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Ausgangsübertrager nicht beschädigen
#1
Hallo zusammen
Vor einiger Zeit hab ich irgendwo etwas gelesen, dass bei falschem Vorgehen bei Messungen ein Ausgangsübertrager beschädigt oder sogar zerstört werden kann.
Bisher hab ich hier im Forum unter dem Thema Sicherheit die Beiträge von Anton, Scotty und Thommi gelesen und dort keine abschließende Antwort gefunden.
Ich hoffe, dass mir jemand helfen kann.

Ich habe folgendes in Erinnerung:
An einem eingeschalteten Radio, an dem die Antenne angeschlossen ist und die Lautsprecher ausgebaut, bzw. abgeklemmt sind, kann ein Ausgangsübertrager beschädigt oder zerstört werden. Wenn man bei abgeklemmten Lautsprechern messen möchte, soll man einen Widerstand als Ersatzlast für Lautsprecher verwenden.

- Kann mir jemand einen Hinweis auf einen bereits geschriebenen Beitrag geben?
- Wonach richtet sich Wert (Ohm und Watt) von einem Ersatz-Widerstand?
- An welche Stelle muss ein Ersatz-Widerstand angebracht werden, an den abgeklemmten Kabelstellen oder/und an Buchsen für Zusatzlautsprecher?
- Gilt das auch dann, wenn ich Messungen an Einzel-Geräten durchführe, also Empfänger und Verstärker ohne die Boxen anzuschließen?

Im Voraus schon viel Dank und ein sonniges Wochenende.
Grüße aus Bornheim (Rheinland)
Werner
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#2
Hallo Werner,
solange der Lautstärkeregler auf Minimum (0) steht, entsteht auch keine Sprechwechselspannung im AÜ, die bei fehlender Last, egal ob Lautsprecher oder Ersatzwiderstand mit ca. 4 Ohm und 3-5W den AÜ gefährden könnte.
Der Ersatzwiderstand kommt an die selbigen Lötstellen wie der Lautsprecher, dieser sollte dann immer wenn der Lautsprecher entfernt wird, genutzt werden, denn beim messen im NF-Bereich könnte mal abrutschen und dabei etwas kurzschließen, was im Lautsprecher zumindest ein Knackgeräusch generieren würde und somit eine Sprechwechselspannung entsteht.
M.f.G.
harry


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Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.
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#3
Hallo,

um die gefährlichen Spannungsspitzen an der Primärwicklung des Übertragers zu vermeiden, genügt bereits ein z.B. 100-Ohm-Belastungswiderstand an den Lautsprecheranschlüssen (z.B. bei EL84-Endstufe). Bei Bastelschaltungen und -verstärkern sollte man so einen Widerstand fest anlöten.

(Hintergrund: Der Übertrager transformiert die Lastimpedanz (Lautsprecher) auf die Primärseite. Wenn keine Last angeschlossen ist, wirkt nur noch die Hauptinduktivität (siehe T-Ersatzschaltbild eines Trafos), diese ist sehr groß (einige Henry) und hat eine rel. hohe Güte, d.h. Stromänderungen werden an den Primärklemmen mit hohen Spannungen beantwortet, diese zerstört dann die Wicklungsisolation.

Für eine verläßliche Spannungsmessung an der Endstufe sollte der Ersatzwiderstand im Bereich der Nennimpedanz liegen, wobei die Impedanz des Lautsprechers auch sehr starke Änderungen mit der Frequenz aufweist. Der niederohmige Lastwiderstand muß dann natürlich auch die Nennleistung des Amps verheizen können.

Ohne Aussteuerung keine Zerstörungsgefahr, aber bereits eine unbeabsichtigte Brummprobe kann das ändern, deshalb ist Vorsicht geboten, die Röhre kann auch durch die rein induktive Last (sehr hohe Reaktanz bei höheren Frequenzen) für bestimmte Selbsterregungsfrequenzen empfindlich werden, d.h. geringste Rückwirkungen können dann zu höherfrequenten Eigenschwingungen führen.

Gruß Ingo
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#4
Hallo,

Sehr richtig ist, dass an einer Röhrendstufe, gehe ich von aus, nicht zwingend ohne Last gemessen oder anderswie laboriert wird.
Ohne Last - Lautsprecher wird die arbeitende Endröhre rote Backen bekommen und der AT vielleicht auch sein Leben beenden.

Man muss nicht tief in der Theorie graben, sondern sich zu eigen machen, nie die Endstufe ohne die Last zu betreiben.

Dazu ist eine kleine Mühe, wenn das Chassis ausgebaut wurde, eine stabile Verbindung zum oder zu den Lautsprechern herzustellen., die Betonung liegt auf stabil! Viele Chassis haben einen Ausgang für einen externen Lautsprecher, der sollte aber nur genutzt werden, wenn sicher gestellt wurde, dass die Erregerspule bei elektrodynamischen Lautsprecher dennoch Verbindung braucht um das Radio in Betrieb zu nehmen.
Aus meiner Erfahrung sollte das alles sehr sorgfältig erfolgen, sonst generiert man Fehler, die vorher gar nicht waren oder noch nie gab.
Diese und andere Hinweise sind aus meiner Lehrzeit und haben sich eingebrannt.






Gruß aus dem Kreis Siegburg vom Hans
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#5
Zitat:Man muss nicht tief in der Theorie graben, sondern sich zu eigen machen, nie die Endstufe ohne die Last zu betreiben.

...tief nicht, aber bissel kann nicht schaden, denn "Grundsätze" die schnell zu "Glaubensgrundsätzen" werden führen dann oft dazu, daß gewisse "Dogmen" gepredigt und verinnerlicht ("eingebrannt") werden. So hab ich schon oft gelesen, daß bereits eine geringfügig zu große Lastimpedanz zu Gefahr führen kann, was absolut nicht stimmt.

Zitat:Ohne Last - Lautsprecher wird die arbeitende Endröhre rote Backen bekommen und der AT vielleicht auch sein Leben beenden.

Die Röhre wird garantiert keine roten Backen bekommen, weil kein höherer Strom fließt, selbst dann nicht, wenn der Übertrager Windungsschluß bekommt. Der Rö. ist auch die hohe Spannung rel. egal, Ausnahmen sind aber möglich.. (so können in einer PCL85-Vertikalendstufe bei Unterbrechung der Sekundärlast durch die Rückläufe mehrere kV entstehen, die auch die Röhre gefährden)
Vor allem der Übertrager als mit wertvollstes Bauteil ist in Gefahr.

Gruß Ingo
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#6
Bei Röhren-Endstufen im "A" Betrieb mit Ausgangs-Übertrager fließt ohne NF-Ansteuerung ein Anoden-Ruhe-Strom, z.B. 45 mA bei einer EL84. Bei NF Ansteuerung überlagert sich diesem dann der NF Wechselstrom, der dann im Ausgangs-Übertrager transformiert wird und den Lautsprecher speist.

So weit, so gut.

Wenn jetzt jemand (ohne NF-Ansteuerung) im Radio "herumstochert", weil etwas repariert werden soll, kann es passieren, daß die Lautsprecher-Röhre plötzlich gesperrt wird, wodurch der Anoden-Ruhe-Strom schlagartig zu Null wird.

Dann muß die im Trafo gespeichert magnetische Energie "irgend wo hin". Nach dem Induktions-Gesetz gilt u = -L*di/dt. Nachdem aber die Zeitspanne dt in diesem Fall ==> 0 geht, folgt daraus, daß die entstehende Induktions-Spannung so groß werden kann, daß es zu Überschlägen in der Primär-Wicklung des Trafos kommt. Man kann es dann "knistern" hören.

Wenn man nicht "herumstochert", aber den NF-Regler aufdreht, kann eine Spannungs-Spitze in der NF-Spannung am Gitter 1 der Endröhre die gleiche Wirkung haben.

Folglich: bei abgeklemmtem Lautsprecher immer einen Widerstand von ca. 5 Ohm anschalten. Dessen Leistung muß dabei nicht sehr groß sein, weil er ggf. nur Spannungs-Spitzen "abfangen" muß.

Bei Endstufen ohne Ausgangs-Übertrager gibt es keine derartigen Probleme.

Dietmar
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#7
Und wenn man die Nachrichten ohne Lautsprecher durchs Eisen vom AÜ hört ist die Kiste wieder fit. Big Grin

Gut rote Backen, wenn der Koppelkondensator durchlässig wird, aber ohne Lautsprecher lieber nicvht.

Außer man beachtete beachtet und beachtet.

Rolleyes






Gruß aus dem Kreis Siegburg vom Hans
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