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IR Rework Lötstation
#21
jawohl Richard, aber er hat vorher i.d. Firma mit einer Infrarotanlage gearbeitet
auf die er jetzt nicht mehr zugreifen kann. Da würden mich Erfahrungswerte interessieren.

Gruß
Wilhelm
Niemandes Herr, Niemandes Knecht,
so ist es gut, so ist es recht

von Fallersleben
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#22
Hallo Wilhelm. Ich hatte auf der Arbeitsstelle IR gelötet wie ich geschrieben habe. Was willst du wissen zum Löten mit so einer Anlage?
Nach ein paar Wochen mit dem Fön finde ich den Umgang damit als angenehmer als mit IR.
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#23
Kann man mit Heißluft überhaupt sinnvoll BGA Chips entlöten und insbesondere auch wieder auflöten?
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#24
Das geht sogar sehr gut. Wie bei IR braucht es aber Ūbung.
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#25
(17.03.2019, 21:39)OttoBerger schrieb: Hallo Wilhelm. Ich hatte auf der Arbeitsstelle IR gelötet wie ich geschrieben habe. Was willst du wissen zum Löten mit so einer Anlage?
Nach ein paar Wochen mit dem Fön finde ich den Umgang damit als angenehmer als mit IR.

Moin Otto, mich interessieren Richtwerte für Zeit und Temperatur zum Vorwärmen (mit der Wärmeplatte)
und anschließendem Infrarot-Löten von SMS mit verbleitem Lot.

Gruß
Wilhelm
Niemandes Herr, Niemandes Knecht,
so ist es gut, so ist es recht

von Fallersleben
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#26
Die Richtwerte findest du im Datenblatt der Lotpaste. Auf der Herstellerseite www.stannol.de findet man zu den verbleiten oder unverbleiten Lotpasten Produktdatenblãtter. Im Datenblatt ist das Lötprofil als Temperatur/Zeitkurve angegeben. Die Vorheizphase ist als Vorheizzone gekennzeichnet. Es ist dabei egal ob die Temperatur auf der Platine durch Infrarot oder Heißluft erreicht wird, hauptsache sie wir innerhalb des Profils erreicht.
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#27
Danke für den Link, die Auswahl an verschiedenen Lötpasten mit den zugehörigen
Profilen lässt keine Wünsche offen.

Gruß
Wilhelm
Niemandes Herr, Niemandes Knecht,
so ist es gut, so ist es recht

von Fallersleben
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#28
Hallo Löter,

Otto ist seit gestern bei mir zu Besuch und er hat seine Aoyue Int 866 zum "fachsimpeln" mitgebracht. Eine Yihua 853 Rework Station ist noch im Auto. Wir wollen uns gemeinsam mal anschauen was man so für sein Geld aus China bekommt. Ich habe auch zwei Billig-Rework Station von einem deutschen Händler am Wochenende bestellt und heute früh klingelte auch schon der DHL-Fahrer mit den Paketen. Die erste Station haben wir gemeinsam heute schon mal "seziert".


Das erste Modell. YIHUA 852D+, bestellt Samstag Abend - heute geliefert, Kosten. 45 Euro - 10% Gutschein, somit knapp 40 Euro inklusive Versand.

Schauen wir mal was angekommen ist und packen wir die Station aus.

   


   
Viel Fach(?)-Chinesisch!

ESD-SAFE!
Gut das sollte man bei einer Station die mit Heißluft arbeitet eigentlich erwarten, aber die Station hat neben dem Heißluftlötkolben auch noch einen normalen geregelten Lötkolben, der mit seiner Spitze direkt Kontakt zum empfindlichen Bauteil hat. Die Sache wird noch wichtig werden im weiteren Verlauf!!!

   

Eine CE-Kennzeichnung, mal sehen was die Wert ist.

   

Die Station ist eigentlich recht ordentlich gepolstert, es fliegt nichts rum und im Paket klappert nichts.
Von der Bedienungsanleitung sollte man nicht viel erwarten. Sie ist in Englisch, Deutsch und Französisch verfasst.
Das Englisch ist furchtbar, in Deutsch gibt es nur die Titelseite, man hat dafür zweimal die Anleitung in Französisch abgedruckt.

   

Das einzig sehenswerte ist die Übersicht der verfügbaren Aufsätze für den Fön bzw. welcher Aufsatz sich für welches Chipgehäuse am Besten eignet.

