Testspitzen/Leitungen aus Fernost (und auch Made in USA)

  • Moin ihr Lieben!

    Mal wieder ein Thema, was vermutlich die meisten nicht interessieren wird und für gewöhnliche Bastel/Reparaturarbeiten quasi kaum/keine Relevanz besitzt. Doch um was geht es überhaupt? Um das unglaublich spannende, weltenerschütternde Thema ... Testleitungen! Ja, bitte nicht vom Sitz fallen, ich weiß wie nervenzerreibend das Thema Testleitungen und -spitzen ist!

    Ich hatte mir mal den Spaß erlaubt, auch weil ich mich auf meine Nachtschicht vorbereite und daher bis 5 Uhr früh wach blieb, ein paar der vorhandenen Testleitungen via Vier-Klemmen-Verbindung zu "testen". Warum überhaupt? Einfach aus Spaß und weil ich nie genug solcher Leitungen haben kann für zahlreiche DMMs und Konsorten. Die haben sich irgendwie mit der Zeit angesammelt. Auch habe ich vor Urzeiten bei Dave Jones (eevblog) ein Video gesehen, wo es auch um den Widerstand mancher Leitungen ging, die einem Produkt mitgeliefert wurden.

    Doch was genau hat sich nun ergeben?

    Ein ziemlich buntes Bild teils sehr unterschiedlicher ... Qualitäten? Viele meiner Proben die ich mitunter von Amazon beziehe, haben keinen "richtigen Namen" und sind aus der Kategorie "hier generischer China-Hersteller". Mal abgesehen davon, dass das bei einigen sich nicht geschmeidig anfühlt vom Kabelmaterial, sprich, das Material ist mir nicht flexibel genug, sind auch die mOhm Werte unter teils fast gleich aussehenden Leitungen quer verteilt. Getestet jeweils nur EIN Kabel.

    Es gab einige Testleitungen aus chinesischer Produktion, wie diese "Cleqee 25-in-1", welche mit 12 mOhm aufgewartet haben und sich damit im Bereich der von Fluke beim 289 DMM mitgelieferten Leitungen bewegten (14 mOhm). Es gab aber auch, lustigerweise unter dem Suchbegriff "gold plattiert" ein paar Testleitungen wie die "senvenelec" die einen netten Eindruck machen wollen, aber schon bei 55 mOhm Leitungswiderstand lagen. Testleitungen von PeakTech, zumindest die, die ich gerade hatte, lagen bei rund 16 mOhm. In der Charge, welche mir übergeholfen wurde, fand sich auch unter den fernöstlichsten der fernöstlichen Testleitungen mit diesen "Neoteck Test Leads" ein Set, welches auf unter 10 mOhm Leitungswiderstand pendelte. Genau diese habe ich für eins meiner Gossen-Metrawattgeräte in Verwendung und bin tatsächlich ganz zufrieden.

    Da ich auch einige BRYMEN-Geräte besitze, wurden auch diese Leitungen getestet. Die Leitungen von Brymen (hatte die vom 869er getestet) fühlen sich übrigens auch gut an, sind weich, flexibel und warten in meinem Fall mit "nur" 13 mOhm Leitungswiderstand auf.

    Kommen wir auch unter 10 mOhm mag sich manch einer fragen und die Antwort ist: Ja!

    Ein Set aus Fernost, auf dem kein Hersteller, kein Name und nichts angegeben ist, lag bei mir mit 8 mOhm unter der 10 mOhm-Marke. Bedauerlich nur, ich finde nicht heraus, welches Set es der tausenden Sets war, die ich bestellt hatte. Mich würde interessieren, ob die Werte nun auch Jahre später noch ungefähr gleich sind oder nicht.

    König der Testleitungen aber sind, die hatte ich ganz zum Schluss gemessen, die im dreistelligen Bereich liegenden "ProbeMaster" bzw das Set. Für einen Betrag im Bereich von 100 Euro , hatte ich dort einen Widerstand von 1-2 mOhm. Hier sei sogar erwähnt, ich habe die Variante mit 120 cm Länge - sehr gut! Die Werte erreiche manch kürzere Leitungen nicht im Ansatz.

    Soo ... Zusammenfassung:

    Chinesische Testleitungen können sich, zumindest bei Amazon, im Bereich von 10 bis 60 mOhm bewegen.
    Fluke und Brymen liefern ihren Geräten "gute" Leitungen mit.
    König ist ProbeMaster mit weiten Abstand.

