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Gehäuse Bau, Furnieren
#1
Viele kennen diesen Beitrag. Sinn und Zweck ist, anderen Radiofreunden zu helfen, wenn es um Holzbearbeitung geht. Und das mit geringen Mitteln, will sagen "Garagen Werkstatt" Mit diesen Beiträgen hoffe ich eine Zusammenfassung erstellen zu können.
Also alles was mir Gehäuse usw. zu tun hat.

Eine Gelegenheit zum Furnieren bietet der Bau eines Gehäuses für ein Nordmende Steuergerät. Nachdem ich bei der 5. Schreinerei wegen Furnier angefragt habe, hatte ich Glück. Da gab es noch Franz. Nussbaum.

Ich verwende MDF als Trägerplatten (Mittel Dichte Faserplatte) die sind sehr stabil und es gibt keine bröselei wie bei Spanplatten.
Mit einem Zahnspachtel wird Holzleim (weisser Kaltleim) auf die Trägerplatte gleichmässig verteilt.
Funier drauflegen und mit der Wolle Stufe am Bügeleisen gleichmässig das Furnier "festbacken".


Bei hellem Furnier Alufolie oder Backpapier drunterlegen. Überstehendes Furnier mit einer kleinen Furniersäge abschneiden.Dazu das Furnierteil auf einer sehr glatten, sauberen Unterlage legen und von unten zur Brettmitte schiebend scheiden. Oben zur Mitte hin ziehend schneiden so reisst das Furnier nicht.Ein scharfes Messer oder Stemmeisen tut es auch.
Immer überschüssigen Leim mit Wasser gut abwaschen.
Die Kanten genauso anleimen. Normalerweise werden alle Teile fix und fertig grundiert, Lackiert, dann erst zusammengeleimt. die Stellen an die Leim kommt, mit Tesafilm gut abkleben. Das hat den Vortieil, dass die Bearbeitung wesentlich einfachert ist, das heist, die Flächen können einfacher Grundiert, geschliffen und Lackiert werden. Sollte es aber Schellack, oder Hartöl sein, dann kann man das ganze wie im Bild zu sehen fertig zusammenleimen. Hier hatte ich die Seitenteile gedübelt.
Dübeln: (Für die die es noch nicht kennen)
Es gibt im Baumarkt Dübel Markierer .Das sind kleine 1 cm lange runde Metallteile mit einer Spitze auf einer Fläche in der Mitte.
Im Seitenteil die Dübellöcher bohren, die Dübelmarker hineinstecken. Der Deckel oder Boden wird exakt passgenau draufgelegt. Ein druck oder schlag auf den Boden hinterlässt dann die Markierung für das Dübelloch.
In kleiner Nagel tut es auch, der Eingeschlagen wird. Den Kopf wird mit einer Zange (schräg) abpetzen. Das geht genauso.


Furnier aussuchen, Zuschneiden, Risse kleben.


Die Furniersäge ist nicht gerade sondern etwas gebogen.


   

   

   

   

   

   

   

   

   

   
Viele Grüsse

Georg der Schorsch
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#2
Sieht toll aus und ist auch - dank der Bilder - gut beschrieben. Schade, dass ich sowas nicht kann.
Grüße aus dem Odenwald,

Werner



Lesen gefährdet die Dummheit!
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#3
Ganz tolle Anleitung Georg, mit den Markierern das wußte ich nicht, vielen Dank, da werde ich mal nach schauen.
mit freundlichen grüßen aus Dielfen (Siegerland)
Dietmar
Wenn einer dem anderen hilft ohne daraus Profit schlagen zu wollen dann sind wir auf einem guten Weg
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#4
Hallo Georg,
prima Anleitung, leider geht es mir wie Werner.
Gruß Franz
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#5
Werner, Du hast Qualitäten, die ich nicht kann......

Dietmar,
es geht auch ganz ordentlich mit sogen. Retuschierstiften aber sündhaft teuer (finde ich)
Und brauchen kann man mindestens 10 Farben, macht locker 70-80 Euro.

Deshalb mal ruhig mit den ÖL oder Acylfarben versuchen. Dünn und verdünnt. Aber nur bei noch unbehandelten Flächen.
Die Lackierten brauchen diese Stifte, wie es sie bei Lidl gab.
Hier die Stifte für Lackierte Oberflächen, also Retuschierstift. anschliessend kann etwas Nagellack klar drüber.

