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Saba 9241, die zweite...
#1
Beim Radioflohmarkt des Rundfunkmuseums Münchweiler/Alsenz, erstand ich gestern einen Saba 9241. Das Gerät war gar nicht ausgestellt sondern stand (noch?) im Auto des Verkäufers. Den Tip bekam ich von seinem Stand-Kollegen, mit dem ich mich über diese Kisten unterhielt.
Obwohl ich eigentlich nur die Frontblende für meinen generalüberholten Saba suchte konnte ich bei aufgerufenen 25€ nicht widerstehen.
Die Frontblende wird transplantiert, aber dann hab ich ja noch die andere, bei der ja nur die Beschriftung am Lautstärkeregler und Netzschalter abgegriffen ist...
Also fiel der Entschluss, zumindest bei dem Saba, der mir als defekt verkauft wurde, mal reinzuschauen.
   
Irgendeine Vorahnung ließ mich das Gerät am Stelltrafo hochfahren - glücklicherweise! Das Gerät hat einen vollen Kurzschluss auf der Sekundärseite des Trafos. Ob die Endstufen separat abgesichert sind, kann ich erst nach einem Blick in die Unterlagen sagen. Aber soweit ich mich erinnere war das der Hauptgrund, warum bei diesem Gerät empfohlen wird, vor den beiden dicken Gleichrichtern Schmelzsicherungen einzubauen.
Ich zog den betreffenden Stecker, der vom Trafo kommt ab und das Gerät lief soweit an. Zustand: Die UKW-Mittenanzeige steht nicht in der Mitte, sondern zwischen den rechten beiden Vierteln des Messbereichs.
Die Frequenzanzeige bleibt dunkel.

Die von vorn gesehen linke Endstufenplatine sieht verheerend aus
   
die rechte hat statt dem üblichen weißen Aufdruck auf der Bestückungsseite eine schwarze Beschriftung. Hier handelt es sich vermutlich um ein Austauschteil von Saba.
   

Zuerst werde ich (versuchen Confused ) die Enstufen wieder flott zu kriegen.
Transistoren hab ich ja noch von der letzten Überholung genügend übrig...
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#2
Oh weh, die sieht ja schlimm aus. Das könnte ein Blitzschlag gewesen sein in die Lautsprecherleitung??
mit freundlichen grüßen aus Dielfen (Siegerland)
Dietmar
Wenn einer dem anderen hilft ohne daraus Profit schlagen zu wollen dann sind wir auf einem guten Weg
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#3
Hallo Dietmar.
Das dürfte eher der Standard-Fehler gewesen sein:
Wenn das Ruhestrom-Poti hochohmig wird, dann geht der Strom durch die Endtransistoren auf Maximum bis einer durch ist. Die Endstufen sind werksseitig nicht abgesichert! Das hab ich bei meinem ersten Modell nachgerüstet.
Ich hoffe nicht, fürchte aber, dass noch mehr dadurch gegrillt wurde...

Inzwischen sind die Transistoren und die verkohlten Bauteile von der Endstufenplatine entlötet worden.
Um etwas systematisch - vielleicht auch pedantisch Wink - an die Fehlersuche zu gehen, ist alles fotografisch+schriftlich dokumentiert:
   
Beim Anblick des fertigen Bildes dachte ich irgendwie an eine Jagdstrecke. Fehlten nur noch die Jäger, die Hörner und ein paar kläffende Hunde...
Aber auf dieser Strecke sind ja nicht alle tot Wink
das Poti ist übrigens auch durchgeschmort...
   
In der Platine klafft nun ein linsengroßer Krater
   

Nun überlege ich, wie ich weiter machen soll. Eine Kernsanierung ist so oder so fällig. Da wäre es vielleicht sinnvoll, das Gerät zu demontieren und alle Teile vorher zu bestellen. Ich hab keinen Bock 267 mal Porto zu zahlen und monatelang zu warten.
Andererseits hab ich eigentlich so schnell nach der ersten Tour nicht schon wieder so große Lust auf eine Überholung...

