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Holzboxen-Radio mit attiny-Steuerung
#21
Wenn Du bei 128 kBit/s wirklich im Lautsprecher eines Kofferradios einen hörbaren Unterschied hast,liegt das wahrscheinlich am schlechten Processing des Signals und noch einer zusätzlichen Spektralbandreplikation. Die wird eigentlich ab 96 kbit/s nicht mehr benötigt und ist bei Datenraten um 112-128 kBit/s absolut überflüssig, hier wäre dann der klanglich viel bessere LC Modi anzuwenden. Das machen aber nicht viel Sender. In Deutschland sind einige Klassikwellen der ARD dazu übergegangenen den LC Mode zu verwenden, klanglich sehr gut. Aus diesem Grund ziehen einzelne ÖR mit nichtklassischen Inhalt nach, leider nicht alle. Andere Stationen bei gleicher(!) Datenrate im SBR Mode dagegen sind nämlich bereits per Ohr identifizierbar. Das werden die wenigsten Consumer-Ohren an einem Kofferradio raushören wohl aber an guten Anlagen, aber ab 112 kBit/s im LC Mode hörst Du keinen Unterschied mehr zu den 192 kBit/s wenn dein Chipsatz gut ist. Selbst im Spektrumplot ist da dann nichts mehr zu sehen was das Ohr in dem Frequenzgang aufnimmt. Privatsender wirst Du nur kaum zu einer Datenrate überreden können um auf SBR verzichten zu können. Da hat Deutschland das gleiche Problem wie Italien wenn ich in den aktuellen Belegungsplan der Muxxe in Italien schaue!  Wenn das Processing stimmt und der LC Modi genutzt wird ist eine Datenrate von 192 kBit schon lange nicht mehr nötig. Wenn der Platz wie bei euch im Muxx frei ist kann er vergeben werden, bringt dann dem Hörer aber nichts mehr an zusätzlicher Audioqualität. Aber auch hier gibt es wieder ein aber! Es kommt nämlich wieder auf den Chipsatz des Radios an wie gut der LC Modi implementiert wurde. So gab es Chipsätze von NXP die eine fehlerhafte Implementierung hatten und bei 112 kBit im LC Mode eben nicht wie 192 kBit klangen. Gyrosig hatte Artefakte und bei einem chinesischen Hersteller war Rauschen unterlegt. FrontierSilicon hatte hier mit der Implementierung geglänzt und konnte technisch Nachweisen das ab 96 kBit in LC Mode keine weitere Steigerung möglich ist die hörbar wäre. Mittlerweile schaffen das andere Chiphersteller auch. Wenn natürlich die Implementierung gut ist und der DAC am Ende der Signalverabeitung Mist, kommt letztendlich doch nur Müll raus. Da kann dann aber auch die beste Datenrate nichts retten, also vergiss deine Preisvorstellung von 4 Euro wenn Du das Signal an eine Analge weiterreichen willst. Gute Module kosten erheblich mehr!
Ansprechpartner bei Fragen zum Umbau oder zur Modernisierung von Röhrenradios mittels SDR,DAB+,Internetradio,Firmwareentwicklung. 
Ein Open-Source Softwarebaukasten für Internetradios: https://github.com/BM45/iRadio
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#22
Servus,
Das ist ja alles schön und gut, ich würde ja auch mehr ausgeben für einen guten Chipsatz, hatte ich ja geschrieben.
Der Roberts verbaut übrigens etwas von Frontier Silicon drin ist  aber auch schon 2 Jahre alt. Die meisten Sender arbeiten ja hier auch mit 96/128, RAI Klassik mit 192. Und den Unterschied höre ich zumindest deutlich heraus, die Wiedergabe ist wesentlich brillanter und dynamischer, ich muss ja nur mit der Taste kurz umschalten, 96/128 klingt dagegen wie Blechbüchsensound mit einem Dampfhammer Kompressor, das Konzert aber ist superklar mit bester räumlicher Trennung auch einzelner Instrumente. Klar hörst du das mit einer Kofferradio-Quäke nicht heraus, aber darum geht es mir nicht, ich will gute Musik an meiner Anlage hören und die ist nun einmal sehr gut. Als Konsument mache ich meine Kaufentscheidung davon abhängig, was mir qualitätsmässig geboten wird und wenn das nicht erfüllt wird, kann mir DAB+ gestohlen bleiben, dann lege ich lieber eine Platte auf.
Klar, um Nachrichten morgens zu hören reichen 96 dicke aus, aber dafür reicht dann auch ein Chip für 4,- Euro.
Deswegen bleibt für mich als Wichtigstes das Qualitätsargument bei der ganzen DAB Chose und wenn das so ist wie du schreibst dann ist die ganze Sache ein technischer Rückschritt und kein Fortschritt mehr, jedenfalls für mich und ich habe trotz meines Alters noch sehr feine Ohren und möchte Musik in allerbester Auflösung geniessen, wenn ich dann schon mehr als 4,- Euro ausgeben muss.
Mit herzlichen Grüssen aus Trient
Volker

Wer mehr über meine Basteleien wissen möchte, kann meine Web Seite besuchen.


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#23
(03.09.2018, 07:02)radio-volker schrieb:  dann ist die ganze Sache ein technischer Rückschritt und kein Fortschritt mehr, jedenfalls für mich und ich habe trotz meines Alters noch sehr feine Ohren und möchte Musik in allerbester Auflösung geniessen, wenn ich dann schon mehr als 4,- Euro ausgeben muss.

Es gab schon früher in der analogen Zeit gute und schlechte Empfänger und auch Sender die auf UKW nicht mehr annehmbares Soundprocessing hatten und solche die (meist ja im öffentlich-rechtlichen Sektor) Programme sehr gut übertragen konnten. Nicht alle Sender hatten damals das Ziel am Lautesten auf dem Band zu klingen, viele aber doch. Somit sehe ich da erstmal keinen Unterschied zur heutigen Problematik im DAB+ Bereich. Für mich bietet DAB+ letztendlich mehr Vor- als Nachteile. Programme in sehr guter Audioqualität gibt es hier mehr als auf UKW. Auch die Empfangssituation ist besser wenn man "normales" Antennenmaterial benutzt. Ich betreibe ja zusätzlich noch UKW- und DAB+ DX über Dachantenne, deshalb schreibe ich "normales" Antennenmaterial, also Teleskopantenne.  Selbst bei viel niedrigeren Signal-Rausch-Abstand ist ein sehr guter und störungsfreier Empfang möglich. Vergleichsweise hört man da auf UKW nichts mehr. 
Ich habe vor einigen Tagen mal ein Versuch der Gegenüberstellung gemacht und den minimal nötigen SNR für einen DAB+ Empfang mit dem gleichen SNR eines UKW-Signals gegenübergestellt um zu zeigen was man analog noch hören kann, wenn DAB+ schon fehlerfreie Dekodierung erreicht.

Es wurden alle Signalparameter des offiziellen Muxes auf den Signalgenerator geklont und dann der minimale SNR gewählt bei dem noch fehlerfreier DAB+ Empfang möglich ist. Ein generiertes UKW-Signal lieferte dann den Vergleich wie sich das analoge System anhören würde.

 

Mit ein paar Mitteln lässt sich noch etwas mehr aus dem UKW-Signal rausholen, viel ist es nicht wenn man bedenkt das DAB+ an dieser Stelle bereits fehlerfrei dekodierbar ist.




Das gleiche habe ich dann auch nochmal für das DVB-T2 System gemacht und Screenshots erstellt. (Die Artefakte im Bild kommen durch die starke JPEG-Kompression um das Bild hier im Forum hochladen zu können, im normalen Fernsehbild sind diese NICHT(!) vorhanden.)
   

... so sähe das analoge Signal bei gleicher Empfangsstärke aus.
   

Man kann das ganze auch einfach mit einem Dämpfungsglied und Spektrumanalyser im Feldeinsatz nachvollziehen falls man keinen eigenen Messender hat der DAB+ generieren kann. Es kommt praktisch das gleiche raus.

Aber ich entführe den Holzboxen-Thread von Jupp. ... Sorry
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#24
Servus,
Also ich warte da mit DAB+ noch ab, wenn das dann so in Richtung der Module geht, wie Jupp sie beschrieb, greife ich die Sache wieder auf.
Bezüglich Jupps Radio Lösung würde ich die Antenne nach unten in das Chassis verlegen, dann ist nichts mehr sichtbar und den Deckel links und rechts mit zwei kleinen Abspannungen halten, irgendwann geht die Kaffeetasse kaputt, die den Deckel hält.
Mit herzlichen Grüssen aus Trient
Volker

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#25
(03.09.2018, 11:45)Bernhard45 schrieb: Aber ich entführe den Holzboxen-Thread von Jupp. ... Sorry

vielleicht kann ein mod die postings über die DAB+ Diskussion abtrennen. Evtl. hier hin?

Bausätze für DAB Radios ?
Gruß,
Jupp
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das Austreten von Rauch ist betriebsbedingt und unbedenklich

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