Themabewertung:
  • 1 Bewertung(en) - 5 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Lumophon WD310: warum tut man sich das an?
#1
Antwort, frei nach Kishon:
weil die Beste aller Ehefrauen solch ein Gerät haben wollte.
-> selbstverständlich funktionstüchtig !


Und damit, liebe Radiofreunde, möchte ich Euch ein Gerät vorstellen, das derzeit auf dem Werktisch Platz genommen hat.

   


Der Kapsch S3S steht ja nach dem Skalendebakel als unvollendete Baustelle im Eck, also war der Werktisch leer.
Da kam der Lumophon bei eb.. gerade recht.

Die Daten:

Baujahr: 1933/34. Das Gerät hier ist 11/33 gestempelt

Wechselstrom

Prinzip: Einkreiser

Wellenbereiche: K-M-L

Röhren: REN904, REN904 (manche Geräte haben hier die REN914), RES164, RGN1064

Eingebauter edyn Lautsprecher

Besonderheiten: Netzantenne, eingebauter steckbarer Sperrkreis, Klangschalter, 2-fache Skalenbeleuchtung

Holzgehäuse mit Bakeliteinsätzen

Hier der Schaltplan, für die Ausführungen W310 (ohne eingebauten Lsp.) und WD310 gleichermaßen:

http://radio.mijnwijkapp.nl/Lumophon_W310.pdf


Das Gerät hatte den Versand aus Südbayern zu mir, weil gut verpackt, unbeschadet überstanden und kam am "Faschingssamstag" hier an.

Da ich es nicht so mit Pappnasen habe, erfolgte sogleich die technische Bestandsaufnahme und in Folge die Zerlegung.
Der Schaltplan ist im Netz verfügbar, zudem gibt es bei rm.org eine schön bebilderte Gerätevorstellung, die sehr hilfreich ist, da sie die Lage der Bauteile unterm Chassis mittels Nummern zeigt.

Berichten wir zunächst das Positive:

Rückwand vorhanden, guter Zustand

   

Alle Röhren vorhanden und mit guter bis sehr guter Emission. Anstelle der zweiten REN904 war eine REN1104 (!) reparaturverbaut.
Bakeliteinsätze intakt
Zelluloidskala intakt
Gehäuse bis auf 1 Wurmloch am Unterboden anscheinend wurmfrei.
Spulen haben Durchgang, sind aber s..dreckig.
Wellenschalter (Nockenwelle) scheint intakt

Und nun der geringfügige Reparaturbedarf ("needs minor work")

   

Lautsprecher + AÜ fehlen
Starke Verrostung am Chassis + starke Verschmutzung
Kondensatorblock brachial geplatzt

Weiterhin, wie auf Foto 1 erkennbar:

1 Drehknopf fehlt, 2 weitere nicht mehr original-> macht 2 originale von 5.
Holzgehäuse schmutzig und lacktechnisch stark heruntergekommen.


Im Zuge der Zerlegung festgestellt:

Netztrafo wurde vor ewigen Zeiten mal ersetzt. Dabei wurde die Schaltung im Gerät verändert.
Lötungen erfolgten schaltungsseitig mit Fachwissen, handwerklich mit sehr schlechtem Lot (Oxydation).
Zwei Kondensatoren + ein Widerstand waren vor langer Zeit ersetzt worden.
Die Netzantenne (Kondensator 250cm) war entfernt, der Kondensator für den Klangschalter abgelötet worden.
Der Drehko für die Senderwahl war festgegammelt, ließ sich aber mit reichlich Öl wieder gängig machen.


Also das ganz große Programm: Chassisaufbauten komplett ab, schleifen, grundieren, lackieren, Kondensatorblock entkernen, Bleche zurückformen, verlöten, neu füllen, und...und...und

Getreu dem Motto: es gibt keine Probleme, nur Herausforderungen.

k.
_____________
Gruß
klaus

"Nutze das Fachwissen von Experten, aber bedenke stets: Die Technikgeschichte ist voll von Experten und Ihren Irrtümern."