Ich werd' wohl erst nochmal ein paar Tage und Nächte drüber schlafen... Smile

Gruß,
Daniel
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#4
Du hast echt Nerven, da noch ernsthaft drüber nachzudenken - Respekt...
Also nach dem ersten Gerät würde ich dieses da ja nach GAAAAAANZ unten in den Stapel stellen. Bzw auf den Dachboden zu den "Reserve-Teilen".
Oder hast Langeweile? In dem Fall hab ich noch 'n Saba Freiburg Automatik in der Ecke stehen, das schick ich Dir und Du kannst Deinen Doktor dran machen Wink
Gruß,
Uli
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#5
Danke Uli - du liegst garnicht mal so falsch ! Big Grin

Ich mach Dir nen Vorschlag: Du machst mir den Freiburg und dafür mach ich Dir den 9241 Big Grin

Übrigens für die Interessierten hier nochmals der Schaltplan der Endstufe mit Treibermodul zusammen


Angehängte Dateien Thumbnail(s)
   
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#6
Nee Du, lass mal.
Ist sicher lieb gemeint, aber diese Filigrantechnik liegt meinen dicken Fingern nicht so Big Grin
Gruß,
Uli
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#7
Du hast meine Klauen noch nicht gesehen Big Grin
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#8
Inzwischen hab ich mal den Warenkorb beim r_____lt Wink gefüllt mit den nötigen Ersatzteilen für eine Komplettrevision - interessehalber, der Kosten wegen.

Da kommen so knapp 60€ zusammen, will man alle Transistoren auf den Vor- und Endstufenplatinen tauschen...
Im Preis enthalten sind alle Elkos, Tantals, MKS für's komplette Gerät. Auch die Skalenlampen und die wichtigsten Transistoren.

Dafür, dass man dann ein (verbessertes) Spitzenprodukt besitzt, finde ich den Preis nicht zu hoch.
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#9
Die Frage ist bloß, wieviele von diesen Spitzenprodukten man braucht....
Gruß,
Uli
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#10
Ja Daniel, wenn die eine Platine schon ausgewechselt wurde, was die Zementwiderstände zeigen, wie sieht den der Ruhestrompoti aus?? Auf dem Bild scheint der mir auch in verbesserter Quallität, oder?? Und der fehlt in deiner Liste??
mit freundlichen grüßen aus Dielfen (Siegerland)
Dietmar
Wenn einer dem anderen hilft ohne daraus Profit schlagen zu wollen dann sind wir auf einem guten Weg
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#11
Hallo Dietmar. Der Ruhestrompoti ist auch abgeraucht. Da hat's die hochohmigere Hälfte vom Schleifer aus gesehen, weggebraten.
Ich werde dort verkapselte Piher PT 10 einbauen.
Im Saba-Forum wird von einigen Ausfällen, verursacht durch defekte Potis, berichtet.
Die Treiber-Bausteine muss ich auch genauer inspizieren. Vielleicht sollte man überlegen, einen Widerstand parallel zum Poti zu schalten, um den Ruhestrom im Falle eines Versagens des Potis zu begrenzen. Das werde ich durch Messungen ermitteln. Also erst den Ruhestrom einstellen, dann das Poti nochmal auslöten, den Widerstandswert messen und einen doppelt so großen Widerstand parallel-schalten... oder so ähnlich Big Grin
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#12
Heute sind die Teile gekommen - es geht also weiter... Big Grin
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#13
Inzwischen sind die defekten Transistoren der linken Endstufe getauscht und die defekten Widerstände erneuert und an die Verbesserungen angepasst, die auch vom Werk damals in die laufende Produktion einflossen.
Die Treiberplatine des linken Kanals ist auch wieder in Ordnung - hier war ein Transistor defekt und zwei Elkos ausgelaufen. Ein Elko im Signalweg wurde durch einen MKS ersetzt, da sich dies laut Erfahrungen mehrerer Mitglieder im Saba-Forum als Klangverbessernd erwiesen hat.
Ein erster Probelauf zeigte einen weiteren Kurzschluss auf den +42V und -42V Zweigen. Also Immernoch ein Kurzschluss durch Endstufen. Ein Ablöten der rechten Endstufe wies den Weg - dort sind auch Endtransistoren hinüber - es waren derer drei. Alle vier kommen neu, da auch der letzte Verbliebene einen ß von nur noch 29 hat (80-120 sind bei neuen Teilen üblich). Auch dort kommt der Treiberbaustein auf den Prüfstand und danach folgt ein erneuter Probelauf.
Die Potis auf den Endstufen- und Treiber-Platinen sind jetzt auch neu.
Wenn aus dem Kasten wieder Musik rauskommt, werde ich mich mit dem Totalausfall des Zählers befassen.
Eine Generalüberholung folgt zum Schluss, sowie ein Neuabgleich.
Diesmal werde ich jedoch anders vorgehen als beim letzten mal:
Zuerst werde ich Modul für Modul überarbeiten und jedes mal testen. Dann erfolgt erst die Totaldemontage und Überholung der Hauptplatinen - falls dies nicht auch ohne Demontage geht...
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#14
Das Gerät ist mittlerweile wieder vollständig bestückt und ein Test der Endstufen lief erfolgreich - beide Kanäle arbeiten wieder Big Grin
Nun gilt es, die Endstufen abzugleichen.

