Prüfung einer EM84

  • Hallo zusammen,

    ich möchte meine EM84 überprüfen, habe aber kein professionelles Prüfgerät. Macht doch nichts, oder? Ich habe ein Trafo aus einem Radio mit 250 V Gleichspannung und 6,3 V Wechselspannung. Mit einem Spannungsteiler kann ich die Gleichspannung regeln. Soweit so gut.

    Laut der W19 Prüfkarte brauche ich:

    6,3 V(~) für die Kathode
    60 V(=) für die Anodenspannung
    -2V(=) für das erste Gitter UG1

    6,3 V(~) für die Kathode: Pin 4 - Pin 5
    60 V(=) für die Anodenspannung: Pin 9 oder Pin 6?
    -2V(=) für das erste Gitter UG1: Pin 1

    Und jetzt meine Frage: Wo messe ich den Prüfstrom, der bis zu 1 mA hoch sein soll und wo lege ich die 60 V an?

  • Hallo Mark,

    Ich gehöre zur Religionsgemeinschaft der Funkegläubigen,
    aber eines kann der Funke nicht
    Und das sind Magische Augen testen, beim Funke bleibt das Auge dunkel.

    Zum Augen testen braucht es einen echten Augentester

    Siehe hier
    https://radio-bastler.de/forum/index.php?thread/16656

    -------------------------------------------------------------------------------------
    Gruß Matthias

    Wer mißt, mißt Mist
    Die letzten Worte des Radiobastlers: Wofür ist denn dieser Draht?

  • Hallo zusammen,

    ganz kann ich da nicht zustimmen. Hab erst seit kurzem ein Funke, aber bei mir hat es beim Test der EM84 diese schon zum Leuchten gebracht.

    Viele Grüße,
    Gunther

  • Hallo und vielen Dank für Eure Beiträge!

    Gunther, könntest Du noch ein Bild von der Prüfkarte und den Stromanzeiger machen?
    Sind auf der Prüfkarten-Rückseite auch weitere Informationen?
    Welche Prüfbedingungen werden beim Funke W19 angewendet, um aus der Stromanzeige zwichen gut und schlecht unterscheiden zu können?

  • Hallo bastlermark,

    Anbei ein Bild der Prüfkarte, ist identisch mit deiner, auf der Rückseite steht nichts. Ich denke der Strom ist hier nur begrenzt aussagekräftig, auf der Karte steht ja auch, dass die Röhre unbrauchbar ist, wenn das Leuchtfeld nicht leuchtet. Die Leuchtschicht verbraucht sich bei diesen Röhren (besonders bei den magischen Augen/Fächern) wohl schneller als die Kathode.

  • Hallo Gunther,

    danke für das Bild. Ich gewinne gerade den Eindruck, dass diese spezielle Prüfung allein auf diesem Gerät nicht ausreicht, um die Qualität einer EM84 ganzheitlich zu erfassen.
    Aber gerade das interessiert mich: Was sind die Kriterien, um eine EM84 zu einer

    sehr guten
    guten
    mittellmäßigen
    schlechten
    mangelhaften
    unbrauchbaren

    EM84 Röhre zu erklären?

  • Servus,
    Für mich in erster Linie die Helligkeit der Anzeige und deren Reaktion offen-zu. Daher habe ich auf Flohmärkten immer meinen Batterie betriebenen Tester im Rucksack. Da habe ich schon so manche mitgenommen oder zurück in die Grabbelkiste gelegt.

  • Nun da diese Röhre nur für Anzeigezwecke benutzt wird, ist eine Unterteilung in bestimmte Kriterien eigentlich überflüssig.
    Wenn die keine Leuchtkraft mehr hat, wars das eben. Ansonsten kommt die Gitteransteuerung ins spiel, wenn die nicht mehr funktioniert, ist diese dann auch verbraucht.
    Aber wie oben schon beschrieben wurde, bevor das passiert ist die Leuchtkraft der Röhre weg.
    Anders sieht es bei einer EFM11 aus. Dort sind zwei Systeme verbaut worden, die unterschiedlich genutzt werden.
    So ein kleiner Magitester ist sehr schnell aufgebaut.
    Da braucht man nur zwei Transistoren zwei Widerstände, eine Diode, ein Elko und einen kleinen Printtrafo.
    Damit kann man eigentlich alle magischen Augen testen.
    wer möchte baut sich dazu noch eine kleine Regelung für die Gitterspannung dazu.

    Schau hier:

    Habe immer soviel Arbeit, dass ich mir eine aussuchen kann. :)

    Grüße Frank, der Moschti

    Edited once, last by Morningstar (May 31, 2024 at 10:55 AM).

  • Hallo Mark,
    nochmal grundsätzlich, mit 60 Volt Anodenspannung leuchtet KEINE Anzeigeröhre, deshalb die erwähnten Zwischensockel. Ab 200Volt Anodenspannung sollte bei Tageslicht etwas erkennbar sein, durch Erhöhung bis ca.450 Volt wird eine verbrauchte Röhre merklich heller und kann weiter verwendet werden, allerdings läßt dabei die Austeuerbarkeit nach, die ist dann einfach nur noch hell in den nicht verbrauchten Stellen der Leuchtschicht. Zur Erhöhung der Anodenspannung bietet sich in dem Fall eine Spannungsverdopplung (Kaskade) an.
    Wie oben schon geschrieben ist aber der mit RPG gemessene Strom kein ausreichendes Kriterium für die Brauchbarkeit der Röhre sondern explizit der Zustand der Leuchtschicht.
    Deshalb ist Deine Idee einer eigenen Prüfschaltung absolut der richtige Weg, diese muß wie folgt aussehen:
    - Anodenspannnung von mindestens 200 V an Stift 6
    - dieselbe Anodenspannung über 470 Kohm an Stift 9
    - Anodenspannungsmasse Stift 3
    - negative! Steuerspannung 0-22 V an Stift 1

    Und für Dein Projekt mit dem Konstanz ist Dir hoffentlich klar das Du nicht einfach eine EM84 in die Fassung der EMM 803 stecken kannst, der Sockel muß außer der Heizungsanschlüsse umverdrahtet werden!

    Gruß von Gert

  • Einspruch.Das stimmt so nicht.

    Auf dem Bild sieht man eine EM84 auf einem Euratele RPG2. Der Trafo dieses Baukastengerätes hat Sekundär eine Umax von 71V. Die EM84 wird hier
    In Stellung T2 auf Emission geprüft.Da liegen gerade mal 71V an. Und siehe da,es leuchtet.

    Bitte korrigiert mich,wenn ich hier einem Irrtum unterliege.

    Grüße aus dem Rheinland
    Roman

    Et hätt noch emmer jot jejange. (Rheinisches Grundgesetz)

    Edited once, last by Valvotek (May 31, 2024 at 10:24 PM).

  • Hallo Roman,

    das würde die Prüfspannung von 60 V auf der Funke Prüfkarte bestätigen!
    Welche Emission genau ist gemein? Zwischen Kathode und...? Welcher Strom-Wert wird bei Dir angezeigt?

    Grüße, Mark

  • Hallo Gert,

    danke für die Informationen! Ich arbeite schon an meinem Prüfstand :-).
    Und danke für den Hinweis mit der Umverdrahtung von EMM803 auf EM84! Werds nicht vergessen!

    Grüße, Mark!

  • Hallo Mark

    Das Euratele RPG 2 ist ein reines Emissionsprüfgerät.Die Röhre wird unter Prüfspannung (hier 71V) wie eine Diode zwischen Kathode und Anode gemessen.Das Schirmgitter wird hierbei mit der Anode verbunden,das Steuer-und Bremsgitter mit der Kathode.
    Auf dem Meßgerät werden dann die Bereiche unbrauchbar/ ? / brauchbar angezeigt (% Emission/Meßbereich je nach Röhre 0,1/1/10mA)
    Der Milliamperewert auf der Meßwerkskala ist hier unerheblich,man muß die Art der Messung auf dem Euratelegerät berücksichtigen.

    Bei einer Anzeigeröhre ist aber die Emission unerheblich,wenn die Leuchtschicht verbraucht ist.

    Ich wollte nur widerlegen,das Anzeigeröhren erst ab 200V leuchten.

    Die EM84 auf dem Funke W19 aus dem modifizierten Prüfkartenverzeichnis von K.F.Müller

    Grüße aus dem Rheinland
    Roman

    Et hätt noch emmer jot jejange. (Rheinisches Grundgesetz)

    Edited once, last by Valvotek (June 1, 2024 at 12:09 AM).

  • Nun vernachlässigt ihr aber die Ug2=UL, die sollte bei einer ordentlichen Prüfung des Leuchtbild weit über 60 Volt liegen.
    So wie in #12, könnte auch ein Defekt in der Röhre sein !
    Lege ich dann 100 oder, wie auf der Prüfkarte +150 Volt an, dann zeigt die Röhre erst ihr richtiges Leuchtbild. Dann sind die Balken auseinander.
    Ua ist dabei immer bei 60 Volt eingestellt.

    Jetzt kann ich erst richtig sehen ob das Leuchtbild der EM84 auch noch in Ordnung ist.
    So wie in Bild 1, habe ich schon einige Röhren gehabt, diese diese ließen sich nicht über G1 steuern, also defekt.

    Habe immer soviel Arbeit, dass ich mir eine aussuchen kann. :)

    Grüße Frank, der Moschti

  • Ich prüfe die EM's immer in Standardschaltung mit regelbarer Anodenspannung ab 150 Volt aus einem SV 59 (das kann auch weniger) und habe mir für die verschiedenen EM-Typen aus entsprechenden Röhrenfassungen und Meßstrippen mit Bananensteckern Prüfadapter gebaut.Somit konnte ich jetzt schnell mal testen ab wann eine neue EM 84 sichtbar hell wird : 40 Volt Anodenspannung genügen, also ist es richtig das man mit den 60 V der RPG 's diese Röhren beurteilen kann.
    Wußte ich so noch nicht weil nie probiert, wieder was gelernt.
    Gruß von Gert

  • Mit dem Funke können die Röhren ja auf Steuerwirkung getestet werden,das geht mit einem Eurateleprojekt natürlich nicht.
    Bisher hatte ich nur dieses und habe damit die Röhren selektiert. Leuchtet,dann Aufbewahrungsbox,leuchtet nicht,dann Mülleimer.
    Die Steuerbarkeit ergab sich beim Einsatz im Radio....

    Natürlich geht nichts über ein batteriebetriebenes Testgerät für die Trödelfunde...

    Grüße aus dem Rheinland
    Roman

    Et hätt noch emmer jot jejange. (Rheinisches Grundgesetz)

  • Ich habe oben auf den Bildern nicht die Steuerwirkung getestet. Nur die UG2 entsprechend verändert. Dadurch ändert sich hauptsächlich auch das Leuchtbild in der Helligkeit. Bei UG2 60 Volt leuchten die schon recht schwach. Die Anodenspannung ist bei 60 Volt.
    Minimum sollten da schon 100 Volt an UG2 anliegen um ein vernünftiges Leuchtbild zu erzeugen.
    Die Steuerwirkung prüft man mit dem Funke auch ( Schalterstellung 13 ). Jedoch ändert sich dadurch das Leuchtbild des Balkens kaum, sondern nur die Anzeige am Instrument sollte zurückgehen.

    Nichts durcheinander bringen. :)

    Ja klar ein kleiner Magitester ist manchmal Goldwert. hier meiner, mit einstellbarer Gitterspannung.
    In einer kleinen Zigarrenschachtel und zwei LiIo Zellen.

    Habe immer soviel Arbeit, dass ich mir eine aussuchen kann. :)

    Grüße Frank, der Moschti

    Edited once, last by Morningstar (June 1, 2024 at 11:39 AM).

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