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Ungewöhnliche CRT
#1
Hallo zusammen,

hier möchte ich ein paar ungewöhnliche Bildröhren vorstellen, die sich bei mir herumtreiben.
Anfangen möchte ich mit den wohl ersten echten (röhrenbasierten!) Flachbildschirmen, basierend auf einer Sinclair-Idee (der mit den BASIC-Homecomputern ZX80, ZX81 und Spectrum).
Die Idee ist, den Elektronenstrahl nicht wie üblich von hinten auf die Leuchtschicht auftreffen zu lassen, sondern von vorne auf eine gekrümmte Leuchtschicht, durch ein seitlich der Leuchtschicht angeordnetes System.
Das hier gezeigte Exemplar habe ich dieser Tage in einer Videowechselsprechanlage im Elektronikschrott gefunden.

   
Eingebaut in der Wechselsprechanlage. Man erkennt das seitlich angeordnete System. Der kleine Metallkasten unten im Bild beinhaltet die "Hochspannungserzeugung".

   
Details der Ablenkspulen und des Systems.

   
Die Bildröhre ausgebaut. Der Glaskolben besteht aus drei, miteinander verklebten Teilen. Gut erkennbar die weiße Leuchtschicht, natürlich monochrom.
Das Raster im Hintergrund ist 5mm.

   
Nochmals Details der Elektronenkanone und der Ablenkspulen. Die bis zum Konus anliegende Spule ist die horizontale Ablenkspule, die um den Ferritkern gewickelte die vertikale Ablenkspule.

   
Die Rückseite der Bildröhre.

   
Die Bildröhre seitlich. Man erkennt gut die Krümmung des Leuchtschirmes und wie der Elektronenstrahl dort auftrifft, ebenso wie der aus Teilen zusammengesetzte Glaskolben. Auf die Graphitzunge gehe ich im nächsten Bild ein.

   
Blick in Richtung System. Man erkennt gut die Klebestellen der Glasteile und den innerhalb der Röhre aufgetragenen Graphitbelag des Aquadag für die Nachbeschleunigungsspannung, der offensichtlich mit einem Pinsel aufgetragen wurde. Links ist der im Glas eingelassene Anodenanschluss für die Nachbeschleunigungsspannung zu sehen.
Die Graphitzunge links kontaktiert meiner Meinung einen (nicht sichtbaren) leitfähigen Belag innerhalb des Glaskolbens, der die durch den auf den Leuchtschirm auftreffenden Elektronenstrahl entstehende Ladung abtransportiert -- ganz sicher bin ich mir aber nicht.

Gruß,
Eric
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#2
Vielen Dank für Deinen interessanten Beitrag, Eric Smile

So eine Bildröhre hab ich noch nie gesehen. Ich wußte nicht mal, daß es sowas gibt.

Beste Grüße, von Peter

Edit: Ich kenne aber Sinclair~ZX~Spectrum, damit haben wir in den 1980ern gespielt, über Fernseh~Bildschirm.
~~~~~ DE - MV  /  Connected ~~~~~
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#3
Solche Bildröhren wurden auch bei SONY in den Taschenfernsehgeräten "VOYAGER watchman" verwendet. Siehe auch: http://www.taschenfernseher.de/roehre.htm
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#4
Ich glaube ich kenne sogar das Türtelefon, wo die Röhre drin war.
Das hatten die damals auch beim Arbeitgeber meines Vaters im Einsatz.
Ich hatte mich seinerzeit gefragt, wie das wohl funktioniert mit der Bilddarstellung.
Interessant wäre, daraus etwas zu bauen...
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#5
Hallo Daniel,

das Schlachtgerät, aus dem ich die Röhre hatte, kann nicht sehr alt sein. Ich konnte es aber nicht datieren. Diese Flachröhren wurden in einigen Türwechselsprechanlagen verbaut.
Ja, daraus etwas zu machen, als Sichtröhre irgendwo einzubauen, habe ich auch schon gedacht. Allerdings glaube ich nicht, dass die Röhre auf eine lange Lebensdauer ausgelegt ist. Und ob das Ding überhaupt noch funktioniert habe ich auch noch nicht getestet...

Gruß,
Eric
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#6
Wie das so ist, mit den Sachen, die man aufhebt, weil sie einem zu schade sind, aber eigentlich keinen Verwendungszweck dafür hat.

Heute ist mir ein Tektronix 545 (kein A oder B) zugelaufen. Demnach was ich im Netz herausfinden konnte, müsste das Teil Mitte/Ende der 50er Jahre hergestellt worden sein.
Auf dem Gehäuse klebt noch ein Inventarschild vom SWF und ein Geräteprüfstempel vom SWF 1984 war auch noch drauf. Da kamen sentimentale Gefühle in mir auf:
Mein Vater hat von 1977 bis 2012 beim SWF/SWR in Kaiserslautern gearbeitet. Ich habe die ersten zwei Jahre meines Lebens in dem Haus gewohnt und hatte - bis zum Totalumbau 2009/2010 - immer das Gefühl nach Hause zu kommen wenn ich im "Funk" war. Das war besonders dadurch bedingt, dass ich sehr oft - Jahre lang sogar einmal die Woche - dort sein durfte und das "Machen" von Radio hinter den Kulissen kennenlernen konnte. Auch auf dort verwendeten Privatgeräten klebten diese Prüfaufkleber drauf.
Der Aufkleber auf dem Tek ist einfach abgefallen - ich werde ihn aufheben und in meinen "Schmöker-Ordner" einpflegen...
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#7
Hallo Forum,

ein kurzer Nachtrag:


.pdf   Electronics-1955-02.pdf (Größe: 318,99 KB / Downloads: 46)

Die sind sogar noch eleganter als die Sinclair-Variante, bei der der Bildschirm ja eigentlich nur geneigt ist.

Viele Grüße

Wolfgang
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#8
diese bildschirme haben wir in unserem Türtelefon eingebaut. Diese sind vom hersteller Golmar. Aber ich glaube auch Alcatel hat diese variante verbaut.
Die anlage ist nicht so alt. Das haus hat erst so um die 5 jahre, und laut anleitung soll es eine anlage mit farb bildschirm geben. Ob es da auch eine röhre ist kann ich nicht sagen.
Aber eins steht schon mal fest. Die gehen sehr schnell ein. Das bild ist fast augenblicklich vorhanden. Also nicht lange anheizen bis was kommt.
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#9
(23.12.2018, 06:51)Rumgucker schrieb: Hallo Forum,

Die sind sogar noch eleganter als die Sinclair-Variante, bei der der Bildschirm ja eigentlich nur geneigt ist.

Hallo Wolfgang,

Danke für das PDF das kannte ich noch nicht. Die Frage ist warum wurde diese Lösung nicht weiter entwickelt und gebaut?

- Zu teuer?
- Ansteuerung zu aufwendig?
- Patent wurde aufgekauft und weggeschlossen? (Von einem Hersteller konventioneller Bildröhren)

Auf jeden Fall eine Interessante Lösung!
Viele Grüße
Semir
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"Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer der wußte das nicht, und hat es gemacht."
(Prof. Hilbert Meyer, Uni Oldenburg)
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#10
hallo Semir,
diese Technik ist zweckgebunden. Wenn du es mal mit einem Testbildgenerator fütterst wirst du merken daß das "Ei mit Dellen" nicht dazu zu überreden ist ein Kreis zu werden.
Um vor die Haustüre zu gucken wer da klingelt ist das egal, dann sinds eben Eierköpfe :-)
Aber zum Fernsehen und für anspruchsvollere Bilder gehts so leider nicht.
Es gab eine anspruchsvollere Variante in der Messtechnik, da wurde eine normale Bildröhre einfach mit dem Schirm nach oben eingebaut und im Klappdeckel darüber ein Winkelspiegel untergebracht (Oszi)
lG Martin
wenn die Welt untergeht sieht man es zuerst auf dem Oszilloskop
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