Weiterhin habe ich noch Probleme im UKW-Tuner festgestellt. Scheinbar hat die ZF-Durchlasskurve einen Einschnitt in ihrer Mitte, da ich die Sender immer zweimal nebeneinander habe. Weiterhin schlägt die Feldstärkeanzeige fast nicht aus, obwohl Sender deutlich empfangen werden und die Mittenanzeige steht ohne Antenne bei +2 und mit bei -2.
Da hat scheinbar einer im Tuner rumgeschraubt...

Wer noch weitere Infos möchte, der kann im Saba-Forum meinem parallelverlaufenden Thread folgen :

http://saba.magnetofon.de/showtopic.php?...1ef1db7263

Hier werde ich die den Fortgang nicht ganz so detailiert beschreiben, aber auf dem neusten Stand halten.


Gruß,
Daniel
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#15
Daniel,
da hat keiner am Tuner rumgeschraubt, sondern das sieht wie ein Fehler in der ZF aus. Ich kenne zwar das Gerät nicht, aber ich habe gerade mal im RM.org nachgeschaut. Die ZF hat zwei Keramikkompaktfilter im Eingang. Die altern recht gern und laufen weg. Am Besten alle beide tauschen und danach das Detektorfilter L318 / L321 auf Nulldurchgang abgleichen. Auf jeden Fall stimmen die Abgleichfrequenzen von ZF- und Detektorfilter nicht überein. Deshalb die Flankendemodulation, die falsche Mittenanzeige und die schwache Feldstärke.
Viele Grüße

Wolfram

"... Bei uns tut jeder, was er kann. Aber nicht jeder kann, was er tut. ..."
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#16
Hallo Wolfram, das ist ein sehr guter Hinweis. HF-Technik ist für mich ein Buch mit siebenhundertsiebenundsiebzig Siegeln Sad
Aber zuerst kümmere ich mich um die Stromversorgung und den Abgleich der Endstufen.
Vorm Abgleich der Endstufen sollte man die Netzteilspannung abgleichen, da aber bekanntlich einige Elkos zum Auslauf neigen, habe ich mir die Netzteil-Platte zuerst vorgenommen.
Wenn dieser Bereich abgesichert ist, die Endstufen ihre Vorsicherungen erhalten haben und abgeglichen sind, dann mache ich mit dem Zählerbaustein weiter...
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#17
Nach Abgleich der Endstufen habe ich mir die Netzteilplatte vorgenommen. Die dicken Becherelkos sind alle noch OK und bleiben drin. Die roten Roedersteins sind allesamt hinüber - statt 10µF liegen alle um 30µF und von vieren sind drei oben undicht. Jetzt stecken Jamicons drin.

Für den Ausfall der Frequenzanzeige war das Relais auf der Netzteilplatte verantwortlich. Es schaltet zwei Versorgungsspannungen auf die Anzeige, wenn AM oder FM aktiviert sind. Sonst schaltet es den Zähler ab. Einer der beiden Wechselkontakte schaltet nicht mehr durch.
Leider ließ sich das Relais nicht öffnen, also musste ein Ersatz her. Pinkompatible Relais braucht man garnicht mehr zu suchen - außer man findet mal ein NOS-Exemplar.
   
Nun verrichtet ein Standard-12V-Relais 2xUM auf einer Adapter-Lochrasterplatine diese Arbeit. Zusätzlich habe ich noch die fehlende Freilaufdiode nachgerüstet, was bei diesen Geräten eine obligatorische Arbeit ist.
Die Anzeige arbeitet wieder in allen Betriebsarten korrekt. Lediglich die Status-LED am Taster für die Umschaltung auf Kanal-Anzeige bleibt immer an und das Gerät geht beim Einschalten auch in diesen Modus, was eigentlich nicht sein soll.
   

Bisher waren die Fehler recht leicht zu finden und zu beseitigen. Bei den Endstufen- und Treiber-Modulen sind nicht so viele Transistoren drauf. Da geht es im Fehlerfall schneller, wenn man diese auslötet und alle prüft. Diese Arbeit ist bei der Generalüberholung ohnehin empfehlenswert, da viele Transistoren im Signalweg im Laufe ihrer Betriebsstunden ihre Verstärkung einbüßen. Teilweise hatte ich Endtransistoren mit einem ß von unter 20. Die neuen liegen alle so bei 90 aufwärts - je nachdem.
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#18
Die ersten Module sind inzwischen überarbeitet - ich auch Wink - hab zur Zeit keine Motivation den Lötkolben zu schwingen.
Außerdem brauche ich noch Folienkondensatoren: 1µF 2,2µF 4,7µF - alles 50V oder 63V - unglaublich, dass die so schwer zu beschaffen sind - bzw. sauteuer...
für 4,7µF ist iehgäy jedenfalls keine Alternative.
Lieber würde ich wieder mal ein Röhrenradio bearbeiten - aber ich habe mir vorgenommen, keine weiteren Baustellen anzufangen, ehe die bestehenden nicht abgearbeitet sind...
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#19
(10.06.2015, 10:57)Siemens78 schrieb: Hallo Dietmar. Der Ruhestrompoti ist auch abgeraucht. Da hat's die hochohmigere Hälfte vom Schleifer aus gesehen, weggebraten.
Ich werde dort verkapselte Piher PT 10 einbauen.
Im Saba-Forum wird von einigen Ausfällen, verursacht durch defekte Potis, berichtet.
Die Treiber-Bausteine muss ich auch genauer inspizieren. Vielleicht sollte man überlegen, einen Widerstand parallel zum Poti zu schalten, um den Ruhestrom im Falle eines Versagens des Potis zu begrenzen. Das werde ich durch Messungen ermitteln. Also erst den Ruhestrom einstellen, dann das Poti nochmal auslöten, den Widerstandswert messen und einen doppelt so großen Widerstand parallel-schalten... oder so ähnlich Big Grin

Hallo Daniel,

diese Konstruktion um das Ruhestrom-Poti ist ein waschechter Designfehler! Versagt der Schleifer steigt der Ruhestrom bis zur Zerstörung, so etwas nenne ich eine Harakiri-Schaltung. Besser ist es die Basis des Transistors über den Trimmer zu legen, und den Trimmer zwischen Basis und Emitter. Das ist failsafe, versagt der Trimmer sinkt der Ruhestrom.

Vorsicht auch bei Leistungstransistoren von Rei***lt! Die kaufen gerne Noname-Ware ein, diese Transistoren funktionieren bei Schwachlast aber versagen wenn sie die im Datenblatt zugesicherten Werte liefern sollen. Auch echte Fakes gibt, täuschend echt nachgelaserte Bezeichnung namhafter Markenware; im Gehäuse dann ein winziger Die der bei Belastung versagt. Nachbauten wie von Wingshing oder anderen genießen auch nicht den besten Ruf.
Mal nach Rei***lt Fakes googeln.

Gruß,
Eric
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#20
Inzwischen ist das Gerät wieder probeweise zusammengesteckt. Der Zähler funktioniert wieder und bisher ist nichts abgeraucht. Als nächstes folgt ein Test mit Lautprechern und Antenne auf UKW.
Dann werde ich die beiden dicken Gleichrichter auslöten und stattdessen jeweils eine Lochrasterkarte mit einem neuen GR und Vorsicherung einbauen. Damit kann die Endstufe nicht mehr das ganze Gerät in den Tod reißen.
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