Themabewertung:
  • 1 Bewertung(en) - 5 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Dynacord Bassking 1
#1
Hallo Leute,

es geht um meinen Dynacord Bassking 1. Das Gerät ist weitestgehend  mit einem Eminent 1, besitzt aber nur zwei Mikrofoneingänge. Es handelt sich um die ursprünglich Vollröhrenversion mit ECC808 und ECC83, Phasenkumkehrstufe wie bei dieser Baureihe gewohnt ECC81.

Das Gerät wurde umfassend saniert - Tausch sämtlicher Elkos
lief einige Zeit - mehrere Jahre - wunderbar. Dann begann es plötzlich nach einer gewissen Betriebszeit zu "krachen".


Also die noch jungen HV-Siebelkos ersetzt, als das nichts brachte, einige Röhrenfassungen, außerdem die Endröhren, die ECC83. Auch die alte TFK ECC81 wurde durch eine alte Siemens ECC81 ersetzt (sie sah optisch noch am besten aus).

Dann konnte ich den Fehler wenigstens dahingehend einkreisen, dass das Krachen bei gezogener ECC81 nicht mehr auftrat (User aus der Röhrenbude können sich vielleicht noch erinnern...). 

Jetzt endlich habe ich mich aufgerafft, die Kiste wieder in die Reihe zu bringen. Vor der Stufe vor dem PI befindet sich eine Diodenbegrenzung, die mit einem Trimmer einstellbar ist. Diesen Trimmer wollte ich auf Verdacht ersetzen (im Bild links unter der rechten Röhrenfassung). Aber der Trimmer wirkt noch so stabil, dass ich nicht glauben mag, dass er wirklich das Problem ist.

Vor allem wegen der Schmorspuren, die ich gerade an der Fassung der ECC81 entdeckte -  Pin 1 und 2 der ECC81 - Fassung ganz rechts.

Das sind Katode und Anode des ersten Systems, also der Verstärkenden Stufe vor dem Katodyn. Verbunden über einen Kondensator mit 10 pF (der fehlt in den Hybridgeräten). Ein Kontaktfehler vor dem Eingang der vorausgehenden Stufe sollte das eher nicht verursachen.

Ist da "nur" die Röhre schadhaft?




.jpg   DSC_4235.JPG (Größe: 70,42 KB / Downloads: 645)


.jpg   DSC_4235.JPG (Größe: 70,42 KB / Downloads: 645)
LG

Beate

Zitieren
#2
Hi Beate,

und ein gesundes neues (Bastel-)Jahr.

Fassung wechseln, weil Kontaktprobleme. Man könnte aber auch versuchen, die Fassungskontakte zu reinigen (auch mal die betreffenden Kontaktstifte der Röhren ansehen). Im besten Fall sind die Lötstellen der betreffenden Fassungskontakte nur nachzulöten, weil kalte Lötstellen (hat man öfters bei Röhrenfassungen auf Leiterplatten).

Gruß

(Reflex-)Kalle
Zitieren
#3
(03.01.2020, 03:16)beate schrieb: ...Ist da "nur" die Röhre schadhaft?

Hallo Beate,

ich hatte hier einen relativ interessanten Röhrenfehler in einem Amp. Du hast in Deinem Amp ja sicherlich die betreffende Röhre schon einfach durch Tausch getestet?

Im Zweifelsfall kannst Du ja einfach auch mal mit ein paar wenigen Bauteilen so ein kleines Röhrentestbrettchen bauen und - falls Equipment vorhanden - die Röhre mal austesten?

   

Es ist darüberhinaus nämlich sowieso sehr interessant, mal auszumessen, was heutzutage moderne Hersteller so alles an "Premium Selected" Mist anbieten.

Gruß Michael
Penthode?
Zitieren
#4
(03.01.2020, 03:16)beate schrieb: Vor allem wegen der Schmorspuren, die ich gerade an der Fassung der ECC81 entdeckte -  Pin 1 und 2 der ECC81 - Fassung ganz rechts.

Das sind Katode und Anode des ersten Systems, also der Verstärkenden Stufe vor dem Katodyn. Verbunden über einen Kondensator mit 10 pF (der fehlt in den Hybridgeräten). Ein Kontaktfehler vor dem Eingang der vorausgehenden Stufe sollte das eher nicht verursachen.

Ist da "nur" die Röhre schadhaft?

Nein Beate, das sind nicht Kathode und Anode sondern Anode und Gitter 1. Wenn dort auch nur die geringsten Fehlströme fließen, kracht es.

Meiner Meinung nach, hilft da nur eins: Fassung tauschen. Falls keine Fassung zu finden ist, die vorhandene ausbauen und in Alkohol waschen, bis keine Überschlagsspuren mehr zu sehen sind und danach gut trocknen.

Trotzdem frage ich mich, wie es dazu kommen konnte. Wie sieht denn die betreffende Röhre von unten aus? Die muss man natürlich auch um die betreffenden Stifte herum putzen.
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
Zitieren
#5
Servus Beate,
Du solltest die Fassung wechseln, diese Fassungen sind einfach beschaffbar, ich habe die letztens sogar bei Pollin im Angebot gesehen.
Mit herzlichen Grüssen aus Trient
Volker

Wer mehr über meine Basteleien wissen möchte, kann meine Web Seite besuchen.


Zitieren
#6
Hallo Harald,

(03.01.2020, 19:28)radioljub01 schrieb: Nein Beate, das sind nicht Kathode und Anode sondern Anode und Gitter 1. Wenn dort auch nur die geringsten Fehlströme fließen, kracht es.

Die Fassung hatte ich eingebaut, weil es mit der originalen Fassung und der vermutlich noch originalen Röhre (von 1966) dort krachte. Und die Röhre hatte ich durch eine nicht ganz so abgenutzt aussehende alte Röhre ersetzt. Die sieht auch jetzt noch äußerlich perfekt aus.


Zitat:Trotzdem frage ich mich, wie es dazu kommen konnte. Wie sieht denn die betreffende Röhre von unten aus? Die muss man natürlich auch um die betreffenden Stifte herum putzen.

Und ich frage mich, welches äußere Bauteil denn ggf die Überschläge (mit) bewirkt haben könnte. Mit anderen Worten: könnten die Überschläge auch Symptom sein? Und wofür genau?

Oder sind diese Fassungen so schlecht, dass ihre Oberflächen leiten?
Den Schaltplan hatte die Forensoftware übrigens unterschlagen.

C115 ist von unten an die beiden betroffenen Kontakte angelötet. 


.png   PI.png (Größe: 34,07 KB / Downloads: 271)
LG

Beate

Zitieren
#7
Andernorts las ich gerade, dass feuchte Räume bei speziell diesen Fassungen gerne mal zu Problemen führen könnten.

Edit: das Reinigen der Fassung scheint sich als sehr einfach zu erweisen; es ist nichts eingebrannt. Die Spuren sind ja auch jung. nach dem Wechsel der Fassungen war das Gerät nur kurze Zeit in Betrieb .
LG

Beate

Zitieren
#8
Hallo Beate,

(03.01.2020, 03:16)beate schrieb: Dann konnte ich den Fehler wenigstens dahingehend einkreisen, dass das Krachen bei gezogener ECC81 nicht mehr auftrat...

was besagt, dass der Fehler auch vor der Stufe liegen kann.

Was passiert, wenn Du probeweise C115 einseitig ablötest? Die Schaltung ist etwas blöd gezeichnet, aber der Anodenarbeitswiderstand R134 und C118 zum Gitter des PI sind ja da. Kann also nichts passieren, wenn C115 einseitig ab ist. Die Widerstände der Stufe sind alle ok? Koppelko's ebenfalls?

Ist C112 am Kathodenfolger ok? Löte ihn mal einseitig ab und teste die Folgestufen.

Gruß Michael
Penthode?
Zitieren
#9
Hier mal die Röhre, hab ich grad entdeckt - lose Teile in der Fassung sollen natürlich nicht sein. 


.jpg   DSC_4247.JPG (Größe: 53,85 KB / Downloads: 133)


.jpg   DSC_4248.JPG (Größe: 48,79 KB / Downloads: 130)

Die Fassung habe ich so gut es geht mit Alkohol gereinigt. Der Verstärker läuft jetzt seit einer Stunde zur Probe, mit einer alten TFK-Röhre, vermutlich sogar der ursprünglichen. Bisher ist alles unauffällig.

EDIT: genau in dem Moment, als ich den Beitrag abschickte, setzte das Krachen wieder ein. Mist.
Gerät wieder aus, abkühlen, entladen, guggen was los ist.


.jpg   DSC_4246.JPG (Größe: 92,18 KB / Downloads: 132)

Zuerst prüfe ich mal, ob das System 1 wirklich die verstärkende Stufe ist. Dann sollte ich wohl testweise C115 tauschen, C114 ablöten und diesen Eingang kurzschließen, um die Stelle sicher zu lokalisieren. Prüfen, ob der Arbeitspunkt stabil bleibt - R132 geht über den Ausgangsübertrager an Masse - gruselig und durchaus auch anfällig.
LG

Beate

Zitieren
#10
Ergänzung: Seit gut 1 1/2 Stunden läuft das Gerät mit gezogener Rö4, und es bleibt leise. Wegen der Spuren der Überschläge am folgenden Gitter sollte ich wohl vorsichtshalber C114 tauschen. Obwohl m.E. dagegen spricht, das ohne Rö4 ja eine noch größere Spannung am Kondensator anliegt, weil kein Strom fließt (340V).

Aber anders, z.B. mit Problemen vor dem 2. System von Rö4 kann ich mir schlecht Überschläge am Eingang von Rö5 vorstellen.

Oder mache ich da einen Denkfehler?
LG

Beate

Zitieren


Möglicherweise verwandte Themen...
Thema Verfasser Antworten Ansichten Letzter Beitrag
  Dynacord STEREO ST12 WolfHenk 5 5.427 27.08.2014, 19:51
Letzter Beitrag: WolfHenk

Gehe zu: