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Emud Notradio
#1
Heute angekommen. Es handelt sich offensichtlich um einen Zusammenbau aus Teilen mehrerer Radios,quasi ein Nachkriegsgerät aus Vorkriegsteilen.
Eigentlich habe ich zuviel dafür bezahlt,aber das Unikat hat mich einfach gereizt.

   

Die Vorderansicht.Holzgehäuse mit Lautsprecher rechts.War meist andersherum.
2 Drehknöpfe von der "Göbbelsschnauze",1 Drehknopf vom VE301.


   

Die Skala.Ist von der Senderangabe identisch mit dem Emud WKE 89,aber komplett in Schwarz-Weiß und nicht durchscheinend.
Falls es einen Hinweis auf ein Originalgerät mit dieser Skala bzw mit dem Gehäuse gäbe,wäre ich dafür dankbar.
Die Skala ist auf ein Blech aufgeklebt und von vor beleuchtet.


   
   
   


Das Innenleben. Ein Chassis vom VE301W.Die Verstärkerröhre (vermutlich RES164) wurde durch einen etwas abenteuerlichen Umbau auf Wehrmachtsröhre
ersetzt.Weiter hat der Erbauer hier eine Zweiweggleichrichtung hinter dem Trafo eingebaut.Der Kondensatorblock sitzt neben dem Chassis.Sonst gibt es noch
einen Permanentdynamischen Lautsprecher mit AÜ und einen mir unbekannten Spulensatz.Ob er drei Wellenbereiche hat wie auf der Skala wird sich zeigen.

Weitere Details gibt es,wenn ich das Chassis ausgebaut habe.
Grüße aus dem Rheinland
Roman

Die Zeit bleibt nicht stehen.
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#2
Ich bin gespannt auf die weiteren Fotos. Bislang gehe ich noch nicht von einem Nachkriegsprodukt der Firma EMUD aus, da selbst die Skala nicht einmal den Hinweis "Record" oder "Record 89" trägt und die Verleimung derselben auf Blech so gar nicht dem bekannten Standard entspricht. 
Der Lautsprecher (der für mich irgendwie nicht nach pdyn, wie Du schreibst, sondern nach edyn aussieht) kann natürllich von einem 89 WK oder 89 WKE stammen, genausogut aber von einem VE dyn. Mein 1939er Record 89 WK trägt z.B auf seiner LS-Membran ebenfalls den damals viel gebrauchten Adler, so dass selbst beim Lautsprecher eine Zuordnung nicht zwangsläufig ist.
Sieht also bisher nach einem der damals üblichen, nicht in Serie produzierten Einzelstücken aus. Aber warten wir ab und freuen uns schonmal auf den weiteren Bericht.


Nachtrag zur Skala:

Diese Skalenausführung gab's nach dem Krieg auch an anderer Stelle, schau mal hier:

https://www.radiomuseum.org/r/unbekannt_...t_lv1.html

Gleichartiges Design, andere Farben.
_____________
Gruß
klaus

"Nutze das Fachwissen von Experten, aber bedenke stets: Die Technikgeschichte ist voll von Experten und Ihren Irrtümern."

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#3
Klaus,du hast recht.Der Lautsprecher hat eine Feldwicklung.

Das Gehäuse ist kein Eigenbau,es sei denn,der Erbauer war Tischler. Die Glasplatte vor der Skala ist sehr grob zurechtgestutzt worden und fiel mir bei der Chassisde-
montage entgegen.

   

Blick auf den Spulensatz. Von Kurzwelle nichts zu sehen,obwohl auf der Skala vorhanden.Definitiv Eigenbau.


   

VE Chassis mit "Vorbau",angenietet.


   

Chassis von unten.Einige Kondensatoren sind von 1943.Links Rückkopplung,mitte Senderwahl,rechts Wellenschalter zweipolig,gekapselt.
Lauststärkeregelung bzw Eingangsdrehko Fehlanzeige.


   

Der Netzschalter ist wohl neueren Datums und sitzt in der Öffnung,in der beim Originalgerät evtl. der Wellenschalter saß.
Ich werde mal demnächst einen Schaltplan vom Exponat erstellen.
Grüße aus dem Rheinland
Roman

Die Zeit bleibt nicht stehen.
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#4
(05.11.2021, 19:45)Valvotek schrieb: Das Gehäuse ist kein Eigenbau,es sei denn,der Erbauer war Tischler. ...



Genau das wurde damals, also unmittelbar nach dem Krieg, häufig praktiziert. Der örtliche Radiohändler besorgte elektronische Bauteile aus allen möglichen Quellen und konstruierte daraus ein "Behelfs"-Radio.  Das tauschte er gegen Lebensmittel und andere Dinge, die seine Familie benötigte, die aber nur auf dem Schwarzmarkt beschaffbar waren.
Blieb das Problem des Gehäuses, das der Radiohändler nur bedingt lösen konnte (z.B. wenn ein solches Radio in eine große, alte Lautsprecherbox hineinkonstruiert wurde), da er weder Holzvorräte noch die zur Verarbeitung notwendigen Maschinen besaß, und auch nicht das Knowhow. Hier kam nun der örtliche Tischler ins Spiel. Der wollte seine Familie natürlich auch versorgen, also musste er einen Platz in der Wertschöpfungskette finden. Der Tischler produzierte die Gehäuse und wurde ebenfalls durch den Radiohändler in Naturalien entlohnt, oder aber, sofern eine Kleinserie an Radios aufgelegt wurde, gab es ein Übereinkommen, wonach z.B. für 5 gelieferte Gehäuse 1 komplettes Radio an den Tischler ging, welches dieser dann eintauschte.
_____________
Gruß
klaus

"Nutze das Fachwissen von Experten, aber bedenke stets: Die Technikgeschichte ist voll von Experten und Ihren Irrtümern."

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#5
Ich habe mal angefangen,die Schaltung zu analysieren.Erstmal den Spulensatz.

   

   

   

Habe mehrmals überprüft,ob sich da nicht der Fehlerteufel beim Skizzieren eingeschlichen hat.So ganz schlau werde ich aus der Schaltung nicht.Der Drehko für die Rückkopplung sitzt vor der Spule...
Die beiden Schaltkontakte schalten parallel...
Grüße aus dem Rheinland
Roman

Die Zeit bleibt nicht stehen.
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#6
(07.11.2021, 01:44)Valvotek schrieb: Der Drehko für die Rückkopplung sitzt vor der Spule...
Die beiden Schaltkontakte schalten parallel...

Die Reihenfolge Drehko-RK-Spule kann man vertauschen. Das ändert wenig an der Funktion, da der Drehko als "kapazitiver Widerstand" im Kreis Kathode-Anode-Rückkopplungsspule-Drehko-Kathode wirkt.
Zu den Schaltkontakten: Meinst Du mit parallel gleichzeitig? Sinn würde für mich machen, dass
1. Alle offen, Spule 5-7, LW
2. der linke geschlossen, Spule 5-10, MW und
3. Der rechte (oder beide) geschlossen: Spule 5-6, KW
geschaltet werden.
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#7
Es gibt zwei Stellungen: Beide offen oder beide zu,wie beim VE. Heißt für mich LW und KW.
Macht nicht wirklich Sinn.

Habe es nochmal nachgeprüft,keine Änderung.
Grüße aus dem Rheinland
Roman

Die Zeit bleibt nicht stehen.
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#8
Die Vorweihnachtszeit ist immer etwas hektisch und Überstundenlastig.Deshalb geht es nur in kleinen Schritten weiter.

Diesmal ist der Wellenschalter dran:

   
   
   

Ich habe die Nockenscheibe jetzt so umgesteckt,daß jetzt in den 5 Raststellungen drei anstatt zwei Schaltzustände möglich sind.
Vermutlich hatte das Element ursprünglich ein paar Kontakte mehr und ist für den Einbau in den Empfänger verkleinert worden....

Allerdings muß ich das Thema eine mal Weile hinten anstellen,weil die Feldwicklung sowie der AÜ durchgebrannt sind und ich keinen spontanen Ersatz dafür
vorrätig habe.
Grüße aus dem Rheinland
Roman

Die Zeit bleibt nicht stehen.
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