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Nachbau des Hochleistungs-Detektorempfängers mit drei Spulen
#21
Jean,
Litze ist natürlich immer besser, da sie durch den Skineffekt eine größere Oberfläche für die Hf bietet. Aber hier dürfte der Unterschied in der Güte nicht der Brüller sein.
Was ich an dem ganzen Projekt nicht verstehe, ist vor allem der Name "Hochleistungsempfänger". Ein Detektor ohne jegliche Verstärkung ist dermassen unempfindlich, es ist eben schon immer nur ein "Ortsempfänger" gewesen und nur für große Feldstärken geeignet. Besonders heutzutage mit dem Sendersterben, bzw. der "Verschlankung" der Sendeleistungen ist mit solchen Geräten nicht mehr viel zu machen. Früher waren Sender mit 150KW die Regel, einige MW- Sender hatten sogar 450KW! Heute ist höchstens in Sichtweite des Sendemastes oder in Verbindung mit einem Heimsenderlein noch was Vernünftiges rauszukriegen. Ein Rückkoppelaudion bringt da um Welten bessere Ergebnisse, sowohl in Empfindlichkeit als auch in der Trennschärfe! Wolfgang ist da ja der Spezi auf diesem Gebiet.
Die Physik läßt sich nun einmal nicht austricksen. Wenn die HF- Feldstärke am jeweiligen Standort nur wenige µV/m beträgt, dann können bei 70%iger Modulation nur höchstens die Hälfte der verhungerten HF- µV nach der Diode als NF am Kopfhörer anliegen. Und wie hoch der Strom ist, den diese, jetzt NF- µV durch einen hochohmigen 2KOhm- Hörer treiben können, um dessen Blechmembran zum Arbeiten zu zwingen, das kann sich jeder bestimmt vorstellen. Vor allem sollte man nicht auf den Kondensator parallel zum Hörer verzichten, der ja mit der Kopfhörerimpedanz eine komplexe Last (RC- Glied) für den Detektor bildet.
In ihm wird Energie während der Sperrphase der Diode gespeichert, sodaß die geglättete Hüllkurve (die NF) voll an der Hörerspule wirken kann.
Viele Grüße

Wolfram

"... Bei uns tut jeder, was er kann. Aber nicht jeder kann, was er tut. ..."
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#22
Hallo Wolfram,

Du weisst ja, ich verstehe nichts von der Theorie, aber das war der lauteste Detektor, den ich je hatte, bei zwei Sendern ging sogar über einen Übertager leise, aber verständliche Lautsprecherwiedergabe. Und das in meinem Bastelraum, der kaum Handyempfang hat und nur mit ein paar Metern Draht als Antenne.

Viele Grüsse,
Jean
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#23
Jean,
Handyempfang findet bei Frequenzen von 800 bis 1900MHz statt, AM- Empfang fängt bei 0,12MHz (LW) bis 30MHz (KW) statt. Je höher die Frequenz, desto stärker nähert sich das Ausbreitungsverhalten der Funkwellen den Eigenschaften des Lichtes an. Längstwellen (20KHz) dringen sogar in das Wasser der Meere ein (U- Boot- Funkverkehr), bei TV- Satellitensignalen (10- bis 12 GHz) reicht oft schon eine normale Fensterglasscheibe, um dem Empfang das Lichtlein auszublasen.
Du kannst in Deiner Höhle durchaus eine hohe Feldstärke von einem oder mehreren MW- Sendern reinkriegen. Repräsentativ messen könntest Du das aber nur mit einem kalibriertem Meßempfänger.
Viele Grüße

Wolfram

"... Bei uns tut jeder, was er kann. Aber nicht jeder kann, was er tut. ..."
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#24
Scotty, dass was Du da schreibst, ist zwar (leider) richtig, sieht aber in der Realität anders aus. Mit einem 10kOhm Prüfkopfhörer der grauen Post bekomme ich an meinem Zweikreiser Nachts ungefähr 20 Sender rein. Die stehen nicht am Horizont, sondern in Luxenburg, England und Frankreich. Da geht also noch was. Klar, die lautstärke kann keinen Saal beschallen, aber es ist gut verständlich.
Viele Grüße, Mark

Radioten aller Länder, vereinigt euch!
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#25
Mark,
in der Realität sieht es auch nicht anders aus, als in der Theorie. Ein Detektor ohne jegliche Verstärkung, mit wieviel Kreisen auch immer, kann nur soviel HF- Leistung in NF- Leistung umsetzen, wie ihm als HF- Spannung zwischen Antenne und Erde an einem Schwingkreis (Lastkreis) mit einer durch die Größe der Bauelemente bestimmten Impedanz angeboten wird.
Wenn Du durch gute Empfangsbedingungen viele ferne Sender kriegst, dann ist die Empfangsfeldstärke und auch Deine Empfangseinrichtung (Antenne,
Erde, usw.), bei Dir eben sehr gut, da kannst Du Dich glücklich schätzen!
Im theoretischen Idealfall, wenn der Wirkungsgrad (Leistungsübertragungsverhalten) gegen 1 geht, dann kann maximal das rauskommen, was reingeht. In Wirklichkeit ist der Wirkungsgrad aber viel, viel niedriger.
Solltest Du der Meinung sein, daß bei einem Gerät von Dir mehr rauskommt als hineingeht, dann solltest Du möglichst schnell zum Patentamt rennen, denn dann hättest Du ein schmuckes Perpetuum Mobile erfunden, was für dich richtig Kohle bringen könnte!!Big Grin
Viele Grüße

Wolfram

"... Bei uns tut jeder, was er kann. Aber nicht jeder kann, was er tut. ..."
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#26
Klar, was denkst Du wie ich mein Zimmer beheize Smiley58
Viele Grüße, Mark

Radioten aller Länder, vereinigt euch!
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#27
Gute Antwort, Mark Wink
Vor allem: Gute Erklärungen, Scotty!
Gruß,
Uli
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#28
Ja, Wolfram kann sehr gut erklären!
Viele Grüße, Mark

Radioten aller Länder, vereinigt euch!
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