http://www.hornbach.de/shop/Clou-Retusch...tikel.html
Viele Grüsse

Georg der Schorsch
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#6
Hallo Georg,

oh, da muss ich Dich aber noch einiges fragen. Vorab, das Gehäuse einsame Spitze!!
Ich furniere ja auch. Habe recht viele, unterschiedliche Furniere da. Könnte also auch etwas neues ausprobieren. Was mich immer so interessiert ist das Thema, wie bekomme ich das Furnier schön fest. Ich mache das bis zum Verleimen mit dem Zahnspachtel auch wie Du. Nun kommt das Bügeleisen ins Spiel. Bügelst Du das Furnier komplett auf? Ich habe das auch schon versucht und da ständig Risse bekommen. Das mit der Alufolie habe ich allerdings nicht gemacht. Ich habe statt dessen immer schwere Platten auf das Furnier gelegt und dann mit Schraubzwingen gepreßt. Aber dann kamen Rundungen (Kathedrale). Hier habe ich auch schon mal vorsichtig mit dem Bügeleisen gearbeitet. Allerdings habe ich das Meiste an Furnier aus den 40er und 50 er Jahren. Vielleicht könntest Du das mit dem Bügeleisen noch etwas vertiefen.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#7
Weshalb ich beim Lackieren auf Schellack zugreife.(Geräte vorkrieg generell)

Der Vorteil ist, nach entlacktem Gehäuse, (Furnier) wird gebeizt, und KEIN
Schleifgrund benutzt.
Mit 0000 Stahlwolle vorsichtig drüberziehen, entstauben. 3-4 Schellack-Schichten drüber, gut trocknen lassen und Lack aus der Sprühdose, denn der Schellack nimmt es nicht übel im gegensatzt zu Schnellschleifgrund und danch Sprühdose . Kann sehr schnell "Grau" werden oder "Orangenhaut bilden.
Wenn Lack, muss der Schnellschliffgrund oder die Grundierung mit dem Lack abestimmt sein.
Kunstharz - Kunstharz. Nitro - Nitro. Mischen ist Fatal!

Entlacktes Gehäuse
Feines 280er Papier mit Schleifklotz in Maserungsrichtung vorsichtig schleifen.
Wässern (ich nehme Destilliertes Wasser wegen Kalkflecken)
Mit kleinem Schwamm und nicht zu nass. Trocknen lassen. Die Fasen richten sich jetz alle auf.
Mit sehr feinem Papier 400er etwa vorsichtig im Maseungsrichtung schleifen.
Entstauben.
Beizen.
Wasserbeize, oder Spiritus ist geschmackssache. Man kann auch Salmjack nehmen, aber vorsicht, es könnten Reste in den Poren sein, die schwemmen dann mit Salmjack auf. Besser ist Salmjackbeize bei NEU Furnieren, saugt tief ins das Furnier.

(Gut zum Reinigen des Furniers und gegen Erkältung) Brennt in der Nase fürchterlich. NUR im Freien verwenden!!
Beize nur im GLAS Gefäss nicht im Metall lagern.
Pinsel mit Schur-Kordel-Bindung auch hier kein Metall verwenden.

Beize gleichmässig auftragen, etwas warten, überschuss mit Trockenem sauberen Pinsel abnehmen.
Trocknen lassen.
Wenn ur ein Teil eines Gehäuses bearbeitet, gebeizt wird, wird es immer Farbunterschiede geben.
In diesem Fall die Beize leicht auftragen, evtl. nachbeizen also von heller zu immer dunkler. Satt auftragen bleibt immer dunkel.

Das trockene,gebeizte Furnier mit (so mache ich das) Stahlwolle 0000
vorsichtig sehr wenig druck in Maserungsrichtung drüberziehen.
Schleifpapier zieht die Beize weg.

Wer unsicher ist kann diesen Schritt weglassen.
Grundierung, Trocknung, schleiffen, Lackieren.
Oder auf das trockene Furnier Schellack, 2-3 Schichten, feinschliff vorsichtig. und Klarlack drüber. Polieren mit Polieröl oder Geduld.... (Und wie mein Altgeselle mit Zigarrenasche)

Schellack mit Ballen und immer wieder Spiritus verwende ich damit der Ballen nicht "Stockt". Denn dann wird´s unschön.

Rufe der Frau wie: "Es stinkt wieder in deinem Zimmer" ist zu überhören, auch nicht zu kommentieren, denn so sind wir schon seit 47 Jahren verheiratet.

Bild mit Schellack etwa die 4. Schicht

   
Viele Grüsse

Georg der Schorsch
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#8
(27.02.2015, 18:26)Andreas_P schrieb: Hallo Georg,

Vielleicht könntest Du das mit dem Bügeleisen noch etwas vertiefen.


Ja Andreas,
ich mache immer kleine Abschnitte, will sagen, 20 cm mit "schmackes" dann weiterziehen und darauf achten, dass der Berich "Überlappt".
Ein hörbares "Brutzeln" ist das Zeichen, dass der Leim "eingebrannt" wird.

Nicht anderes macht eine Furnierpresse.
Gut ist auch auf die gebügelte Stelle mit einem kalten Eisen nachzupressen. Helles Furnier wie Ahorn ist Farbempfindlich beim Bügeln.
Aber sonst immer draufhalten, nächstes "Quadrat" bügeln und immer mal auf die erste Stelle nachbügeln.
Mit der Zeit bekommt man das schon heraus. Nimm mal kleinere Stücke, probier es mit der Temperatur. Und ich nehme weissen Holzleim
mit dem komme ich bisher am besten aus.
Viele Grüsse

Georg der Schorsch
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#9
Hallo Georg,

ja, Ponal nehme ich auch immer. Das mit der Bügeltechnik werde ich mal auf einem alten Gehäuse versuchen. Praktischer als mit dem Pressen mit der Zwinge ist das ja.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#10
Eine gute Möglichkeit ist auch Pattex aus der Dose, möglichst flüssig. Mit dem Pinsel dünn aufs Funier auftragen und auf das Gehäuse. Nach 10 min. das Funier passig auflegen und mit dem Funierhammer mit der flachen Seite das Funier unter möglichst starken Druck Stück für Stück verreiben. Da gibts auch keine Wellen. Die Ränder beschneide ich mit einem scharfen Teppichmesser indem ich das Gehäuse auf die Funierte Seite auf eine Holzplatte stelle und 2-3 mal am Rand entlang schneide.
Gruß Volker
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#11
Hallo Georg.
Das sieht wirklich gut aus! An's Furnieren habe ich mich bisher noch nicht rangewagt.
Da musst Du mir am Dienstag beim Stammtisch mal mehr drüber erzählen.

Gruß,
Daniel
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#12
(28.02.2015, 08:43)antikradio schrieb: Eine gute Möglichkeit ist auch Pattex aus der Dose, möglichst flüssig. Mit dem Pinsel dünn aufs Funier auftragen und auf das Gehäuse. Nach 10 min. das Funier passig auflegen und mit dem Funierhammer mit der flachen Seite das Funier unter möglichst starken Druck Stück für Stück verreiben. Da gibts auch keine Wellen. Die Ränder beschneide ich mit einem scharfen Teppichmesser indem ich das Gehäuse auf die Funierte Seite auf eine Holzplatte stelle und 2-3 mal am Rand entlang schneide.

Pattex ja, ABER wehe, wenn die Sonne drauf scheint, löst sich alles, wird wellig.
TIP:

Pattex plus Härter zusatz verwenden. Dann sitz das Furnier fest.
Viele Grüsse

Georg der Schorsch
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#13
(28.02.2015, 12:01)Siemens78 schrieb: Hallo Georg.
Das sieht wirklich gut aus! An's Furnieren habe ich mich bisher noch nicht rangewagt.
Da musst Du mir am Dienstag beim Stammtisch mal mehr drüber erzählen.

Gruß,
Daniel

Na klar, Daniel. Ich bringe dem Claus sein Tannhäuser mit, da kannst Du sehen, dass man im kalten in der Garage nicht Beizen sollte.Smiley7 Aber...Die Oberfläche ist schööön geworden.
Viele Grüsse

Georg der Schorsch
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#14
Hallo Georg,

ja, das mit der Pattex-Verarbeitung haben wir auch immer im Nachbarforum diskutiert. Der Hans St. hat das auch immer so gemacht. Daran bin ich nie hängen geblieben. Ich habe von den Tischlern, auch von dir, immer gesagt bekommen nimm weißen Leim Ponal, gut der Restaurator nimmt Knochenleim. Aber mit Pattex, nein das habe ich nie gemacht, würde es auch nicht tun. Obwohl ich es auch nie versucht habe.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#15
Machen kann man alles, Andreas, ob es was wird ist erfahrunggsache, oder Lernen, lernen, lernen.

Als Geselle habe ich in einem Grossen Büro 30 Tische alle mit (Damals noch Original Resopal aus der Fa. Römmler Gross Umstadt) belegt.
Dabei haben wir Pattex aus der gross-Dose genommen, eben mit dem Unterschied Härter MUSS mit im Vorgeschriebenen Verhältniss.

Heute geht das mit Resopal auch so: http://www.resopal.de/produkte/produktue...lr-direct/

Der Zufall, Jahrzehnte später ist dort eine Krankenkasse ansässig und ich trau meinen Augen nicht, die Tische sind noch alle da.
Nichts werforfen, keine Blasen oder wellen.

Es ist ja so, dass wir (auch ich) Bastler sind, die es mit kleinen bescheidenen Mitteln machen müssen.
Der Betrieb hat natürlich aus dem Eimer den entsprechenden Leim für seine Furnierpresse.
Wenn ein Betrieb in deiner nähe ist, mit Presse, bekommst Du bestimmt etwas vom Leim mit. (Pulver mit Wasser angerührter Leim)
Der Verarbeiter im Betrieb unterliegt ja wie überall bestimmten anforderungen die er erfüllen MUSS. (Radiobastler dagegen nicht so sehr....)

Hier mehr

http://www.chemie.de/lexikon/Holzleim.html
Viele Grüsse

Georg der Schorsch
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#16
Wer schon mal mit DCFix gearbeitet hat, kann es mal mit Mikrofurnier versuchen.
Wird in Rollen geliefert, auch Längen sind gut für die Radios.
Es gibt das Furnier mit kaschiertem Rückseitigem Netz dass verhindert ausreissen.
Kleber ist drauf, also Bügeleisen verwenden.
Viele Grüsse

Georg der Schorsch
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#17
platten-zuschnitte.de

Nach Furniere mit Schmelzkleber suchen.
Viele Grüsse

Georg der Schorsch
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