Zitieren
#2
ein schönes Gerät ist diese Arbeit wert!

Ich freue mich auf Deine folgenden Berichte.

Gruß
Wilhelm
Niemandes Herr, Niemandes Knecht,
so ist es gut, so ist es recht

von Fallersleben
Zitieren
#3
Für solch ein tolles Gerät lohnt sich die Arbeit alle mal. Die Grundbasis ist besser als bei manch anderen Geräten.
Gruß Peter
--------------------------------------------------------------------------
Lauf des Lebens

Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt. "Buddha"
Zitieren
#4
Respekt Klaus Smiley53

Ein schönes Radio hast da mit einem beachtlichen Alter. Da sieht es mMn gut aus Thumbs_up
Ich wünsche Dir Geduld & gutes Gelingen bei der Aufarbeitung Smile

Beste Grüße aus MV, von Peter
~~~~~ DE - MV  /  Connected ~~~~~
Zitieren
#5
Ich wünsche Dir gutes gelingen mit dem Lumophon WD310. Das schöne Radio ist mir bei Eb.. auch aufgefallen.
Radiogrüße Detlef

Wer nicht mit dem zufrieden ist was er hat, wäre auch nicht zufrieden mit dem was er hätte, wenn er es haben würde.
Zitieren
#6
Hallo Klaus,

schönes Radio hast Du da. Ich besitze den WD 320. Den wollte damals meine Frau aus der Bucht haben. Hatte sie sogar selbst ersteigert. Bezahlen durfte ich ihn dann. Das ist übrigens ein 2 Kreiser.

Ich kann mich ärgern. Viele Jahre habe ich in einem Karton ein WD 310 Chassis für Wechselstrom gehortet. Ich dachte, irgendwann gibt es mal ein Gehäuse. Das Chassis war kaum angetastet, sah aus wie neu. Alles war dran. Dann kam ein Bekannter und hat das Chassis für ganz wenig Geld mit genommen. Schade, da hätte ich Dir gerne geholfen. Aber Du siehst mal, wenn man was raus gibt...
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
Zitieren
#7
Guten Morgen Forengemeinde.

Vielen Dank für den Zuspruch !

@ Andreas P: kein Problem. Der Bekannte hatte sicherlich auch eine gute Verwendung für das unangetastete Chassis.

Der Lautsprecher dürfte ein sehr hochohmiges Feld besessen haben, ähnlich wie die etwa gleichaltrigen SABAs (10k, wir erinnern uns an den thread hier im Forum). Momentan tendiere ich dazu, je nachdem was mein Fundus hergibt, einen optisch passenden pdyn zu verwenden und die Spannungen im Gerät entsprechend auszurichten.

Übers letzte Wochenende lief die Entrostungsaktion: Das Chassis ist jetzt neu grundiert und teillackiert, ebenso der wiederbestückte Kondensatorblock. Und natürlich wurde auch alles wieder angebaut.
Nachtschicht.
Aber sowas macht mir Freude. Smiley47
Wenn's gut läuft soll man dranbleiben, so mein Motto. Geht dagegen schon der 1. Arbeitsschritt schief, dann sollte man an diesem Tage das Radio stehen lassen, man kommt dann nicht wirklich voran. Undecided

Gestern spät abends dann der 1. Probelauf. Natürlich noch risiko- weil überraschungsbehaftet, denn:

1.) wusste ich nicht, welche Anodenspannung der dort verbaute Ersatztrafo liefert
2.) war von früheren Reparateuren die Schaltung verändert worden, was ich jetzt wieder revidiert habe
3.) hat der fehlende edyn Lsp natürlich Auswirkungen auf die Spannungsbilanz.

Aber schließlich muss man die Sache ja ans Netz nehmen, um festzustellen, ob die Spannungen hinkommen. Also einen Werkstattlautsprecher mit AÜ angeschlossen, Werkstattprüfheimsender dran....und zudem alte, d.h. recht verbrauchte Röhrenexemplare eingesteckt.