    War der Beitrag wissenschaftlich? Bei den 9 Kreisen der Hölle, definitiv nicht!

    Aber wem solche Werte, aus welchen Gründen auch immer, wichtig sein sollten ... einige Hersteller sind dort sehr gut dabei, bei Fernost ist es eine Glückssache.


    Liebe Grüße wünscht
    Kevka.

    /edit: Noch ein Bild einfach als Abwechslung eingefügt.

    "Irgendwann sind wir so sehr in Zahlen vertieft, dass das Ungeheuer unerledigter Reparaturen uns auffressen wird. 2000 Counts hätten den Job in der Hobbywerkstatt auch erledigt, oder?"

    Edited once, last by KevkaBluebird (May 12, 2024 at 8:02 PM).

  • ... erste Frage: bezogen auf ein Kabel oder hin und zurück?

    Zweite Frage: liegst Du nicht um eine Größenordnung zu niedrig?

    Vergleichbare Kabel meiner Messgeräte (Fluke, ABB, ect.) liegen alle im Bereich (ein Kabel) von 50 mΩ.

    Gruß Horst

  • Moin!

    Ein Kabel, japp - guter Punkt, kommt oben noch rein.

    Was die Größenordnung betrifft habe ich hier nur .1 / 1 / 10 / 100 etc pp als Teiler im kOhm-Bereich. Wenn mir dann 0,000008 kOhm (Teiler 1) geliefert werden, wären es 8 milli, gell? Testweise liefert ein 100 Ohm Präzisionswiderstand 0,100001 kOhm bzw 100,001 Ohm. REL ist natürlich aktiv.

    Kann es bei Zeiten mal an anderer Stelle testen, sobald ich aus meiner Schicht zurück bin. Fehler sind nicht auszuschließen in der Größenordnung :D

    "Irgendwann sind wir so sehr in Zahlen vertieft, dass das Ungeheuer unerledigter Reparaturen uns auffressen wird. 2000 Counts hätten den Job in der Hobbywerkstatt auch erledigt, oder?"

    Edited once, last by KevkaBluebird (May 12, 2024 at 8:04 PM).

  • Du kannst der auch 1A Strom spendieren und dann ganz gemütlich an beiden Enden den Spannungsabfall messen.
    Das funktioniert einfacher als ein 4-Leiter-Aufbau mit 3456A

    wenn die Welt untergeht sieht man es zuerst auf dem Oszilloskop

    Edited once, last by Martin (May 12, 2024 at 8:14 PM).

  • Guter Plan, da ich nach der Nachtschicht heute eh morgen noch länger wach bin (und hoffentlich nicht im Halbschlaf die Bude abfackel), kann dieser Test umgesetzt werden. Bleibe gerne etwas länger wach, damit ich tagsüber bis zum späten Nachmittag hinein schlafe.

    "Irgendwann sind wir so sehr in Zahlen vertieft, dass das Ungeheuer unerledigter Reparaturen uns auffressen wird. 2000 Counts hätten den Job in der Hobbywerkstatt auch erledigt, oder?"

    Edited once, last by KevkaBluebird (May 12, 2024 at 8:35 PM).

  • Viel zu unspektakulär!

    Bin jetzt auf Arbeit, werde später nochmal was schauen. Auf dem Weg zur Arbeit fiel mir ein, da war noch eine Mathe-Funktion aktiv.

    Gruß Kev

    "Irgendwann sind wir so sehr in Zahlen vertieft, dass das Ungeheuer unerledigter Reparaturen uns auffressen wird. 2000 Counts hätten den Job in der Hobbywerkstatt auch erledigt, oder?"

  • ... hallo Kevin, Du Nachtmensch. Martins Methode ist spektakulär - bringt aber die gleichen Ergebnisse. Marginale Unterschiede im mΩ -Bereich, aber jeder wie er 's mag.

    Gruß Horst

  • Ach alles bestens! Ich habe da schon eine Vermutung ala Benutzerfehler.
    der Mathefunktion.

    "Irgendwann sind wir so sehr in Zahlen vertieft, dass das Ungeheuer unerledigter Reparaturen uns auffressen wird. 2000 Counts hätten den Job in der Hobbywerkstatt auch erledigt, oder?"

    Edited once, last by KevkaBluebird (May 12, 2024 at 9:51 PM).

  • ... einen hab ich noch:

    Messgerät: Zollstock, hierzulande auch Metermaß oder Gliedermaßstab. Dann über die Leitwertrechnung:

    (0,0178/0,5)*1,36 |Ω mm² m (Widerstand Querschnitt Länge)

    Der ermittelte Widerstand ergibt 0,048416 Ω

    Die real elektrisch gemessenen Werte beinhalten natürlich noch die Kontaktwiderstände im mΩ Bereich

  • Ich hatte wie es scheint bei der REL-Funktion im Z-Register eine Abweichung drin, die so nicht hätte sein sollen für's Nullen. Jetzt habe ich bspw. nochmal die mitgelieferten BRYMEN Proben (vom Brymen DMM) getestet und erreiche statt 14 mOhm nun 25 mOhm. Weiterhin via 4-Wire / Kelvin.

    Was sich zumindest mit der Beobachtung von HJK vom EEVBlog deckt. Er nutzt ein Keithley DMM 7510 7 1/2 Digits. Was nichts bedeuten muss, ist nur angenehm wenn die gemessenen Werte sich zumindest mit wem Anderen decken (oder wie hier auch nicht).

    Screenshot 2024-05-13 142959.png

    Werde aber mal noch ein paar andere Tests durchführen, gab immerhin einige Vorschläge was stets super ist. Das sind so oder so Größenordnungen, die wie im Eingangstext erwähnt, real vermutlich nicht unbedingt "die Relevanz" besitzen - aber es ist interessant sich damit zu beschäftigen. Davon ab, irgendwie muss ich mich vor meiner Nachtschicht beschäftigen.

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    Edited once, last by KevkaBluebird (May 13, 2024 at 3:11 PM).

  • Dann gehe ich die Lottozahlen ... eh ... ich meine mOhm-Werte nochmal durch, nachdem ich mir beim REL das Y-Register nochmal angeschaut hatte. Kann wohl 10 +/- draufgerechnet werden, womit die Fluke dann mutmaßlich (still needs testing) auch bei 25 +/- statt 14 liegen sollten, aber unter 50. Zumindest hier bei mir, wenns soweit nun stimmig ist und sich (bisher) mit HJKs Werten auch bei anderen Leitungen deckt (bis auf mal 1-3 mOhm Abweichung). Die bei dir im Bild sehen auch anders aus, als die, die ich mitgeliefert bekam. Falls das FLUKE Proben sind.

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    Edited once, last by KevkaBluebird (May 13, 2024 at 5:33 PM).

  • Mein 11 Jahre altes Tek DMM 4050 ist baugleich zu Fluke 8846A und wurde auch von Fluke gebaut, nur mit Tek Bezeichnungen. Damals waren die auch noch nicht so ramponiert. Neue sehen jetzt bei Fluke auch ein klein wenig anders aus.

    Gruß Horst

  • Aye, die sehen anders aus als meine hier und wirken vom Kabel her, zumindest optischer Eindruck, minimal dünner. Kann mich aber (sehr wahrscheinlich!) täuschen, zumal es nicht unbedingt etwas zum Innenleben aussagen muss. Habe mal die "Neuen" angeschaut und die sind bei 3,60 mm im Querschnitt. Neben den ProbeMaster-Dingern sind diese Fluke-Testleitungen vom Gefühl her sehr angenehm muss ich gestehen, viel besser als die Originalen die ich noch zum Fluke 45 habe. Ein Unterschied von Welten!

    Aber eins muss ich sagen: Die scheinst du bis zum bitteren Ende auch zu nutzen, gell? Hut ab, finde ich super! Da meine de facto Neuzustand sind, haben die nicht eine derart lange Geschichte und Erlebnisse hinter sich.

    Gruß Kev

    "Irgendwann sind wir so sehr in Zahlen vertieft, dass das Ungeheuer unerledigter Reparaturen uns auffressen wird. 2000 Counts hätten den Job in der Hobbywerkstatt auch erledigt, oder?"

    Edited once, last by KevkaBluebird (May 13, 2024 at 7:08 PM).

  • ... das Erste, was kaputt geht, ist der sogenante Knick-Schutz. Dazu musste ich ein Stück abisolieren um das Kabel neu anzulöten. Habe vorher geeigneten Schrumpfschlauch aufs Kabel geschoben und dann die Lötstelle bedeckt. Zum Schutz der Flickstelle habe ich einige Lagen Gewebeisolierband als neuen Knickschutz herumgewickelt(hatte leider keinen dickeren roten Schrumpfschlauch). Die Leitung ist im übrigen Silikonisolierte 0,5 mm² Messleitung.

    Und ja, die sind in der Tat in der Welt herum gekommen.

    Gruß Horst

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