrigens, hier das Schaltbild ( hier die Variante mit RES 964).    
So ich habe festgestellt, dass es zwei Löcher in Chassis gibt, wo unterseits lose Kabel zu sehen sind. Lange Rede, kurzer Sinn - es fehlen  zwei Fassungen, auch die für die Röhre RENS 1204. Das wäre der kleinste Übel. Leider fehlt noch die Spule 6 (s. das Bild unten). DievSpule selbst ist nicht da!
   
Die fehlenden Teile sind Rot markiert.
Bei der Situation werde ich das Chassis und das Gehäuse bisschen aufhübschen und aufhören weiter zu machen. Leider. Nur-ohne die Spiule 6 kann ich nichts machen. Ich weiß nicht wie es voran ginge.
Bestimmt gibt es Alternativen, nur gerade dieses Beispiel zweigt die Unterschiede zwischen einen Bastler und einen Fachmann, was ich nicht bin.
Also, bitte, wenn jemand helfen kann - mit Material und Rat - alles wilkommen!  Smiley61 Ich hab das Radio so sehr.
Gruß!
Ivan
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#10
Hallo Ivan,

nun mal nicht gleich den Mut verlieren.

Also diese Mehrkammer-HF-Drossel liegt an der Anode der letzten RENS1204. Aufteilung des Wickels in mehrere Kammern, um die Eigenkapazität des Wickels zu reduzieren und damit die Eigenresonanzfrequenz zu erhöhen.

   

Zusammen mit den beiden 60pF Kondensatoren bildet sie ein Tiefpass-Pi-Filter, das dazu dient, Hochfrequenz vom Gitter der Endröhre fernzuhalten.

Zu der Spule 6: Kannst Du identifizieren, welche Spule das im Schaltplan ist? Wenn es eine Vorkreis- oder Zwischenkreisspule ist, ist es ja "relativ" einfach, diese nachzubilden. Man braucht ja nur zu schauen, wie die entsprechende andere Spule aussieht. Vorkreis- und Zwischenkreis-Spulensätze sind sich ja sehr ähnlich. Auf jeden Fall sind die Sekundärseiten identisch. Da hängen ja identische Pakete des Drehkondensators dran und der überstrichene Frequenzbereich muss ja beim Vor- und Zwischenkreis derselbe sein.

Oder ist das ein ZF-Filter? Dann ist es noch einfacher, da es 2 identische ZF-Filter gibt.

Wenn es die Oszillatorspule ist, wird die Sache komplizierter. Aber man kann ja rechnen und probieren.

Vielleicht hat ja jemand solche Kupferbecher in seinen Vorräten? Wenn nicht, müsste man sie aus Kupferblech nachbilden. Auch kein Zauberwerk!

Was mich wundert ist folgendes: Warum sieht der reale Drehko von oben so aus, als hätte er 4 Pakete. Im Prinzipbild in der Serviceanleitung sieht man aber nur 3 Pakete. Hat man das nur vereinfacht gezeichnet?
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#11
Hallo Ivan,

ich war ja von Anfang an über diese beiden Löcher gestolpert. Aber, wie Harald schon schrieb, ist trotzdem immer noch etwas möglich. Ich hatte ja gerade dieses Radio. Das habe ich an Detlef (Radionar) weiter gegeben. Am besten solltest Du Detlef mal bitten, ob er nach schaut, um was für ein Filter es sich handelt. Dann kann man sehen, wie man so etwas umbaut oder nachfertigt. Also verloren ist das Radio noch nicht. Ich habe ein altes SABA-Schrottchassis hier liegen. Da sitzen die identischen Röhrenfassungen aus Bakelit drinnen. Natürlich kannst Du einen davon haben. Also, gib das Gerät noch nicht verloren. Wir helfen Dir.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#12
Die Spule Nr. 6 ist die Drossel an der Anode der "Audion-Stufe". "Audion-Stufe" bewußt in Anführungszeichen, weil es sich um eine ungewöhnliche Schaltung handelt, bei der das Schirmgitter der RENS1204 auf NULL Volt liegt!

Die Analyse der Schaltung findet sich unter "Korrekturen im Schaltplan" und unter "Audion mit Schirmgitterspannung Null".

MfG DR
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