Letzteres wirkt wunderlich, aber die vorgefundenen Röhren hatten bis auf die goldene REN904 wirklich traumhafte Spitzenwerte auf dem RPG. Die beste RES164 in meinem gesamten Bestand, praktisch neuwertig. Da wollte ich so gar kein Risiko eingehen.

Der große Moment

Eingesteckt, Licht geht an, ansonsten Schweigen im Walde. Smiley61

Ah ja ! Die Mittelanzapfung der beiden Anodenwicklungen des Trafos war mal an Masse gelegt worden, was nicht dem Original entspricht. Die hatte ich abgetrennt, aber die neue Verbindung vergessen. Das war ratzfatz erledigt.

Nun stellte sich auch Brumm und Rückkopplungspfeifen ein. Den richtigen Wellenbereich ausgetestet -> Trarää ! Lautstarker Empfang.

Allerdings mit noch hanebüchener Anodenspannung. Runde 330 Volt braucht die RES164 nun wirklich nicht an der Anode. Heizung lag bei etwa 4,4 bis 4,5 Volt. Also sofort wieder vom Netz.
In dieser Versuchsanordnung habe ich dann den 3k - Siebwiderstand auf 12k erhöht. Es fehlt ja derzeit das parallel zum Ladeelko liegende Feld.

Erneuter Versuch. Aaaah!! Nun liegt Ua an der RES164 bei 258 - 260 Volt (nicht vergessen: die eingesetzte Röhre ist schon etwas verbraucht), G2 bei etwa 74 Volt, Gittervorspannung bei ca -13 bis -13,5 Volt. Das passt schon besser.
Ein provisorisch angebrachter Vorwiderstand von 75 Ohm auf der Primärseite des Trafos (dieser hat keinen 240 V - Anschluss) reduziert die Spannungswerte abermals um rund 10%, so dass dieser Versuchsaufbau nun Gelegenheit gibt, das Gerät im Dauerbetrieb auszutesten.

Dazu war's gestern Abend dann aber doch zu spät.

Da war jetzt viel Text, und... natürlich hinke ich zum Arbeitsfortschritt mit den Fotos hinterher. Werde ich aber nachholen. Jetzt muss ich aber weg...zum Brötchenverdienen.
Immer diese lästigen Unterbrechungen beim Radiobasteln. Smiley7

k.
_____________
Gruß
klaus

"Nutze das Fachwissen von Experten, aber bedenke stets: Die Technikgeschichte ist voll von Experten und Ihren Irrtümern."

Zitieren
#8
Hallo Klaus

Na, Du schaffst wenigstens noch etwas an Radios. Ich komme momentan zu nichts. Das hat auch etwas mit meinen Renovierungen im Haus zu tun und auch damit, das ich beim nächsten Projekt nichts mehr dem Zufall überlasse.
Ich freue mich schon die Fortsetzung zu dem Bericht und natürlich auf Fotos.
Radiogrüße Detlef

Wer nicht mit dem zufrieden ist was er hat, wäre auch nicht zufrieden mit dem was er hätte, wenn er es haben würde.
Zitieren
#9
Hier nun einige nachgereichte Fotos:

Bitte bedenken: wir befinden uns noch im Versuchsaufbau, die Optik ist also noch NICHT feingetunt.
Insbesondere der hässliche 75 Ohm-Widerstand über dem Trafo wird dort nicht dauerhaft bleiben.

   

Der verbaute Ersatztrafo hatte weder Sicherungshalter noch Spannungsumschalter; man hatte dies wohl aus Gründen der Aufwandseinsparung bei der Reparatur weggelassen.
Die Pertinaxplatte, die ich nun verbaut habe, fand sich in meinem Fundus. Sie gehörte mal einem Loewe Opta von 1949.

Auch war er "lausig" am Chassis befestigt: 1 dünner Blechwinkel, mit 1 Schraube festgemacht, das war's...und wackelte hin und her.
Zwei neue kräftige Winkel mit eingeschnittenem Gewinde M 4 wurden angefertigt. Nun hält's.


Es sind noch die Versuchsröhren verbaut, d.h. nach Fertigstellung werden bessere Exemplare ihren Weg dorthin finden.
Die goldene REN904 wird auch noch einen neuen Lacküberzug erhalten.
Den rückwärtigen Teil des Chassis habe ich bewusst nicht komplett lackiert, sondern nur einen Übergang hergestellt. Das Radio soll nicht hyperrestauriert werden.

   

Die Spulen sehen nun doch etwas besser aus als vorher, auch der explodierte Block hat seine ursprüngliche Form wiedergewonnen. Auch er wurde, zum Erhalt der Schrift, nur teillackiert:

   

Der Blitz verfälscht etwas die Silbertöne. Es sieht bei Tageslicht gefälliger aus.
Sehr schön auch der Sperrkreis. Die Riefen des Knopfes müssen noch feingereinigt werden.

   


Jetzt geht es erstmal in den Dauerbetrieb. Der Trafo macht mir etwas Sorge, er wird m.E. zu warm, "duftet" aber noch nicht. Evtl. muss ich ihn mal im Leerlauf testen.

Wäre schade, wenn er ersetzt werden müsste.

k.
_____________
Gruß
klaus

"Nutze das Fachwissen von Experten, aber bedenke stets: Die Technikgeschichte ist voll von Experten und Ihren Irrtümern."

Zitieren
#10
Hallo Klaus,

ich habe im Keller 2 elektrodynamische Lautsprecher mit 10 Kiloohm Spulen. Wenn Du willst, kann ich noch mal genau schauen. Ich würde - falls gewünscht auch weiterhelfen. Dann solltest Du aber mal den Korbdurchmesser angeben.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
Zitieren
#11
(18.02.2015, 20:57)Andreas_P schrieb: Hallo Klaus,

ich habe im Keller 2 elektrodynamische Lautsprecher mit 10 Kiloohm Spulen. Wenn Du willst, kann ich noch mal genau schauen. Ich würde - falls gewünscht auch weiterhelfen. Dann solltest Du aber mal den Korbdurchmesser angeben.


Danke für das Angebot, Andreas. Thumbs_up
Der Korbaußendurchmesser beträgt 20 cm. Möglicherweise hat Lumophon im WD310 und WD320 den gleichen Lautsprecher verwendet (mit unterschiedlichem AÜ).

Vielleicht kannst Du mal schauen, ob eines der beiden Kellerexemplare hinkäme.

Die 10k (Feld) sind ein von mir geschätzter Näherungswert. Das müsste ich mittels Festwiderstand noch genauer bestimmen, d.h. einen solchen mal einschleifen und dann die Sekundärspannungen messen. Dazu komme ich aber frühestens am WE, da der heutige und morgige Tag komplett verplant sind.

Ich werde auf jeden Fall auch mal meinen gesamten Fundus durchstöbern, was sich da findet. Letzteres dauert noch etwas, da ich vieles ausgelagert habe und erst wieder hinfahren muss. Daselbst muss ich auch mal nach passenden Knöpfen suchen.

Gruß
k.
_____________
Gruß
klaus

"Nutze das Fachwissen von Experten, aber bedenke stets: Die Technikgeschichte ist voll von Experten und Ihren Irrtümern."

Zitieren
#12
Hallo Klaus,
warum nimmst Du nicht einen LS vom VE301. Der passt doch direkt zur RES164 und ebenfalls auch in seinen Abmessungen. Er wird oft angeboten. Das damit erzeugte Klangbild dürfte ebenfalls autentisch sein. Gruß Franz
Zitieren
#13
(19.02.2015, 09:30)Franz schrieb: Hallo Klaus,
warum nimmst Du nicht einen LS vom VE301. Der passt doch direkt zur RES164 und ebenfalls auch in seinen Abmessungen. Er wird oft angeboten. Das damit erzeugte Klangbild dürfte ebenfalls autentisch sein. Gruß Franz


