Themabewertung:
  • 1 Bewertung(en) - 5 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Tonnadeln
#61
Hallo,

mal eine Frage zu Nadeln speziell für die alten "Freischwinger Magnetsysteme" wie beim E250a und Konsorten.
Sind das normale Grammophonnadel, die es im 100er Pack zu kaufen gibt, oder sind die wieder speziell?
Schönen Gruß
Martin

~ Plattenspieler-Schrauber ~
Zitieren
#62
Hallo Martin,

ja, das sind normale Grammofonnadeln. Bitte achte auf Folgendes: Es gibt von diesen Nadeln 3 Ausführungen Laut, mittel und leise. Nur die Nadeln für leise Wiedergabe soll man verwenden. Bei den elektromagnetischen Systemen führt das sonst zu Beschädigungen. Auch schön den Nadelwechsel nach einer Platte beachten. Sonst leiden die Platten.

Ich hoffe, dass der Anton das liest, er ist der Schallplattenfachmann und weiß meist noch etwas mehr.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
Zitieren
#63
Hallo Andreas

und Danke schon mal für die Infos.

(27.05.2016, 18:14)Andreas_P schrieb: Es gibt von diesen Nadeln 3 Ausführungen Laut, mittel und leise. Nur die Nadeln für leise Wiedergabe soll man verwenden. Bei den elektromagnetischen Systemen führt das sonst zu Beschädigungen.

Da habe ich bisher keine Ahnung von und wundere mich über die Lautstärkeangaben.
Bisher ging ich davon aus, dass es sich schlicht um Stahlnadeln handelt.
Da frage ich mich, wie man da zu unterschiedlichen Lautstärken kommen kann.
Und was da beschädigt werden kann, wäre auch interessant zu wissen.

Ich habe gerade mal danach gesucht und habe auch "sehr laut" und "sehr leise" noch gefunden.
Auf den Bildern sieht es nach unterschiedlichen Gewichten der Nadeln aus - mehr Masse, stärkeres Schwingen, also lauter.
Das zu starke Schwingen könnte dann auch Beschädgungen zur Folge haben - wäre jetzt mal eine Erklärung.

(27.05.2016, 18:14)Andreas_P schrieb: Ich hoffe, dass der Anton das liest, er ist der Schallplattenfachmann und weiß meist noch etwas mehr.
Ja , der Anton... was der nicht weiß, weiß keiner. Thumbs_up

Jetzt muss ich meine Sammlung erstmal um ein Gerät erweitern, dass diese Nadeln benötigt - noch habe ich keines, aber wohl Morgen. Big Grin
Schönen Gruß
Martin

~ Plattenspieler-Schrauber ~
Zitieren
#64
Nein, die 20mg Unterschied am Nadelgewicht machen bei Auflagegewichten von 200g wohl nicht sehr viel aus^^
Wichtiger ist, daß die leien Nadeln dünner sind = flexibler. Die lauten sind dick und sehr starr, die geben die Auslenkung 100% an das System weiter. Die leisen federn einiges weg.
Ich nutze NUR leise Nadeln, schlicht, weil meine Grammophone mit lauten Nadeln unerträglich laut "kreischen". Daß die Magnetsysteme beschädigen können war mir bisher unbekannt.
Gruß,
Uli
Zitieren
#65
Hi Uli,

(27.05.2016, 21:34)Uli schrieb: Nein, die 20mg Unterschied am Nadelgewicht machen bei Auflagegewichten von 200g wohl nicht sehr viel aus^^
Wichtiger ist, daß die leien Nadeln dünner sind = flexibler. Die lauten sind dick und sehr starr, die geben die Auslenkung 100% an das System weiter. Die leisen federn einiges weg.[...]

bei mir handelt es sich nicht um ein Grammofon, sondern ein Dual-Plattenspielerlaufwerk.
Die Auflagekraft ist da mit "nur" 500mN, entsprechend 50g, also vergleichsweise "plattenschonend" Big Grin angegeben.
Ich sagte ja mehr Masse, stärkeres Schwingen (am System natürlich, nicht an der Nadel). Damit zielte ich eigentlich auf die Steifigkeit, nicht auf das Gewicht ab. Kam aber offensichtlich (und zurecht, wie ich beim erneuten lesen festgestellt habe Wink ) nicht klar genug an.
Du hast schon recht, das mehr "Dicke" macht die Nadel natürlich steifer, womit die Schwingungen direkter und stärker an das System weitergereicht werden.
Schönen Gruß
Martin

~ Plattenspieler-Schrauber ~
Zitieren
#66
Hallo Martin,

der Uli hat das sehr schön erklärt. Stimmt haargenau!

Wenn man nun die dicken, steifen Nadeln nimmt bekomt das Freischwinger-System im Tonkopf zu große Schwingungen. Diese Systeme sind sehr aufwändig einzustellen. Nämlich genauso wie ein Freischwinger-Lautsprecher vom z. B. Volksempfänger. Ich habe das schon einige male gemacht. Die Tonnadelaufnahme endet in einem Blechstreifen, der sich zwischen 2 Pole des Magneten bewegt. Dieser ist so justiert, dass zwischen den beiden Polen maximal ein Stück Papier paßt, aber es ist Luft dazwischen. So werden die Schallwellen induktiv auf die Spule übertragen. Die Wiedergabe bei einem sauber justierten Tonkopf ist recht akzeptabel.

Nun nimmt man eine Tonnadel "extra laut". Durch die starken Schwingungen, kann es passieren, dass der Metallstreifen (Anker) bei gewissen Stellen der Darbietung so in Schwingungen versetzt wird, dass die Wiedergabe plötzlich laut, aber völlig verzerrt kommt. Eine noch blödere Sache wäre es, wenn sich durch die kräftige Schwingung die Justierung ändert und sich die Pole mit dem Anker dauerhaft berühren.

Wenn jetzt Dein Plattenspieler kommt, dann wirst Du sofort hören, ob das System gut justiert ist. Ist der Ton gut und unverzerrt hörbar ist alles gut. Meist aber sind die Gummilager des Ankers bereits porös. Dann ist die besagte Einstellung nicht mehr vorhanden und man muss meist diese kleinen Lager irgendwie anfertigen und ersetzen. Auch kann sich vor die Pole metallischer Abrieb gesetzt haben. Dann ist die Wiedergabe auch nicht in Ordnung. Also, hoffen wir erst mal für Dich das Beste.

Ich habe aus diesem Grund diese Plattenspieler aus meiner Sammlung verbannt. Ich habe nur einen 30er jahre Brotkasten. Dort wurde mal (nicht von mir) ein 50 er Jahre Dual-Plattenspieler montiert. So kann ich 78 er Platten hören und die Tonnadel wird uralt.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
Zitieren
#67
Na bitte, Ihr braucht micht doch gar nicht mehr und habt schon Alles geschrieben  Wink

Ich habe schon noch etliche Plattenspieler mit Magnettonabnehmer auf Grammophonbasis quasi, eben mit schwerem Tonarm und Stahlnadeln betrieben, in meiner Sammlung. Für diese Geräte gab es damals spezielle Nadeln für Elektro-Tonabnehmer, oder auch Pick-Up genannt. Die sind meist etwas kürzer und dünner (aus von Uli beschriebenen Gründen).

So z. Bsp. sehen die Dosen aus (gabs natürlich von vielen Herstellern und in div. Gebinden):

   

Die Dosen auf dem Bild, natürlich mit Nadeln gibt es auch noch zu kaufen, vermutlich aus alten Lagerbeständen:

http://www.schellack-plattenshop.net/de/...t-gefuellt

Der Preis ist absolut annehmbar für 200 Nadeln und auch die anderen Nadeln in dem Shop werden zu fairen Preisen angeboten.
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
Zitieren
#68
Danke Anton, sind bestellt...
Schönen Gruß
Martin

~ Plattenspieler-Schrauber ~
Zitieren


Gehe zu: