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Jennen-Trio 9R-59 völlig verbastelt
#1
Hallo Zusammen,

Durch Zufall bin ich vor kurzem auf einen Jennen (Trio) 9R-59 Kurzwellenempfänger Baujahr 1963 gestoßen.

Dieser war wegen unvollständigkeit kostenlos, gegen Portokosten abzugeben und da  augenscheinlich nicht viel zu fehlen schien dachte ich mit ein bisschen Arbeit währe das Gerät bald wiederzubeleben.

Als ich dann nach erhalt anfing das Gerät zu bearbeiten zeigten sich jedoch einige unschöne weitere Mängel,  die ich zuerst nicht bemerkte...
Nicht nur die Kopfhörerbuchse und die Schalter an der Front fehlten sondern auch gleich der ganze Ausgangsübertrager samt verkabelung für die Verstärkerröhre.
Es wurde auch an der Verkabelung für die Heizung herumgebastelt, eine Noval-Fassung eingebaut anstatt der Miniatur für die originale EL90 (6AQ5) und nicht verkabelt.

Die Lautsprecheranschlussplatte wurde entfernt, das Loch sehr grob ausgeweitet und ein weiterer Sicherungshalter verbaut, wo ich noch nicht weiß was der tun sollte.
Das feste Netzkabel wurde durch eine Kaltgeräte-Steckedose ersetzt, im original Sicherungshalter war eine 20Ampere Sicherung drin Angry .

Die Gleichrichterröhre ist durch einen Selengleichrichter ersetzt worden der dort festgeschraubt war wo eigentlich der Spannungsumschalter hingehörte.
Was genau der Vorbesitzer mit diesem Gerät anstellen wollte erschließt sich mir nicht so recht, jedenfalls finde ich mich nichtmehr wirklich zurecht. Huh


Habe mich aber schonmal ein bisschen dran gesetzt:

Eine Miniaturfassung für die EL90 (6AQ5) samt der fehlendenden Widerstände habe ich verbaut und soweit wieder korrekt an die Schaltung angschlossen, im Internet habe ich Kopfhörerbuchse, Schalter und einen passenden Übertrager geordert der etwa 7kOhm auf seite der Röhre hat und 4 bzw. 8Ohm Ausgang.
Diesen habe ich wie in der Schaltung mit Kondensator (C25 parallel) angeschlossen.
Vier Kondensatoren, davon einer nachträglich parallel zum Netzanschluss angebracht habe ich ersetzt.

Beim Netztrafo bin ich mir zuletzt auch nicht sicher, vor allem nicht demnach wie die Sicherung dimensioniert war....

Primiärseitig, wenn das denn überhaupt richtig angschlossen sein sollte messe ich 25 Ohm.
Das erscheint mir zu niedrig und hier tut auch der nachträglich angefügte Kondensator was er soll, einen Kurzschluss verhindern.
Das Gerät zeigt so natürlich kein Lebenszeichen.
Wenn die Verkabelung stimmt hat die Heizwicklung etwa 6 Ohm, die für Anode etwa 95Ohm.
Da der Umschalter für die Spannung entfernt wurde, weiß auch gar nicht ob die Verdrahtung auf 230V korrekt vorgenommen wurde, aus dem Schaltbild geht die physikalische Pinbelegung des Trafos auch nicht weiter hervor.

Interessant finde ich auch das die Heizung, scheinbar Original gegen Masse geführt wird.

Hier währen Bilder der Unterseite eines Gerätes das weitgehend im Originalzustand ist sehr hilfreich, davon konnte ich im Internet leider keine finden.

Anbei ein paar Bilder vom Ursprungszustand der Problemstellen und als ich mich schon am Gerät versucht habe, dazu noch der Schaltplan wo ich nach Schaltplan bearbeitete Stellen grün, fragwürde Bauteile orange und Fehlerstellen rot markiert habe.

   

   

   

   

   

   


.png   Screenshot_20200628-203014.png (Größe: 315,99 KB / Downloads: 1.009)

   


.png   Screenshot_20200628-203000.png (Größe: 349,88 KB / Downloads: 1.008)


.png   Screenshot_20200628-203005.png (Größe: 441,44 KB / Downloads: 1.011)


.png   Screenshot_20200628-203027.png (Größe: 465 KB / Downloads: 1.010)


.png   Screenshot_20200628-203034.png (Größe: 460,52 KB / Downloads: 1.011)
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#2
(10.07.2020, 18:27)Robin99 schrieb: ...
Beim Netztrafo bin ich mir zuletzt auch nicht sicher, vor allem nicht demnach wie die Sicherung dimensioniert war....

Primiärseitig, wenn das denn überhaupt richtig angschlossen sein sollte messe ich 25 Ohm.
Das erscheint mir zu niedrig und hier tut auch der nachträglich angefügte Kondensator was er soll, einen Kurzschluss verhindern.
Das Gerät zeigt so natürlich kein Lebenszeichen.
Wenn die Verkabelung stimmt hat die Heizwicklung etwa 6 Ohm, die für Anode etwa 95Ohm.
Da der Umschalter für die Spannung entfernt wurde, weiß auch gar nicht ob die Verdrahtung auf 230V korrekt vorgenommen wurde, aus dem Schaltbild geht die physikalische Pinbelegung des Trafos auch nicht weiter hervor.

Interessant finde ich auch das die Heizung, scheinbar Original gegen Masse geführt wird.
...

Wie der Netztrafo für 220-230V primärseitig richtig verschaltet sein muss, bekommt man ganz einfach heraus. Ohne Röhren oder zumindest ohne die Gleichrichter-Röhre für die Anodenspannung an die 6,3V Heizspannungswicklung ca. 6V/50Hz Wechselspannung von einem anderen Trafo anlegen und die beiden Primärwicklungen so in Reihe schalten, dass man dann an der Gesamtwicklung die ca. 220...230...V Wechselspannung messen kann.

Dass die Heizwicklung einseitig mit masse verbunden ist, ist soweit richtig und übliche Schaltungstechnik bei Röhrengeräten, außer bei der/den Heizwicklungen für Röhren, deren Katodenpotential gegenüber Masse sehr hoch liegt, wie z.B. bei Gleichrichter-Röhren für die Anodenspannung(en).

Gruß

(Reflex-)Kalle
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#3
Bitte bitte die Bilder nach dem Hochladen auch "in den Beitrag einfügen", Dankeschön

das habe ich jetzt gemacht......
mit freundlichen grüßen aus Dielfen (Siegerland)
Dietmar
Wenn einer dem anderen hilft ohne daraus Profit schlagen zu wollen dann sind wir auf einem guten Weg
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#4
(10.07.2020, 18:55)Dietmar schrieb: Bitte bitte die Bilder nach dem Hochladen auch "in den Beitrag einfügen", Dankeschön

das habe ich jetzt gemacht......
Guten Abend

Alles klar, da achte ich zukünftig drauf, danke.

Das mit dem Trafo habe ich mir nochmal angesehen, eigentlich muss er korrekt angeschlossen sein. Es gibt nur die Heizung (äußere Wicklung), primiär und Sekundär wo sich jeweils 28 Ohm und 93 Ohm messen lassen.

Habe mit 6V  Spannung an der Heizwicklung getestet, jedoch knicken dabei meine verfügbaren Spannungsquellen ein.
Knacken, also entstehen von "Hochspannung" ist jedoch zu hören, aber mit dem DMM nichts brauchbares zu Messen.
Bin hier leider den Umständen entsprechend sehr dürftig eingerichtet was Testequipment angeht, das hab ich daheim.

Ich nehme nun auch stark an, dass der Trafo nichtmehr original ist. Morgen werde ich den mal entfernen und genauer ansehen.

Robin
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#5
(11.07.2020, 21:27)Robin99 schrieb: ...
Das mit dem Trafo habe ich mir nochmal angesehen, eigentlich muss er korrekt angeschlossen sein. Es gibt nur die Heizung (äußere Wicklung), primiär und Sekundär wo sich jeweils 28 Ohm und 93 Ohm messen lassen.
...
Ich nehme nun auch stark an, dass der Trafo nichtmehr original ist. Morgen werde ich den mal entfernen und genauer ansehen.

Robin

Hi Robin,

dem Schaltplan nach hat der originale Netztrafo zwei getrennte Primärwicklungen für 110...115VAC, die man für 110...115VAC Netzspannung phasenrichtig parallelschalten oder für 220...230VAC Netzspannung phasenrichtig in Reihe schalten muss.

Die phasenrichtige Reihenschaltung bekommt man ja recht einfach heraus, wenn man den Trafo sekundärseitig speist. Entweder man misst die ca. 220...230VAC bei richtiger Reihenschaltung oder bei falscher fast 0VAC.

Bei bei richtiger Parallelschaltung würde man auch ca. 110...115VAC messen und bei falscher Parallelschaltung würde man auch nur ca. 0V messen können, aber es würde ein ziemlich hoher Strom fließen, weil es praktisch eine kurzgeschlossene Wicklung darstellt. Die hohe Stromaufnahme betrifft da dann auch die sekundärseitig eingespeiste Spannung zu Messzwecken.

Gruß

(Reflex-)Kalle
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#6
Hallo und danke für die Hinweise.

Ich habe Ihn heute also ausgebaut und angesehen, leider gibt es keine äußerlichen Merkmale die auf Originalität oder Nützliches hindeuten.
Am Mittag habe ich ausführlich verschiedene Beschaltungsmöglichkeiten bezüglich der Wicklungen versucht und gemessen, allerdings vergebens. Smiley7

Es scheinen zwei Heizwicklungen vorhanden zu sein, in Reihe messen Sie maximal 2 Ohm, diese waren auch im ursprungszustand in Reihe geschaltet. 
Alles andere was aus dem Trafo kommt und nicht angelötet war führt entweder nirgendwo hin oder ist mit den festgestellten Wicklungen verbunden, wie man es auch beschaltet...


Dann habe ich nochmal zum Test die Netzspannung kurz mit Kondensator an die 95 Ohm Sekundärwicklung gelegt, da konnte ich 293V messen.


Grüße, Robin
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#7
Hallo Robin,

ich schalte mich mal in die Diskussion ein. Der Jennen Trio 9R-59 galt zu der Zeit als ich meine Amateurfunklizenz abgelegt habe (1964) als recht ordentliches Mittelklasse - Gerät und ist daher schon erhaltungswürdig.

Ich hätte da folgende Fragen / Kommentare:

(i) Ich vermisse irgendwie ein Bild des Chassis von oben.
(ii) Warum soll eigentlich der Netztrafo nicht der Originaltrafo sein? Trafos mit dieser Art von Anschlüssen sind schon sehr typisch für diese Geräte.
Ich stelle hier mal Dein Chassisbild neben das aus radiomuseum.org. Dabei muss man gleich sagen, dass das dort gezeigte Gerät auch verbastelt wurde. Ich nehme mal an, dass die Si-Dioden (vermutlich 3 Zener-Dioden in Reihe geschaltet) auf der kleinen Pertinaxplatte neben dem Netztrafo zur Stabilisierung der Oszillator-Anodenspannung dienten. Der Netztrafo sieht aber schon so aus wie Deiner - nur dass bei Dir die Abdeckfolie des Wickels fehlt.

   

(iii) Der Netztrafo braucht natürlich 2 Heizwickel: 5V für die 5CG4 / 5Y3 und 6,3V für die übrigen Röhren.  

(iv) Ich würde ja mal anstatt des Se - Einweggleichrichters eine Gleichrichterröhre einsetzen (5CG4 oder 5Y3) ... bekommt man noch ...und die Widerstandswerte im Netzteil zurück korrigieren. Schau mal, wo die Sekundärwickel für die Anodenanschlüsse der Gleichrichterröhre am Netztrafo liegen.  Müssten ja, wenn es der korrekte Trafo ist, 2 nahezu identische Wickel vorhanden sein, die beide mit einem Ende an Masse hängen.  

(v) Du schreibst, dass der Anodenwiderstand der 6AV6 (V7) zu 200 Ohm geändert wurde. Finde ich nicht. Ich sehe da einen 200 KOhm, so wie es gehört.

Viel Spaß!

73 de DL7MG, op Harald
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#8
Lieber Harald.

Das Modell ist kein Europamodell, sondern JAPAN mit 100Volt AC und umlötbar auf USA 117Volt AC.
daher ist der Originaltrafo nicht mehr vorhanden.
mike
Klug ist jeder. Der eine vorher, der andere nachher.

mike  Smiley43  
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#9
   
(12.07.2020, 16:05)radioljub01 schrieb: Hallo Robin,

ich schalte mich mal in die Diskussion ein. Der Jennen Trio 9R-59 galt zu der Zeit als ich meine Amateurfunklizenz abgelegt habe (1964) als recht ordentliches Mittelklasse - Gerät und ist daher schon erhaltungswürdig.

Ich hätte da folgende Fragen / Kommentare:

(i) Ich vermisse irgendwie ein Bild des Chassis von oben.
(ii) Warum soll eigentlich der Netztrafo nicht der Originaltrafo sein? Trafos mit dieser Art von Anschlüssen sind schon sehr typisch für diese Geräte.
Ich stelle hier mal Dein Chassisbild neben das aus radiomuseum.org. Dabei muss man gleich sagen, dass das dort gezeigte Gerät auch verbastelt wurde. Ich nehme mal an, dass die Si-Dioden (vermutlich 3 Zener-Dioden in Reihe geschaltet) auf der kleinen Pertinaxplatte neben dem Netztrafo zur Stabilisierung der Oszillator-Anodenspannung dienten. Der Netztrafo sieht aber schon so aus wie Deiner - nur dass bei Dir die Abdeckfolie des Wickels fehlt.



(iii) Der Netztrafo braucht natürlich 2 Heizwickel: 5V für die 5CG4 / 5Y3 und 6,3V für die übrigen Röhren.  

(iv) Ich würde ja mal anstatt des Se - Einweggleichrichters eine Gleichrichterröhre einsetzen (5CG4 oder 5Y3) ... bekommt man noch ...und die Widerstandswerte im Netzteil zurück korrigieren. Schau mal, wo die Sekundärwickel für die Anodenanschlüsse der Gleichrichterröhre am Netztrafo liegen.  Müssten ja, wenn es der korrekte Trafo ist, 2 nahezu identische Wickel vorhanden sein, die beide mit einem Ende an Masse hängen.  

(v) Du schreibst, dass der Anodenwiderstand der 6AV6 (V7) zu 200 Ohm geändert wurde. Finde ich nicht. Ich sehe da einen 200 KOhm, so wie es gehört.

Viel Spaß!

73 de DL7MG, op Harald
Hallo Harald und danke für die Informationen. Das mit dem Widerstand war ein Fehler von mir, ich meinte 200kOhm (20 weniger).
Entschuldigung auch wegen dem Bild, anbei die Ansicht von Oben.

Beim Trafo generell habe ich ehrlich gesagt immernoch meine Zweifel, auf dem Bild vom RM sieht man dass der Trafo rechts mehr Pins hat als meiner, obendrein ist mein großes Problem dass ich neben den zwei Heizwicklungen eben nur zwei weitere messbare Wicklungen finde.
Eine mit 28 Ohm die an die Netzdose angeschlossen war und die andere mit 95 Ohm die am Selengleichrichter angeschlossen war.

Sind die Widerstandswerte, vor allem Primiärseitig für solch einen Trafo denn überhaupt plausibel?

Im Ursprungszustand als Alles noch angeschlossen war, kam durch den niedrigen Widerstand und den Kondensator parallel keine Spannung im Gerät an.
Ich habe eben leider nichts hier zum vergleichen oder gar tauschen.

Eine GL Röhre wollte ich ordern sobald ich es schaffe Anodenspannung und Heizspannung sekundär messen zu können.

Es tut mir leid wenn ich mich etwas anstelle, aber ich bin verwirrt da offensichtlich wenig von den Werten bezüglich des Trafos mit dem Schaltplan übereinstimmt, die Primiärseite ist quasi ein Kurzschluss.


(12.07.2020, 18:17)mike jordan schrieb: Lieber Harald.

Das Modell ist kein Europamodell, sondern JAPAN mit 100Volt AC und umlötbar auf   USA 117Volt AC.
daher ist der Originaltrafo nicht mehr vorhanden.
mike
 

Danke für die Bestätigung.
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#10
(12.07.2020, 18:17)mike jordan schrieb: Lieber Harald.

Das Modell ist kein Europamodell, sondern JAPAN mit 100Volt AC und umlötbar auf   USA 117Volt AC.
daher ist der Originaltrafo nicht mehr vorhanden.
mike

Das erklärt dann die ganzen Verwirrungen, wenn Schaltplan und Modell gar nicht zueinander passen.
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#11
(12.07.2020, 18:17)mike jordan schrieb: Lieber Harald.

Das Modell ist kein Europamodell, sondern JAPAN mit 100Volt AC und umlötbar auf   USA 117Volt AC.
daher ist der Originaltrafo nicht mehr vorhanden.
mike

Lieber Hans,

schön, daß ich von Dir lese! Ein gutes Zeichen! Dietmar hat mir schon berichtet.

Ja, an diese verreckten Netzspannungen habe ich nicht gedacht. Das erklärt natürlich einiges.

Robin hatte ja geschrieben:

"Die Gleichrichterröhre ist durch einen Selengleichrichter ersetzt worden der dort festgeschraubt war wo eigentlich der Spannungsumschalter hingehörte."

Ich hatte nur auf's Schaltbild geschaut und da stand: "110 - 120V or 220 - 230V".

Hmmm.. kniffelig. Vielleicht hat der Vorbesitzer das Gerät ja an einem Step-Down-Trafo 230V -> 110V betrieben?

Vielleicht war einer der beiden Ua-Wickel durchgebrannt und der Vorbesitzer hat den verbliebenen Wickel verwendet. So aus der Ferne schwer aufzudröseln. Wenn Furtwangen nicht so weit von Karlsruhe weg wäre, würde ich ja mal draufschauen.

Ohne jetzt Robin zu nahe treten zu wollen: Das ist ein Projekt für Fortgeschrittene.
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#12
Hallo Alle

Einerseits könnte ich mit Bildern dienen, andererseits darf man nicht vergessen, dass es diese Gerät auch als Bausatz gab. Da ist dann jedes Drähtchen dokumentiert.

Hier eine Seite aus dem 41-seitigen Baubeschrieb des Lafayette KT320 der meines Wissens baugleich ist.


.pdf   KT320.pdf (Größe: 368,43 KB / Downloads: 43)

Viele Grüsse, Walter
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#13
Hallo Walter, das Bild ist ja super! Smile


Ich schaue mir das mal genauer an, wenn Du wie erwähnt auch noch Originalbilder hast ist das natürlich auch hilfreich.

Vermutlich aber werde ich erst eine Trafo brauchen, spätestens bis August komme ich auch zu meinem Fundus um dort nachzusehen.

Robin
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#14
   
   
[attachment=79259][attachment=79260][attachment=79261][attachment=79259]
Guten Mittag, nach langer Zeit melde ich mich hier mal wieder zurück.

Seit ein paar Tagen hat das Gerät nun einen Trafo und Anodenspannung sowie Heizung sind jetzt wieder da.

Ich habe nun einen eigenen Trafo verwendet nachdem ich die Schaltpläne sämtlicher Geräte in meinem Besitz untersucht habe und tatschlich ein zu entbehrendes Gerät dabei war wo der Trafo u.A. einmal 200V und einmal 6,3V ausgibt.
Dadurch entfällt die Gleichrichterröhre, ein Siliziumgleichrichter mit entsprechendem Verlustwiederstand ist installiert.

Obendrein passte der Trafo mechanisch sogar in das Gehäuse des originaltrafos.

Mir war der Trafo der mir freundlicher Weise angeboten und zugeschickt wurde von den Maßen und der Masse doch viel zu Wuchtig. Das hätte weitere Umbaumaßnahmen erfordert und die Anodenspannung währe immernoch zu Hoch gewesen.


Als ich dann endlich die Spannungen hatte musste ich die Verkabelung der Heizung prüfen nachdem nur drei Röhren glühten, auch da wurde herumgebastelt...
Ich weiß echt nicht was das für einen Sinn hatte KopfWand 
Nun glühen aber Alle Röhren.

Auch die Anode ist da, nachdem ich herausgefunden habe wo anscheinend die Unterbrechung für den Sendebetrieb ist, da auch am Fernsteueranschluss nichts mehr original war.
(Siehe grüner Draht zwischen Ladeelko & R20).

Ebenfalls waren einige verbindungen von Spulen auf Trimmer abgerissen, die habe ich wieder angelötet, machte aber keinen Unterschied.

Das S-Meter lässt sich nun über den Regler auf der Rückseite einstellen, generell gibt es nur Reaktionen auf der Stellung "Q-Mult", "REC" scheint tot.
Wenn man den BFO verstellt oder IF-Gain, bewegt sich das S-Meter deutlich.
Im Lautsprecher brummt es nur lauter oder leiser.
Je nach bereich hört man auch ein bisschen Interferenzen wenn man das Main Tuning auf bestimmte Stellen stellt und dann den Bandspread verstellt, dieses leichte Pfeifen geht aber fast unter im Brummen.
MVC und AVC scheinen beim Zuschalten zu arbeiten.

Das mit den Interferenzen, bzw. zu hörenden Harmonien dürfte damit zusammenhängen dass die Bandspreizung in den Amateurbereichen erst Aktiviert wird wenn die Hauptabstimmung auf bestimmten Markierungen der Skala steht.

Es gibt keine Reaktionen auf eine angeschlossene Antenne, es ist kein Unterschied zu hören oder auf dem S-Meter zu sehen, nichts.

Anbei hätte ich noch ein paar Bilder des Aktuellen Stands, scheint zum Verzweifeln.
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#15
Ich habe nochmal nachgedacht und werde das Projekt nun leider beenden, hauptsächlich wegen der mittlerweile hohen Zeitintensität im Verhältnis zum eher geringen Nutzen für mich, wie ich mittlerweile finde (bezüglich der Funktionen und Ausstattung).

Ich bedanke mich bei Allen für die vielen Informationen und die Hilfe!

Grüße, Robin.
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#16
Verständlich!
Manchmal stehen dann solche Baustellen einige Zeit rum und eines Tages hat man plötzlich - wie aus dem Nichts - einen Geistesblitz, oder zumindest neue Motivation - und macht wieder weiter!
Es wäre wirklich schade um den schönen Empfänger!
Smiley47
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#17
Hallöchen


ich erlaube mir, mich kurz vorzustellen. Ich bin der Leon, frische 17 Jahre alt, und wohne im schönen Ostfriesland. In diesem Frühjahr bin ich durch Umwege an einen Nachlass eines verstorbenen OMs gekommen. Dabei unzählige Bücher, Ein paar 80er Jahre Funkgeräte (Kenwood TS 120, ...) und eben dieser schöne Jennen 9R-59, welchen ich gerne überholen möchte. Hobbykenntnisse sind vorhanden, sowohl HF und der Umgang mit Messgeräten und Schaltungen. Jedoch - und das ist mein kleines Problem, überhaupt nicht mit der Röhrentechnik.

Ich habe euch exklusiv ein bisschen was eingescannt, was ich so noch nicht im Internet finden konne. Evtl. hilft es ja manchen.
Nun aber zu meinem Problem:

Mein Empfänger scheint auch nicht von Basteleien verschont geblieben zu sein. Zum Glück wurden aber Bauteile dazugelötet anstatt entfernt. So erkenne ich einen dritten Trafo (wofür?) und komische Kabel die nicht eingezeichnet sind. Mein Vorgang wäre nun gewesen, anhand des Schaltplanes alles zu entfernen, was nicht Original erscheint. Davor wird natürlich alles dokumentiert und gespeichert. Danach Bauteile und Kondensatoren messen und ggf. tauschen. Zuletzt mit einer Vorschaltlampe langsam ans Netz bringen und hoffnungsvoll abwarten.

Vorhanden ist: Hobbywissen, DMM, Oszi, 9.5 stll. Frequenzzähler und Lötzeuch.

Ich werde mich natürlich noch in die Grundlagen sowie den Umgang mit solch hohen Spannungen einlesen, aber ein wenig Motivation und Ratschläge schaden ja nie, oder?

Mir wäre schonmal sehr geholfen, wenn mir die Funktion des dritten Trafos erklärt wird. Evtl. Kann ich Robin auch motivieren, sein Projekt fortzuführen?

Beste Grüße,
Leon.

[Bild: 20210620-124355-min.jpg]
[Bild: 20210620-124405-min.jpg]
[Bild: 20210620-124417-min.jpg]
[Bild: 20210620-124431-min.jpg]
[Bild: 20210620-124438-min.jpg]
[Bild: 20210620-124447-min.jpg]
[Bild: 20210620-124717-min.jpg]


Angehängte Dateien
.pdf   Jennen 9R-59_compressed.pdf (Größe: 717,25 KB / Downloads: 14)
.pdf   Kurzwellenhöhrer 3 1962_compressed.pdf (Größe: 1,23 MB / Downloads: 18)
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#18
Hallo Leon, sei gegrüßt und willkommen in dieser Runde.
Da hast Du dir was vorgenommen, aber nicht verzagen, einfach fragen.
Nun zu der ersten Frage: Ich habe mal das Einverständnis vorausgesetzt und dein Foto beschriftet.
Ich sehe da nur einen Trafo, das ist der obere.
Dann meine ich das untere könnte  eine Siebdrossel sein. 
Da musst Du mal genau hinsehen und feststellen ob hier nur die zwei sichtbaren Drähte rauskommen oder ob da noch mehr dran sind. Wenn fünf Drähte rauskommen, dann ist das der NF-Ausgang der Endröhre.

   

Gruß Manfred
Wozu Fortschritt, wenn früher doch alles besser war?
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#19
Moinmoin,

mit einer Drossel hast du sicher recht. Die Verdrahtung konnte man auf den Fotos nicht gut erkennen. Tut mir leid. Auf dem Schaltplan fehlt glaube ich auch der Siebelko (nennt man das so?), oder? Der Trafo ist nämlich garkeiner, er hat nur zwei Anschlüsse. So wie ich es sehe, ist dieser parallel zwischen dem Siebelko und in Reihe zwischen dem 5V Ausgang des Trafos, dem 2K Ohm Widerstand und der 6AQ5 Röhre angeschlossen.

Ich weiß, das ist schon ein großes Projekt, jedoch mag ich solche halt ; ). Die Modifikationen scheinen durchdacht und es wude nicht mit dem goldenen Schraubendreher hantiert. Insofern bin ich guter Dinge.
Die Kondensatoren sind Kernschrott, ein 0,01 Kondensator misst 47nF, ein 0,05 Kondensator ganze 180nF! Die anderen sehen auch nicht besser aus. Ich habe jetzt schnell beim Chinamann 200x Folien Cs für 15€ bestellt, bevor ich noch Umsatzsteuer zahlen muss. In Deutschland bekomme ich gleiche Ware nur für 500% mehr.
In der Zwischenzeit werde ich vorsichtig die Röhren und das Chassis putzen und die restliche Schaltung überprüfen. Das verwendete Lötzinn ist sehr brüchig, da sich beim Umbiegen von Bauteilen gleich das zweite Beinchen mit gelöst hat. Bis die Bauteile eintreffen werde ich also die Zeit genug überbrücken können. Über Röhrenschaltungen werde ich mich natürlich auch schlau lesen.

Gibt es  sonst noch etwas zu bedenken? Ich habe mal gelesen, das Siebelkos gerne man austrocknen und an Kapazität verlieren. Das müsste ich also auch noch prüfen.

Mit dem dritten Trafo meinte ich übrigens den Ausgangsübertrager auf der oberen Seite des Chassis. Es wurde zudem ein Lautsprecher integiert und angeschlossen

Viele Grüße,
Leon.
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#20
Hallo Leon, 
zum Thema Siebelko: Im Schaltplan sind sowohl Lade- als auch Siebelko eingezeichnet. 
Hier im roten Kreis der Blick auf die Anschlüsse. 


.jpg   Netztrafo 3.jpg (Größe: 94,92 KB / Downloads: 200)

Das sind nicht zwei einzelne Kondensatoren sondern zwei Systeme in einem Becher.
Oberhalb vom Chassis muss hier ein Aluminiumbecher zu sehen sein. 

Aber ich habe von einer Instandsetzung eines Gerätes eine andere Auffassung.
Es gibt nicht "den Kurzwellenempfänger" sondern sinnvoll zusammengefügte Standard-Baugruppen.
Und hier muss man ansetzen.
Beginnend bei der Spannungsversorgung, dann NF-Wiedergabe, danach die ZF und zuletzt die HF.
Netzspannung ist gefährlich! Deshalb sind Schutzmaßnahmen nötig.
Was hast Du an Geräten im Bestand ? 
Ein Trenntrafo wäre sehr sinnvoll weil: Lieber fünf Minuten feige als ein Leben lang tot!

Kannst ja mal einen Satz dazu sagen.
Gruß Manfred
Wozu Fortschritt, wenn früher doch alles besser war?
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