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RIAA Entzerrer für Magnetsysteme
#1
Hallo Zusammen,

in 2014 wollte ich meinen alten Tangetial-Plattenspieler LE-5 von JVC wieder in Betrieb nehmen. Doch mein aktueller Verstärker hatte keine "Phono" Eingänge mehr. Also baute ich eine kleine Platine mit einem Stereo Phono Entzerrer in den Plattenspieler ein, um am Ausgang "Line" Pegel zu bekommen womit ein Anschluss an einen "Aux" Eingang des Verstärkers möglich wurde. Hier der Schaltplan:

   
Schaltplan

Das Teil hat einen eigenen Spannungsregler und funktioniert mit Eingangspannungen von 12-20V. Der verwendete Doppel-Operationsverstärker NE5532 ist ein rauscharmer Typ der für diese Art von Anwendung gebaut wurde.

   
Bestückungsplan

Für Mono ist folgendes zu ändern:

- R1, R3, R8, R9 durch Drahtbrüche ersetzen.
- C1, C3, C7, C8, C12, C18, R5, R13 entfallen Ersatzlos.

In diesem Fall ist das Abtastssytem an Pin 1 und 2 des Eingangs SV2 anzuschließen. Der Ausgang ist Pin 3 und 4 von SV1

Die Platine kann in existierende Plattenspieler eingebaut werden. Die Stromversorgung kann meist irgendwo im Gerät "angezapft" werden. Alternativ kann in einem Röhrengerät die Heizspannung mit einer Greinacherschaltung verdoppelt und das Platinchen damit versorgt werden. Die Eingänge sind recht empfindlich und sollten von Wechselstrom führenden Leitungen ferngehalten werden, sonst kommt es zu Brummeinstreuungen. Die Eagle Daten kann ich bei Bedarf per PN zur Verfügung stellen.
Viele Grüße
Semir
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"Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer der wußte das nicht, und hat es gemacht."
(Prof. Hilbert Meyer, Uni Oldenburg)
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#2
Recht vielen dank für die schnelle Hilfe. Muss dann erst einmal die Teile bestellen, habe leider nur die von RFT z.B. den B2761, der ebenfalls für diese Anwendung entwickelt wurde, aber anders belegt ist.

Ja die eagle Dateien würde ich gerne nehmen, ich schicke dir mal meine E-Mail Adresse per PN.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#3
(24.03.2016, 01:31)Semir schrieb: - C1, C3, C7, C6, C12, C18, R5, R13 entfallen Ersatzlos.
Big Grin

Schöne Schaltung, wie immer von Dir sehr sauber aufgebaut!
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#4
(24.03.2016, 18:35)tcfkat schrieb:
(24.03.2016, 01:31)Semir schrieb: - C1, C3, C7, C6, C12, C18, R5, R13 entfallen Ersatzlos.
Big Grin

Schöne Schaltung, wie immer von Dir sehr sauber aufgebaut!

Hi Eric,

Da hast Du recht der C6 entfällt nicht C8. Na gut gestern war es mal wieder spät eventuell war auch der Rotwein schuld da kann man schon mal eine 6 mit einer 8 verwechseln... Wink
Viele Grüße
Semir
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#5
Danke für deine Unterlagen. Wenn ich die Teile zusammen habe zeige ich hier die fertige Schaltung.
Bin schon gespannt wie ein Flitzebogen. Smile
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#6
Hallo Frank,

wie Du die Greinacher dimensionierst weißt Du? Als Dioden Schottky 1N5819, als Elko 1000µF/35V.
Einspeisung von dem Heizungspunkt, der nicht auf Masse liegt. Ein bisschen mit der Masseführung aufpassen, sonst streut eventuell der Brumm (hervorgerufen durch den Massepunkt der Heizung irgendwo im Gerät) in das Signal ein.
Vielleicht mache ich noch eine Skizze, später.


Gruß,
Eric
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#7
Danke Eric, für die Angaben zu den Dioden und C´s .

Hier mal kurz meine mit Hand gezeichnete Platine, leider nicht so schön mit meinen zittrigen Händen. Sollte aber so passen. Die Verdoppler- Schaltung habe ich auch gleich mit drauf.

Frage, warum muss ich die Widerstände  R1, R3, R8, R9 durch Drahtbrüche ersetzen ?
ist das damit die Eingänge des OP nicht offen sind ?

Und welche Kondensatoren, 100nf, sind besser Keramische Scheiben oder Wickel.

   
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#8
Hallo Frank,

Die Drahtbrücken sind so gewählt, dass der (-) Eingang des einen OP Amp Kanals mit dem Ausgang verbunden ist und der (+) Eingang ein festes Potential hat. Wenn die Eingänge offen sind würde der OP Amp wegen seiner hohen Leerlaufverstärkung unkontrolliert schwingen oder Brummeinstreuungen aufnehmen die dann den anderen Kanal stören würden.

Bei den Kondensatoren mache ich in der Regel Keramische an die Stellen wo Betriebsspannungen abgeblockt werden sollen und Folie dort wo NF Signale durch die Kondensatoren gehen. Letztere im Signalweg deswegen, weil Sie in der Regel niedrigere Toleranzen haben und linearer arbeiten. In dieser Schaltung ist das aber nicht so kritisch Da Mono, nimm einfach was Du da hast. Kleine Abweichungen des Frequenzgangs sind bei Mono nicht so kritisch, da es nur ein Kanal ist.

Viel Erfolg!
Viele Grüße
Semir
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(Prof. Hilbert Meyer, Uni Oldenburg)
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#9
Hallo Frank,

halte die Platine vor der Bestückung mal gegen eine starke Lampe. So kannst Du leicht sehen ob zwischen den Leiterbahnen noch versteckte Brücken sind, oder umgekehrt Leiterbahnen durch winzige Haarrisse unterbrochen sind.
Solche Ätzpannen nach der Bestückung zu finden ist deutlich schwieriger.

Gruß,
Eric
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#10
Ja Eric, habe ich schon alles durchleuchtet Smile
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#11
So hier der erste Versuch und ging erstmal auf anhieb.
Derzeit ein Test mit einer 9Volt Blockbatterie.
Leider warte ich immer noch auf den Spannungsregler von dem " C " Versandhaus, alles andere war schnell da.
Jetzt muss ich noch was gegen die Brummeinstreuung machen.
Muss ich da Eisenblech nehmen oder geht auch Cu Leiterplattenmaterial.

Der Klang könnte etwas besser sein, klingt ein wenig " hohl " so Bässe sind aber da, dazwischen scheint was zu fehlen.
Kann man das jetzt in der Schaltung etwas korrigieren? Durch Änderung von Kondensatoren Werten ?

   

   
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#12
Ähm, ja habe mir einen jämmerlichen Fehler selbst eingebaut. Der Klang war ja nicht berauschend, es fehlten einige Tonhöhen im mittleren Bereich.
Habe doch tatsächlich nicht richtig auf den Plan geschaut. Da muß an den Eingang zur Masse ein 100pf Kondensator rein.
Ich habe dort einen 100nf eingebastelt.
Jetzt ist der Klang sehr gut für den alten Sachsenklang.

   
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#13
Hallo Frank,

wo sind denn die Dioden vom Verdopper, von der Lötseite weil zu nahe an den Elkos?

Gruß,
Eric
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#14
Eric, steht oben , die Stromversorgung ist noch nicht aufgebaut, da mir noch der 7809 fehlt. Smile
Der erfolgreiche Test läuft mit einer 9 Volt Blockzelle.
Die beiden Elkos 1000µf sind schon drauf.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#15
Hallo Frank,

sieht super aus! Es freut mich, dass es gleich funktioniert hat. Das Brummen könnte aus verschiedenen Gründen zustande kommen. Wie ist denn das Kabel zum Abtastsystem ausgeführt? ist das eine abgeschirmte koaxiale Leitung? oder nur zwei Drähte? Eine andere Quelle können Magnetfelder des Netztrafos sein die in das (magnetische) Abtastsystem einstrahlen. Da vorher ein Kristallsystem verbaut war das nicht auf Magnetfelder reagiert und keine so hohe Eingangsempfindlichkeit erfordert wäre das auch eine Möglichkeit. Hier würde nur ein MU Blech zwischen dem Netztrafo und dem Abtastsystem helfen.
Viele Grüße
Semir
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#16
Es sind schon abgeschirmte Kabel dran.
Ich vermute auch, das der riesen Trafo dort einstreut. Ziehe ich den Verstärker ab, ist auch Ruhe.
Morgen werde ich den Verstärker mal zum Plattenspieler verlegen und dann mit einem abgeschirmten Diodenkabel den Verstärker anschließen.
Zur Not kommt eben ein kleiner Printtrafo zur Stromversorgung zum Einsatz, dann spare ich mir das Experimentieren mit der verdoppelt Schaltung.

Naja Leiterplattenprofi werde ich nicht werden. Das ist mir zu aufwendig, da alles anzuschaffen.
Eine Vorlage reicht mir da schon zu.

Ich Danke dir, Semir, für Dir vorbildliche uneigennützige Hilfe.
Allein hätte ich es nicht auf die Reihe bekommen.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#17
Hallo Frank,

Deine gemalte Platine funktioniert doch, prima!
Womit malst Du denn, ich nehme dafür wasserfeste Filzstifte?
Das Ätzmittel darf nur nicht zu warm sein!
Viele Grüße aus Loccum, Wolfgang

Wer niemals fragt, bekommt nicht einmal ein Nein zur Antwort.

In Memorandum 2018
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#18
Ich male mit einen einfachen Schulpinsel.
Mir Wasserfesten Faserstiften bin ich schon mal richtig auf die Fr.... gefallen, nie wieder alle mühe war umsonst.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#19
Habe mal auf die schnelle alles umgebaut. Den Vorverstärker an den Plattenspieler geschraubt und das Tonarmkabel direkt an die Platine gelötet. Den Ausgang dann an den Verstärker.
Also, diese Schaltung arbeitet sehr gut, aber verträgt keine langen Eingangsleitungen.
Jetzt habe ich nur noch ein sehr leise Brummen in 50 und 100 Hz. Aber hört man nur am Ende der Platte, wenn die Musik aus ist und der Plattenspieler kurz vor dem Ausschalten ist.
Naja ist eben röhre und kein Hifi Gerät. Ich werde jetzt noch ein wenig die Kabel optimieren und dann die Stromversorgung mit einem Printtrafo aufbauen.
Leider warte ich immer noch auf meinen 7809, dann kann es weitergehen.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#20
(12.04.2016, 20:21)Morningstar schrieb: Leider warte ich immer noch auf meinen 7809, dann kann es weitergehen.

Hallo Frank,

Du kannst auch einen 7805 nehmen und die Referenzspannung an der mittleren Anzapfung mittels 3-4 x 1N4007 anheben. Dann stellen sich auch ca. 9 V ein. Die 7805 findest Du auch in alten Computerteilen für die USB Versorgung.
Viele Grüße

Franz Bernhard

... und die Radios laufen nicht weg!

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