   

Drei Rundaufsätze für den Fön gibt es dazu, die restlichen kann man sich im Netz sehr günstig dazukaufen.
Ein ganz brauchbarer Ständer für den zweiten Lötkolben mit dem obligatorischen Schwämmchen für die Nassreinigung. Ich selbst verwende allerdings lieber die "goldene Stahlwolle".

   

   

Die Ablage für den Heißluftlötkolben, diese wird entweder rechts oder links an das Stationsgehäuse geschraubt. Und der normale Lötkolben mit einer dünnen konischen Spitze.

   

Hier nochmal das Zubehör.

   

Die Lötspitze wird von innen beheizt, das Heizelement des Kolbens ist austauschbar und für den Stationstyp auch bei ebay erhältlich. Leider liegt der Station kein Set von Lötspitzen bei, für 5-10 Euro bekommt man aber ein großes Sortiment unterschiedlicher Spitzen im Handel. Löten sollte man damit problemlos können, THT wie SMD. Die Qualität von Longlifespitzen bekannter westlicher Hersteller haben sie aber nicht!

Jetzt zum Heißluftlötkolben.

   
   

Wie man sieht ist das Gebläse bei dieser Version der Station im Lötkolben verbaut. Es ist ein 24V DC-Motor, dessen Drehzahl und damit Luftfördermenge per Pulsweitenmodulation von der Station geregelt wird. Von der Station selbst gibt es noch eine zweite Version mit Membranpumpe, wobei diese dann im Stationsgehäuse untergebracht ist. Hat man die Wahl, würde ich auf jeden Fall die hier gezeigte Version bevorzugen, nicht nur wegen der Arbeitslautstärke beim Lötvorgang.

   

Die Isolation des Heizelemtents und die Qualität des Schutzleiteranschlußes sollten vor dem Einsatz unbedingt überprüft werden! Es sind Versionen der Station (auch Klone anderer Hersteller) im Umlauf, da soll der Schutzleiteranschluß entweder gar nicht vorhanden sein oder er ist einfach um die Lötfahne gewickelt. Fotos und Videos dazu gibt es genügend im Netz.

Nun ein paar Blicke auf die eigentliche Station.

   

Bedienung ist eigentlich klar. Einstellregler für Löttemperatur und Luftmenge des Föns und Temperatureinstellung des zweiten Lötkolbens.


   

Die Oberseite, nichts spektakuläres. Tragegriff, gutes Metallgehäuse. Irgendein Prüfsiegel mit dem man die "Originalität" der Station feststellen kann, ein paar Bedienhinweise.

   

Auf der Rückseite befindet sich der Hauptschalter und die Netzsicherung (240V, 6A).

Kommen wir vor dem ersten Einschalten nochmal auf das Versprechen ESD-Safe und überhaupt auf die Sicherheit der Station  zu sprechen.
Messen wir erst einmal den Widerstand zum Schutzleiter.

   

Hmm, nichts. OL.

   

Nichts, OL an der Metallschraube für die Ablage des Föns.

   

Auch nichts an der Lötspitze, kein Durchgang zum Schutzleiter und zu ESD-Buchse. Öffnen wir die Station mal.

   

Widerstandmessung direkt am Verbindungspunkt des Schutzleiters. OL!

Schauen wir uns die beiden Schwachstellen der Station mal an.

       

Die Gehäusebeschichtung ist so "gut" und geht in jedes Gewinde, das das bloße "Auflegen" und Verschrauben der Anschlussfahnen keine wirksame niederohmige Verbindung ermöglicht. Wir müssen hier also etwas nacharbeiten und die Beschichtung entfernen.
Hat man das erledigt, dann gibt es auch da zu erwartende Ergebnis.

           

Da die 852D+ jetzt schon offen ist, schauen wir uns doch gleich das Innenleben an.

   

Wir sehen sehr viel Luft. Das kommt daher das wir die Station ohne Membranpumpe erwischt haben. Ein Trafo zur Erzeugung der 24V für den konventionellen Lötkolben + für das Gebläse des Föns, sowie 5V für die Hauptplatine. Das Heizelement des Föns wird direkt aus der Netzspannung betrieben.

   

Hier der Blick auf Trafo und Absicherung, sowie Hauptschalter. Nachfolgend die Hauptplatine der Station.

       

Rechts ein 74HC164N für die Ansteuerung der beiden "Displays".
Oben mit U10 bezeichnet ein S3F94C8, der Hauptprozessor der Station auf dem ein PID-Regelalgorithmus läuft.
Der 8-Beiner in der Mitte ist ein LN358N. Dieser Operationsverstärker verstärkt die temperaturabhängige Spannung des Sensors im Lötkolben so, das diese vom AD-Wandler der S3 CPU gut verarbeitet werden kann.
Mitte-unten treibt ein BT137, vom Prozessor getrennt durch den Optokoppler CT3041, die Heizung des Lötkolben an.
Linke Seite von oben nach unten: 7805 für die Versorgungsspannung der S3 CPU, TIP122 mit 2N3904 für die PWM-Steuerung des Gebläses, CT3041 mit BAT16 (versteckt sich hinter den Kabeln) befeuert das Heizelement des Heißluftlötkolbens.

Also alles Standardbauteile, kein Hexenwerk. Hier bei der Version der 852D+ haben alle "Treiber" ein Kühlelement erhalten. Bei anderen Versionen der 852D+ soll das nicht unbedingt der Fall sein!

Wie verhält sich die Station im Betrieb?

   

Nach Umlegen des Hauptschalters auf der Rückseite hat man ein sehr angenehmes 50 Hz-Brummen und obwohl der Heißluftlötkolben wie auch der normale Lötkolben ausgeschaltet sind, blinkt die Station fröhlich vor sich hin. Keine Ahnung warum man die Anzeigen blinken lässt, vielleicht ein "ich bin am Leben"-Zeichen der CPU.

Schaltet man den normalen Lötkolben an, so geht die Heizerei los und das sogar sehr schnell! Die Temperatur wird gut gehalten und auch größere Abweichungen kann ich in der Anzeige nicht feststellen.

   

Auch das Nachschieben und Nachregeln der Wärme klappt prima!

   

Schaltet man den Heißluftkolben ein, so passiert erstmal nichts. Erst wenn man den Fön aus der Halterung nimmt, fährt die Station an und heizt hoch. Auch hier wird die Löttemperatur schnell erreicht und nachgeregelt. Legt man den Fön wieder in die Halterung wird automatisch auf 100 Grad runtergekühlt und dann das Gebläse abgeschalten, sozusagen ein Sleep-Modus bzw. Nachlauf damit das Heizelement länger durchhält.

Die Station hat mit uns Beiden auch schon die ersten Reparaturen erledigt. Das Auswechseln einer USB-Minibuchse von einem Raspberry geht ebenso einfach wie das Wechseln eines SMD Spannungsregler-ICs einer Playstation von Ottos Enkelkindern. Mit Nacharbeit(!) ist die Station für 40 Euro sicher ein niederschwelliger Einstieg ins SMD-Löten. Gleich geht es an die Reparatur eines Laptops mit der Station.

Gruß Otto+Bernhard
Bei Fragen zum Umbau oder zur Modernisierung von Röhrenradios mittels SDR,DAB+,Internetradio,Firmwareentwicklung oder einfach nur Kontakt- bitte Email unter: mbernhard1945(at)gmail(dot)com

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#29
Toll!
Mit DER Beschreibung sollte jetzt wirklich jeder etwas anfangen können.
Gruß,
Uli
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#30
Vielen Dank an Euch beide für den megatollen Bericht und die Bilder.

Ich gehe immer noch schwanger mit einer Heißluftstation.
„Keiner ist perfekt, aber die kölsche sind verdammt nah dran“

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#31
Vielen Dank für den sehr anschaulichen und sachlichen Bericht.

Gruß
Wilhelm
Niemandes Herr, Niemandes Knecht,
so ist es gut, so ist es recht

von Fallersleben
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#32
Als Ergänzung, für kleinere SMD-Lötarbeiten sicher nicht nötig, ein Stativ für den Heißluftlötkolben. 

   

Spätestens wenn man sich an größere Arbeiten heranwagt und man Lötprofile einhalten will, dann braucht man so einen Halteapparat um definierte Zustände zu erreichen. Den gibt es fertig zu kaufen, die Preise bewegen sich da bei 50 Euro aufwärts, können aber auch schnell 500 oder 600 Euro oder mehr erreichen. Der Selbstbau aus Alu-, bzw. Maschinenbauprofilen bietet sich regelrecht an und ist deutlich preiswerter. Die Größe sollte so gewählt werden, das sich auch noch ein Preheater problemlos unterbringen lässt. 

Um die Prozesskurven halbwegs einzuhalten, benötigt man noch mindestens einen Temperatursensor. Im einfachsten Fall kann das ein Multimeter mit Temperaturmessung und abgesetzen Sensor sein, zusätzlich ein preiswerter Küchentimer mit Digitalanzeige. Komfortabler ist die Temperaturerfassung mit einem PC. Auch hier kann das Multimeter genutzt werden, wenn es denn über einen Datenausgang verfügt. Der Temperatur-/Zeitverlauf lässt sich direkt am PC-Bildschirm in einem Diagramm und mit dem vorgegeben Lötprofil als Soll-Ist-Kurve darstellen.


.jpg   Profil.jpg (Größe: 44,74 KB / Downloads: 198)

Um den Lötprozess auch optisch kontrollieren zu können bieten sich gute(!) HD Webcams an. Einige Löter haben sich auch Webcams zu sogenannten "Soldering Microscopes" umgebaut.  Zum Beispiel hier: http://operationalsmoke.blogspot.com/201...scope.html
Solche Mikroskope gibt es natürlich auch fertig zu kaufen, in so ziemlich jeder Preisklasse.

Gruß Bernhard
Bei Fragen zum Umbau oder zur Modernisierung von Röhrenradios mittels SDR,DAB+,Internetradio,Firmwareentwicklung oder einfach nur Kontakt- bitte Email unter: mbernhard1945(at)gmail(dot)com

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#33
Hallo. 
Ich habe die Idee von Bernhard, eine universell einsetzbare Lötstation mit PID-Regler, versucht umzusetzen.
Herausgekommen ist eine Station auf Basis eines alten Raspberry Pi 1. Angesteuert wird die Heizung über eine 
Software-PWM auf dem Raspberry. Der Ausgangspin treibt über eine Transistorstufe einen Optokoppler an. Über eine Nulldurchgangserkennung wird dann ein Triac angesteuert. Über den Triac lassen sich 12 Voltkolben genauso schalten wie 24 Volt oder 230 V Heizungen. Ungeregelte Netzlötkolben kann man mit einer kleinen Temperatursensorklemme auf der Lötspitze regelbar machen. Der Temperatursensor läuft über einen Operationsverstärker auf ein AD-Wandler eines ATmega328 in Form eines Arduino Nano. Dieser digitalisiert das Signal und gibt es per I2C-Schnittstelle an den Raspberry weiter. Der Raspberry selbst hat nämlich keinen AD-Wandler. 

 
.jpg   20190427_120524.jpg (Größe: 53,24 KB / Downloads: 159)

Anstelle eines Lötkolbens kann auch das Heizelement eines Heißluftfön angesteuert werden. Es ist das gleiche Vorgehen. Für so einen Fön braucht man nur noch zusätzlich einen PWM-Kanal für die Drehzahlsteuerung der Luftpumpe um die Luftmenge regulieren zu können.

Auf dem Raspberry wird die Temperatur vom AT328 empfangen und gegebenenfalls korrigiert und einem Regelalgorithmus zugeführt. Über den Vergleich von Ist und Solltemperatur wird dann errechnet welchen Tastgrad das Rechtecksignal der PWM-Heizungsansteuerung haben muss. Also zwischen 0% (Heizung aus) und 100% (Heizung auf volle Pulle).

Über den Regler habe ich analog dem iRadio eine FLTK-Benutzeroberfläche programmiert. Man kann im Moment eine Soll-Temperatur über einen virtuellen Drehregler festlegen. Als Alternative kann man per USB Stick eine Datei mit einem Lötprofil (Soll-Temperatur alle 20s) hinterlegen. Der Lötkolben wird zusammen mit den Daten des Temperatursensors das Profil abfahren. Die Profilkurve wird dann im Display angezeigt.


.jpg   20190427_120431.jpg (Größe: 66,99 KB / Downloads: 158)

Ich überlege auf dem Raspberry noch einen Webserver zu installieren. Dieser stellt eine Webseite bereit, über die man ein Lötprofil aus einem Datenblatt übertragen kann. Auf Knopfdruck auf dieser Webseite wird dann das Lötprofil abgefahren. Auch eine Rückantwort ob das Profil eingehalten wurde könnte man in Diagrammform auf der Webseite darstellen.

Den Raspberry 1 müsste man noch gegen einen Raspberry 3 tauschen. Mit einer kleinen Linuxdistribution wäre die Station dann in wenigen Sekunden nach dem Einschalten einsatzbereit. In der jetzigen Form dauert es ungefähr 30 Sekunden bis die Station fertig gebotet hat. 

Otto.
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#34
Toll das das iRadio (siehe Screenshot) jetzt auch löten kann! Das erste Internetradio mit Lötfunktion oder umgekehrt. ;-)
Im Ernst, die Sache ist gut. Vergleichbare Stationen mit diesen Funktionen kosten sehr viel Geld. Zusammen mir einer Preheateransteuerung und einem optischen Positionierungs- und Prozessüberwachungssystem ( HD Webcam am Raspberry + Computermonitor ) kann man den Gegenwert eines guten Mittelklassewagens ausgeben. Das hier kann und sollte nicht bei dem einen Post bleiben und am Besten in einem eigenen Thread zur Bauanleitung einer universellen Lötanlage / Lötstation ausgebaut werden. Die Bootzeit des Ur-Pi sollte nicht entscheidend sein, vergleichbare Lötanlagen (meist Windows 2000 oder XP drauf) brauchen auch Minuten für einen Kaltstart. Möchtest Du es dennoch schneller haben Otto, dann wäre ein Blick auf die STM32F4 oder F7 Boards nicht verkehrt. Dort gibt es preiswert Eval-boards gleich mit touchsensitiven Display drauf, softwareseitig werden FLTK-ähnliche GUI-Bibliotheken angeboten. Ein Haufen GPIOs , PWM, DAC und ADC onBoard. Einzig WiFi oder LAN müsste man für wenige Cents nachrüsten. Bootzeit praktisch gegen Null gehend, es muss halt kein Linux-Kernel geladen werden.
Nur bei Video hätte der Raspberry die Nase weit weit vor dem STM32.

Soll denn hier im Forum mehr daraus werden? Eine universale RBF-Forenlötstation samt Tutorial über Regelungstechnik? Man könnte natürlich auch die S3-CPU aus der oben gezeigten Yihua rauswerfen und eine eigene CPU mit eigenem System reinhängen.
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#35
Hallo

Ich finde es absolut Geil was ihr so bastelt und das meine ich wirklich ehrlich mit Hochachtung.
Gruß Helmut
----------------

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#36
Danke Helmut für den Zuspruch.
Ich werde meine Station auf jeden Fall weiter aufbauen. Eine Bauteilpositionierung mache ich noch per Hand. Eine Automatik wūrde meine Fähigkeiten zur Zeit ūberfordern, da brauche ich Unterstützung von einem Maschinenbauer. Also Bernhard ich brauche dich noch fūr dieses Projekt!
Möchten denn die Leser hier im Forum Ihre Lötwerkzeuge selbst bauen? Es scheint als löten viele mit fertigen Geräten. SMD ist dann nochmal ein eigenes Thema. Das wird vielleicht akut wenn man Digitalradios und Fernseher reparieren möchte. Da brauche ich Rūckmeldungen aus dem Forum.

Otto.
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#37
Otto Smiley20   Smiley20 Smiley34
Gruß Richard


Jeder kann die Welt verändern!
Er muss nur bei sich selbst anfangen.






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#38
Hallo Otto, 

Zuspruch der Forenbesitzer, was willst Du mehr? 

Ich würde hier auch wieder ein Baukastenprinzip empfehlen, so wie beim iRadio. 
Das iRadio selbst könnte vom Internetradio "befreit" werden und als Basis dienen, denn hier haben wir schon eine riesige Treiberunterstützung für viele am Markt erhältliche Displays.

Genau wie beim iRadio/iTV sorgt ein displayd-Prozess für die Visualisierung von Soll-/Ist-Werten der Reglerschleife. Das kann einfach die Ausgabe der aktuellen Spitzentemperatur auf einem LCD/OLED sein, oder wie bei Dir eine komplette grafische Darstellung des Temperatur/Zeit-Verlaufs auf einem TFT. 

Ein gpiod-Prozess nimmt die Werte von Drehimpulsgebern entgegen, also Soll-Spitzentemperatur, Gebläsedrehzahl, Leistung einer Vacuumpumpe ,. ....
Man muss nicht einmal viel am jetzigen Quellcode ändern.

Eine erste Grundversion der umgebauten iRadio-Software könnte ich zeitnah zum Testen bereitstellen.
Funktional stelle ich mir folgendes vor:

- Displays wie beim iRadio, klar
- 1 bis 3 geregelte PWM Kanäle für Ansteuerung beliebiger Heizelemente (Lötkolben, Heißluft, Entlötkolben, ...), die Leistungselektronik dahinter ist der Software quasi egal
- Temperaturerfassung mit 1-3 Sensoren über I2C, Kalibrierfunktion pro Kanal via Datei. 
- 1 bis 3 PWM Kanäle für Vacuumpumpen, Gebläse , ...
- Option für Fußschalter
- Erkennung Inaktivität nach .... Minuten, dann Temperaturabsenkung auf 100°C. Die Erkennung wäre zum Beispiel über Reedkontakte und Magnete in den Lötkolbenablagen
machbar, so wie bei der YiHUA Station oben. Auch eine Erkennung aus der Regelschleife heraus wäre sicher möglich, man sieht ja wann der Kolben mehr nachheizen muss und wann nicht.
- Einlesen eines Lötprofils über USB-Stick oder per Dateiupload auf einer Stationsinternen "Website", displayd für "Webdisplay" auf einem Rechner im LAN.


Einen Teil hast Du ja schon implementiert, der Rest ist nur relativ stupides Abändern des gpiod und der displayd - Codebeispiele.
Zusätzlich zum Raspberry müsste man noch ein Bord mit den Operationsverstärkern pro Temperaturkanal und einem Microcontroller für die Wandlung nach I2C aufbauen, aber das ist kein Problem wenn man ein Layout (KiCAD) vorgibt.
Den Code für das Auslesen eines/mehrere AD-Wandler auf einen ATmega328 und Wandlung nach I2C habe ich schon fertig hier liegen, ich brauchte soetwas damals beim Umbau eines Philips (RFT) Retroradios zu einem Internetradio. 


Gruß Bernhard
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#39
Hallo Otto, hallo Interessierte,

ich habe jetzt mal eine erste Implementierung einer Software für eine mehrkanalige Lötstation für Raspberry Rechner
auf Basis des iRadios erstellt.

Das Projekt ist aktuell noch private und zum Testen, wird final aber hier gehosted: https://github.com/BM45/iSS

Meine Test- und Entwicklungsstation ist noch provisorisch zusammengesteckt und besteht aus einem
Raspberry Zero W für knapp 10 Euro als Herzstück. Über drei Drehencoder werden zwei getrennte geregelte Lötkanäle und ein
zusätzlich ungeregelter PWM-Ausgang bedient. Als Display habe ich ein 20x4 I2C-LCD-Modul gewählt, im iSS sind aber wie beim
iRadio Beispieldaemonen für alle gängigen Displays vorhanden. 


.jpg   Station1.JPG (Größe: 53,23 KB / Downloads: 36)
.jpg   Station2.JPG (Größe: 29,32 KB / Downloads: 36)

Bis auf einen Webserver sind erstmal alle oben genannten Features enthalten, also 3 geregelte Lötkanäle (die Anzahl der Kanäle kann ganz leicht erhöht werden), 3 ungeregelte PWM-Ausgänge für Peripherie. Die PID-Regler sind relativ "scharf" parametrisiert, damit Soll-und-Ist-Grenzen eines Lötprofils möglichst schnell eingehalten werden und nachgeheizt wird. Anstelle einer Skalensimulation läuft auch eine FLTK-GUI auf einem angeschlossenen HDMI-Display. Hier habe ich von einer bestehenden Station die grafische Umsetzung einfach kopiert und iSS-tauglich gemacht.


.jpg   Profil.JPG (Größe: 56,79 KB / Downloads: 36)

Die Installation läuft praktisch wie beim iRadio ab.
-Github wird nach /home/pi/iSolder geklont
-sudo ./install.sh
-den gpiod für Drehregler oder Tasten anpassen und über Installscript installieren
-den passenden displayd per Installer installieren
-PID-Regler für Kanäle anpassen und mit sudo ./install_Regler.sh installieren
-Reboot, nach Neustart ist die Lötstation einsatzbereit.

Ein Readme.md mit ausführlicher Anleitung werde ich noch schreiben. Ist schon interessant mal neben dem iRadio auch "Leistungselektronik" mit dem Raspberry anzusteuern.

Gruß Bernhard
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