Hallo Franz.

Das ist ein interessanter Gedanke. Sicherlich würde der Freischwinger des VE gut zur RES164 und zum Baujahr des Lumophon passen.
Zwei Gründe halten mich dennoch davon ab, diesen Weg gehen zu wollen:
Zum einen ist der genannte Freischwinger etwas größer im Durchmesser, als ich es hier brauche, zum zweiten unterscheidet sich der Lumophon ja gerade in Preis und Ausstattung vom VE.
Der originale "dyn"-Lautsprecher, denke ich, liegt da klanglich schon über dem Freischwinger. Ich habe 4 Einkreiser mit eingebautem Freischwinger der Baujahre 1932-37, sowie 5 Einkreiser mit eingebautem "dyn" aus dieser Zeit, will sagen: Vergleichsmaterial.
Insofern wäre es zwar eine funktionale Lösung, aber in Sachen Wertigkeit eher ein downgrade des Geräts.
Der Lautsprecher wird auch nicht der Knackpunkt werden. Derzeit hängt das Gerät an der winzigen Werkstattbox mit pdyn+AÜ, das funzt bereits prächtig. Also wird eher die Optik der entscheidende Faktor sein.

Gruß
k.
_____________
Gruß
klaus

"Nutze das Fachwissen von Experten, aber bedenke stets: Die Technikgeschichte ist voll von Experten und Ihren Irrtümern."

Zitieren
#14
Hallo Freunde,

Klaus, mache das bitte nicht. Um das Gerät einigermaßen original zu halten muss da schon wieder ein elektrodynamischer Lautsprecher rein. Ich habe mir das mit dem Lautsprecher schon aufgeschrieben. Wochenende schaue ich nach. Ich muss bis Wochenende etwas vorsichtiger sein, habe mich beim Baumbeschnitt an der linken Hand verletzt. Das muss erst wieder etwas zu gehen. Bin Linkshänder!!!Cool
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
Zitieren
#15
Na, da wünsche Dir gute Besserung für Deine Hand, Andreas.

Die Lautsprecherfrage ist nicht eilig, da mich die Restaurierung des Holzgehäuses noch viel Zeit kosten wird; dazu habe ich nämlich noch keine Idee, wie ich da am besten herangehe.

Technisch gibt's insofern was Neues, als das Gerät gestern Abend mal mehr als 2 Stunden im Probebetrieb lief.
Alles bestens...tja, bis auf den Trafo. Der wird, wie schon befürchtet, einfach zu heiß. Ich denke, den muss ich leider austauschen. Werde vorab aber nochmal alle Ströme messen und ihn mal 1h im Leerlauf betreiben.

Gruß
k.
_____________
Gruß
klaus

"Nutze das Fachwissen von Experten, aber bedenke stets: Die Technikgeschichte ist voll von Experten und Ihren Irrtümern."

Zitieren
#16
Hallo Klaus,

mal zur Lackierung. Wenn das Gehäuse allgemein so aussieht, wie von vorne, würde ich da gar nichts machen. Man sollte Lackreiniger fürs Auto verwenden. Erst mal den Dreck runter machen. Das Gehäuse ist Schellack poliert. Also, mache nichts mit Haushaltsreiniger, das greift die Politur an, die dann stumpf wird. Nach der Reinigung glänzt das schon mal. Nun nimmt man einen schönen weichen Lappen und reibt das Gehäuse schön mit Walnußöl ab. Achso, Beschädigungen wie vorne rechts malt man mit einem Retuschierstift über. Aber nicht einfach so malen. Nimm ein Papiertaschentuch und verwische damit den Auftrag gleich, dann sieht man keine Konturen und der Fleck wird dunkel. Man kann auch etwas mit Holzbeize austupfen. Ich reibe dann zum Schluß etwas farblichen Hartwachs, auch vom Auto drüber. Es ist so: Ich freue mich auch immer, wenn mir eine Schellack Politur richtig schön gelungen ist. Aber solch ein 80 Jahre altes Radio hat nun mal gewisse Gebrauchsspuren. Klar, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Der eine sieht das so und der andere so. Danke für die guten Wünsche mit der Handwunde. Aber es ist soweit alles dicht, dass ich mich heute abend mal um Deinen Lautsprecher kümmern werde.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
Zitieren
#17
Hallo Klaus,

ja, es hatte mir keine Ruhe gelassen. Also nahm ich den Lumophon 320 mal aus dem Regal.

   

Funktionstest - nach so vielen Jahren - läuft perfekt. Allerdings muss ich noch irgendwann mal das Chassis etwas aufbereiten. Da ist doch ganz schön rostig. Aber, das dauert. Naja, irgendwann ist es auch wieder vergessen.

Also jetzt mal zum Lautsprecher. Hier ist er. Der wird in Deinem Radio identisch gewesen sein. Die Feldspule hat ziemlich exakt 10 Kiloohm.

   

Sieh mal auf den Schaltplanausschnitt, wie hier doppelt gemoppelt wurde. Erst mal eine Eisendrossel und dann noch parallel die Lautsprecher Feldspule.

   

Dann kam der WD320 II dort wurde die Feldspule zwischen die beiden Elkos (plus) gelegt und gut. Jetzt fiel mir auch ein, warum ich seinerzeit das 310 Chassis brauchte...Wegen dem Sperrkreis. Den braucht man heute dringender als je zuvor!Big Grin

Übrigens siehst Du auch, wie der originale Netztrafo aussehen muss.

   

Ich werde heute mal sehen, wie ich Dir Lautsprecher mäßig weiter helfen könnte.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
Zitieren
#18
(20.02.2015, 13:47)Andreas_P schrieb: Hallo Klaus,
ja, es hatte mir keine Ruhe gelassen. Also nahm ich den Lumophon 320 mal aus dem Regal... Hier ist er. Der wird in Deinem Radio identisch gewesen sein. Die Feldspule hat ziemlich exakt 10 Kiloohm. .......
Ich werde heute mal sehen, wie ich Dir Lautsprecher mäßig weiter helfen könnte.



Hallo Andreas,
das freut mich ganz persönlich sehr, wie Du trotz Deiner derzeitigen gesundheitsmäßigen Einschränkung an der Sache dran bist. Thumbs_up
Da lag ich mit meiner "10k-Schätzung" ja gar nicht so schlecht.

Ich schreibe Dir zu Detailaspekten auch eine pn, um das Thema hier im Forum nicht unnötig auszuwalzen.
______

Meine auf den Apparat bezogene Vorgehensweise sieht so aus:

Ich kläre zunächst einmal die "Trafo-Problematik", so dass ein alltagstauglich-funktionstüchtiges Chassis vorhanden ist. Ein Ersatztrafo liegt parat.

Dann widme ich mich den fehlenden Knöpfen:
da hat Lumophon m.E. teilweise "Murks" gebaut, indem sehr oft die äußeren Knöpfe auf den heruntergefrästen Dünnachsen nicht auf Dauer ihrer Aufgabe gerecht wurden.
Ich habe hier -pragmatisch- Knöpfe eines Mende-Sperrkreises aus dem Jahr 1937 vorgesehen, die in der Form etwa dem Original nahekommen, aber eine 6mm-Bohrung haben. Farbunterschiede werde ich angleichen.
Die Achsen werde ich auffüttern müssen. Beide Achsen an meinem Gerät scheinen beschädigt, so dass selbst Originalknöpfe nicht zwingend weiterhelfen.

Zum Gehäuse wurde folgendes bereits praxiserprobtes "Familien-Agreement" getroffen:
Ich mache das Gehäude nackig, d.h. entferne alle Einsätze, meine Gemahlsgattin entfernt schonend den alten Lack. Danach wird eine zwar nicht Fabrikansprüchen genügende, aber dennoch anspruchsvolle Wohnzimmeroptik hergestellt.
Sodann geht das fertiggestellte Gerät in unserer heimischen Radio-Bügel-Häkelstube im Wechsel mit anderen Exponaten in den regulären Unterhaltungsbetrieb. Smile

Gruß
k.
_____________
Gruß
klaus

"Nutze das Fachwissen von Experten, aber bedenke stets: Die Technikgeschichte ist voll von Experten und Ihren Irrtümern."

Zitieren
#19
So liebe Radiofreunde, ein weiterer Tag mit vielen Arbeitsstunden steckt im Gerät.
Leider musste ich erstmal einen Schritt zurückgehen, doppelte Arbeit, seht selbst:


   


Ja, da sitzt ein anderer Trafo !

Der verbaute, der ja schon nicht mehr original war und für den ich extra 2 schöne Haltewinkel sowie einen Sicherungshalter mit Pertinaxspannungsumschalter gefertigt und verbaut hatte, wurde selbst im Leerlauf einfach zu heiß.
Schade drum, er passte gut in das Gerät.

Mit Blick auf die mögliche künftige Belastung durch einen edyn-Lsp habe ich etwas genommen, das belastbarer ist.

Nun ist sowas zwar schnell verkabelt, da meine Maßgabe aber ist, möglichst kein neues Loch ins Chassis zu bohren, vergingen Stunden, bis ich diesen Trafo mit extra angefertigtem Zwischenhalter so eingebaut hatte, dass alles passte und ich mit meiner mechanischen Arbeit zufrieden war.

Hier sieht man ihn von der anderen Seite:

   


Und damit sind wir gleich beim nächsten Punkt.

Es fehlten ja die beiden kleinen, äußeren Knöpfe.
Stöbert man nach Fotos im Netz, so sieht man, dass dies in den meisten Fällen so ist, bzw. dass diese ersetzt sind.
Die Originalachsen haben nur 3 (!)mm Durchmesser, also musste ich auffüttern. Dazu wurden 2 dicke Messinghülsen (Außendurchmesser 6 mm) mit zwischengelegten Blechstücken stramm sitzend aufgeschoben und dann mit den Achsen verlötet.
Klappte perfekt, und mal Hand aufs Herz:

Die oben zu sehenden kleinen Knöpfe des Konkurrenten Mende passen optisch doch perfekt im Stil zu den beiden größeren, die ja noch original sind.
Abschließend bekommen alle 4 irgendwann nach ihrer Grundsäuberung einen dezenten Farbüberzug, so dass alles Ton in Ton ist.

Mit diesen Arbeiten kann man dann schon mal einen ganzen Arbeitstag zubringen.

Gruß
k.
_____________
Gruß
klaus

"Nutze das Fachwissen von Experten, aber bedenke stets: Die Technikgeschichte ist voll von Experten und Ihren Irrtümern."

Zitieren
#20
Ich meine auch, die Knöpfe passen ganz hervorragend! Und Dein Vorgehen, keine zusätzlichen Löcher ins Chassis zu bohren, um einen anderen Trafo einzubauen, finde ich auch sehr löblich. Deine Frau wird sich sicher über das schöne Gerät freuen.
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
Zitieren


Möglicherweise verwandte Themen...
Thema Verfasser Antworten Ansichten Letzter Beitrag
  Lumophon W100 Mendefreund 3 292 27.06.2021, 18:44
Letzter Beitrag: Bastelbube
  Lumophon W 30 -Reparatur navi 61 17.140 10.06.2021, 21:46
Letzter Beitrag: Alfons_L
  Lumophon Gloria 3W Seelenklempner 8 2.214 22.10.2019, 01:21
Letzter Beitrag: Andreas_P
  Lumophon 33W Franz 12 7.426 15.08.2017, 19:33
Letzter Beitrag: navi
  Lumophon W30 - Restauration Bastelbube 6 4.329 25.07.2017, 21:36
Letzter Beitrag: navi

Gehe zu: