Noch ein Emud Rekord 89, aber diesmal ein NWK - und schlimmer geht immer

  • Hilfe, ich habe da doppelte Bilder im Beitrag, die ich nicht loswerde!


    Hallo,


    falls unerwünscht oder verkehrt , bitte löschen, verschieben oder irgendwo anderweitig anhängen - danke.


    Es war ein mal ein schöner Wochenendtag, auf dem Trödel fand sich aber irgendwie nichts. Da man ja gewöhnlich nicht ohne Triumpf :smiley58: nach Hause geht, sah ich in der letzten Reihe ein Radio aus den frühen 1920ern. Davon ausgehend, das sei zu teuer für mich, ließ ich mich dennoch auf ein Gespräch ein. Schlussendlich zeigte der Verkäufer hinterm Stand auf ein zweites Radio - "das gibt es gratis dazu!" - was irgendwie mehr mein Interesse weckte als das frühe Relikt der Radiozeit. Nach kurzem, diesmal eher mit Kaufinteresse bestücktem Gespräch, dackelte ich mit einer Radioruine heim, die vermutlich nur wenige eingetütet hätten zum wiederbeleben.

    Viel zu zerlegen gab es nicht, praktisch. Lötkolben an, und erst mal Lautsprecher vom Chassis trennen. Als erstes wurde die AZ 11, die nur noch an Drähten baumelte, vom Sockel befreit, und siehe da: Heizfaden noch gut. Zwei abgerissene Drähte wurden verlängert, isoliert, und der Sockel wieder angelötet. Test: beide Dioden im grünen Bereich, also alles verkleben, und weiter.

    Dann das Chassis... zuerst dachte ich, das sei dermaßen verrostet, dass nichts mehr ging. Aber es war weniger schlimm als befürchtet. Abgebaut was nötig war, ließ sich der Dreck und Rost recht gut entfernen. Gereinigt und Lack drauf, sah alles gleich besser aus.

    Danach das Übliche: Kondensatoren ersetzen (wo möglich, habe ich sie diesmal in die alten Hüllen versteckt), restliche Bauteile ebenfalls geprüft nach deren Reinigung.

    Die Lautsprechermembran war zerrissen, aber er tönte noch. Also mal versucht, mit weichbleibendem Klebstoff und Serviettenstückchen das ganze wieder zurechtzupuzzeln. Nach Korrektur der Zentrierspinne - und Unterlegen mit weichen Gummischeiben, die mal eben mit Lochpfeifen dafür gebastelt wurden - erklang der Lautsprecher im volksempfängertypischen Tonfall. Prima, es konnte weitergehen.

    Das schlimmste war, nach einem Test ob das Gerät schon verstärken konnte, dass die Langwellenspule fehlte (abgerissen), und die Mittelwellenspule nur noch an ihren Strippen baumelte. Hat zwar gut drei Tage gebraucht (nicht durchgängig!), aber dann war das Schaltschema verstanden, alles wieder verdrahtet, und eine passende Spule mit ihrer Antennen- und Rückkopplungswicklung eingebaut.

    Habe nicht alle Arbeitsschritte beschrieben, aber im Groben war es das. Die Rückwand fehlt noch, der seitliche Drehknopf auch - aber ansonsten sieht das Radio wieder ganz nett aus. Und auf Kurzwelle hatte ich schon meinen Spaß damit!

  • Hallo

    Ist ja richtig schön geworden. Der NWK ist aber nicht aus den frühen 20ern sondern von 1947/48.

    Auf der Skala befindet sich AFN München. Die Vorkriegsvariante nennt sich WKE (3 Röhren) und WK (2 Röhren,mit ECL11)

    Grüße aus dem Rheinland
    Roman

    Et hätt noch emmer jot jejange. (Rheinisches Grundgesetz)

  • Hallo,


    Valvotek Nee, das ist mir klar, hatte ich ja auch nicht so geschrieben. Da stand ein anderes Radio was mir zuerst in´s Auge fiel. Habe vermutlich sämtliche Varianten im Netz wegen Infos zur Reparatur abgeklappert, wegen Infos zur fehlenden LW-Spule. Hab´s aber auch so hinbekommen, wobei vermutlich 30 statt 20 Windungen für die Antennenwicklung noch besser gewesen wären, aber auf LW ist ja eh nicht mehr viel los.

    Gasherbrum Gaaanz genau.

    navi Nee, habe ich nicht :smiley26:. Zum einen ist mein Budget nicht unerschöpflich, zum anderen hätte ich unmöglich beide Geräte unbeschadet heimbekommen. War ein freiverdrahteter Eigenbau im Holzkasten. Habe e i g e n t l i c h auch noch genug Baustellen da :smiley47:.


    Gruß


    RFO

  • ....vielleicht hätte ich den Beitrag nochmal lesen sollen,dann hätte ich gesehen,daß zwei verschiedene Geräte gemeint waren....

    ....denn wer lesen kann, ist klar im Vorteil:angel:

    Ich habe mehrere der Record 89 Geräte,die ich z.T.auch als Schrott/Ersatzteileträger bekam....

    Grüße aus dem Rheinland
    Roman

    Et hätt noch emmer jot jejange. (Rheinisches Grundgesetz)

  • Das Emud scheint ein damaliger Verkaufsschlager gewesen zu sein, ich hatte auch schon 2 Stück.

    Beste Grüsse

    Thorsten


    "Das Leben ist nichts weiter als das Proben für eine Vorstellung, die niemals stattfindet."

    (Die fabelhafte Welt der Amelie)

  • ...der WKN taucht immer wieder mal auf.Für einen Einkreiser recht empfangsstark,vor allem auf Kurzwelle.

    Die Kriegsvarianten WKE/WK waren wohl preislich dicht am VE. Interessant für die Risikofreudigen,die heimlich auf Kurzwelle Radio London hörten.

    Diese gibts nicht so oft.

    Grüße aus dem Rheinland
    Roman

    Et hätt noch emmer jot jejange. (Rheinisches Grundgesetz)

  • ...der WKN taucht immer wieder mal auf.Für einen Einkreiser recht empfangsstark,vor allem auf Kurzwelle.

    Die Kriegsvarianten WKE/WK waren wohl preislich dicht am VE. Interessant für die Risikofreudigen,die heimlich auf Kurzwelle Radio London hörten.

    Diese gibts nicht so oft.

    Hallo,


    könnte die Zahl im Namen "89" auf die 89 RM hindeuten, die er laut RM.org kostete?


    Mein VE 301 dyn W mit zusätzlich (vermutlich im Krieg) eingebauter Kurzwelle ist nicht so empfindlich, wenn ich mich an die dann folgende Nutzung des vor gut 15 Jahren restaurierten Gerätes erinnere. Leider fehlten Teile des Eigenumbaus, ich habe damals eine moderne KW-Spule eingesetzt (ja, ich weiß... umlöten kann ich das aber immer noch :smiley26:... habe mit dem VE über Jahre quasi täglich mit Freude und Fading deutschen Kurzwellenrundfunk verfolgt. Mit der 40 m Antenne ging auch da etwas :smiley32:).


    Ich denke, die Leute die damals den Emud neu kauften, hatten damit keinen schlechten Kauf gemacht. Und als ich den "Schrotthaufen" auf dem Trödel sah vor ein paar Wochen, dachte ich nicht, dass das mal so enden könnte wie es jetzt geendet ist. Vielleicht animiert es ja jemanden, dieses (oder ein ähnliches) Radio ebenfalls aufzubereiten, und dem Äther noch mal zu lauschen, bevor er ganz verstummt.


    Gruß

    RFO

  • Hallo,

    könnte die Zahl im Namen "89" auf die 89 RM hindeuten, die er laut RM.org kostete?...

    Ja. Zumindest kosteten WK und WKE diesen Betrag. Der WKN kostete (in DM) mehr, er ist im Handbuch des Rundfunkhandels 1948/49 mit 165 DM gelistet.

    _____________

    Gruß
    klaus


    Was ich geschrieben habe, darf widerlegt werden.
    Was ich nicht geschrieben habe, braucht nicht widerlegt zu werden.

  • Der WKE kostete 105 RM,der WK 89 RM. Die WK Technik mit der Verbundröhre ECL11 sollte offensichtlich eine Alternative zum DKE 1938 bieten.

    ( wobei der WK wesentlich leistungsfähiger ist)

    Nur hatte das damalige Regime angeordnet,das kein Radio preislich unterm Volksempfänger / Kleinempfänger liegen sollte.

    Grüße aus dem Rheinland
    Roman

    Et hätt noch emmer jot jejange. (Rheinisches Grundgesetz)

  • Der WKE kostete 105 RM,

    Das habe ich im Steckbrief von radiomuseum.org gelesen; auch auf einem der dort hinterlegten, herunterladbaren Datenblätter, deren Herkunft ich als Nichtmitglied bei rm.org nicht verifizieren kann, ist dies vermerkt. Aber: Gibt es einen Originalprospekt oder ein sonstiges zeitgenössisches Dokument, das diese Angabe stützt, d. h. eine sog. Primärquelle? Zum '89 WK' ist ein Prospektbild abgebildet, gibt es sowas auch zum WKE? Kann jemand aushelfen?

    _____________

    Gruß
    klaus


    Was ich geschrieben habe, darf widerlegt werden.
    Was ich nicht geschrieben habe, braucht nicht widerlegt zu werden.

    Edited once, last by klausw: Eingehender formuliert. (June 21, 2024 at 5:19 PM).

  • Sieht chic aus, die Rückwand. Noch schwarz einfärben / sprühen?

    Nachfolgend in Beitrag #7 ein Foto der Originalrückwand:

    klausw
    October 11, 2021 at 11:17 AM

    _____________

    Gruß
    klaus


    Was ich geschrieben habe, darf widerlegt werden.
    Was ich nicht geschrieben habe, braucht nicht widerlegt zu werden.

  • Sieht chic aus, die Rückwand. Noch schwarz einfärben / sprühen?

    Nachfolgend in Beitrag #7 ein Foto der Originalrückwand:

    klausw
    October 11, 2021 at 11:17 AM

    Hallo Klaus,


    selbstverfreilich :smiley53:, war nur über Nacht noch zum Trocknen weggestellt:



    Was mir noch nicht gelungen ist bei solchen Nachfertigungen ist die Beschriftung. Ist mir zwar nicht sooo wichtig, aber würde sicherlich besser aussehen. Ausdrucken und aufkleben ist keine gute Lösung, Decalfolie herstellen lassen zu teuer, Schablonen ätzen zu aufwendig für ein Gerät. Stempeln würde für die Anschlüsse vielleicht reichen, aber schön ist anders.

    Nach ziemlich genau 14 Tagen ist aus einem Wrack wieder ein schönes kleines, benutzbares Gerät geworden. Einzig der seitliche Drehknopf fehlt noch.

  • Hallo

    Als Vorschlag: wie wäre es mit Plotten?

    Es gibt ja im Netz so viele Umbauanleitungen für Flachbett -Drucker -Stiftplotter -Fräser -Laser oder 3D-Drucker was natürlich nur Sinn macht, wenn man Maschine / Material schon (teilweise) hat und dann nicht nur die eine Anwendung im Blick hat. Da gehen sicher auch Skalenscheiben und ähnliches. Ich glaube schon, daß für so eine Dienstleistung sowohl Bedarf als auch Anbieter existieren.

    Grüße Peter

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    Die Deutsche Sprache ist nicht OPENSOURCE, du darfst sie nicht nach deinem Gutdünken verändern!

  • Hallo,


    in den 1990ern hatte ich mal einen Plotter für den C64, und habe den verkauft weil ich damals damit rein null anfangen konnte. Wäre JETZT eine interessante Sache gewesen!


    Das Rückwandmaterial ist einfaches, billiges MDF vom Baumarkt. Das franst auch, aber wenn man vorbohrt, wenig Druck ausübt und viel wegschleift, dann tut's das. Habe schon mehrere Ersatz-Rückwände hergestellt, damit das hinten nicht offen rumsteht und schnell wieder einstaubt. Bei den Preisen für gebrauchte Originale bastle ich lieber. Ich möchte auch gar nicht wissen welche guten Geräte zum Teil da zerissen werden :smiley19:.


    Gruß

    RFO

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