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Einfache Empfangsschaltung ohne Rückkopplung
#1
Hallo,
es sind ja hier im Forum großenteils Profis aktiv, die mit ihren Restaurationen und Reparaturen zurecht Beifall und Bewunderung genießen.
Doch in einem Bastlerforum sollen auch kleine Basteleien vorgestellt werden. Auch, wenn sie auf Sand (Halbleiter) und nicht mit Vakuum (Röhren) gebaut sind. Smiley26
Also möchte ich eine Empfängerschaltung aus meinen jugendlichen Anfängen nach dem Detektorerlebnis beschreiben. Sie stammt aus dem Radiobastlerbuch von Karl-Heinz Schubert aus dem Jahr 1973 und ich habe sie auch nicht wieder publiziert gesehen.
Diese Schaltung, ein Demodulator mit vorgesetztem zweistufigen HF Verstärker ist an Einfachheit kaum noch zu überbieten, bringt aber überzeugende Trennschärfe und Empfindlichkeit. Smiley20
 
     
 
Und sie funktioniert auf Anhieb, auch wenn andere Transistoren verwendet werden. Durch experimentieren mit den 3 Widerständen kann man die Funktion auf Optimum trimmen.
Eine Besonderheit ist, dass der Schwingkreis und somit der Drehkondensator nicht an Masse liegt und die Schwingkreisspule angezapft ist. Dafür sorgt eine Gleichstromkopplung vom Emitter des zweiten Transistors durch einen Teil der Schwingkreisspule zur Basis des ersten Transistors für stabiles Arbeiten. Ein Hinweis sei hier gestattet: Der Drehko bzw. Schwingkreis darf während des Betriebes auch kurzzeitig oder versehentlich mit der Masse nicht in Verbindung kommen. Das kann zur Zerstörung des zweiten Transistors führen.
Die Beschaltung der beiden Transistoren in dieser Form beschert einen hochohmigen Signaleingang, der bewirkt, dass der Schwingkreis nur wenig bedämpft wird und damit die Trennschärfe überraschend gut ist. Auch reicht es, wenn die Anzapfung der Schwingkreisspule vom kalten Ende höchstens 10 % der Gesamtwindungszahl beträgt.
Die Demodulation erfolgt in üblicher Weise mit Diode. Da die HF verstärkt ankommt kann eine Ganzweggleichrichtung angewandt werden ( zwei Dioden ), was einen deutlichen Lautstärkegewinn bringt.
Dieses Gerät arbeitet überraschend gut. Man könnte sich nun noch überlegen, wie man mit ebenso einfachen Mitteln eine Schwundregelung dafür schafft. Ein Fall für die Experten.
Diese Schaltung ist ausreichend für Ohrhörerbetrieb, besser noch, wenn man einen ein- bis zweistufigen NF Verstärker anhängt. 
So ein kleines Taschengerät bastelte ich in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und damit begleiteten mich im Rinderstall die „Fröhlichen Wellen von Radio Luxemburg“ und die Europawelle Saar im Schmalzbohrer, während die Kühe gemolken wurden. Leider existiert es nicht mehr und die Bastelleidenschaft  wurde für einige Jahrzehnte unterdrückt und musste anderen Pflichten weichen.
 
Doch der Basteltrieb brach wieder durch, als meine Frau mir zu einem runden Geburtstag ein altes Röhrenradio schenkte. …
Irgendwann sollte dann mal ein Eigenbauretroradio werden mit dieser Schaltung und einem Pollin Verstärker für Lautsprecher und Netzteil. Das Gerät wurde fertig und wartet nun seit Jahren auf seinen Einbau in ein Gehäuse mit eigenem Lautsprecher, der noch separat betrieben wird.
Hier mit einer Front noch aus Pappe:
   
   

Hier der besprochene HF Teil:

   

Und nun mit diesem Gerät ein Mittelwellenscan:




Demnächst mit dieser Schaltung ein weiterer Empfänger mit Ledionspulen.

Viele Grüße!

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#2
Na Heiner, an der Optik kannst Du ja noch arbeiten, die Empfangsleistung überzeugt mich aber absolut - wenn man den Aufwand betrachtet erst recht!
Rechts im Bild ist einfach ein NF Verstärker? und links vorne unter der Plastikabdeckung (oder komplett gekapselt, kann ich nicht erkennen) ein kleines Netzteil?
Witzig wäre, wenn Dir einer der Drucker-Besitzer dafür ein kleines "VE-Gehäuse" drucken könnte, da gibts doch sicher Vorlagen?

PS:

(14.02.2017, 00:52)segula schrieb: es sind ja hier im Forum großenteils Profis aktiv, die mit ihren Restaurationen und Reparaturen zurecht Beifall und Bewunderung genießen.
Doch in einem Bastlerforum sollen auch kleine Basteleien vorgestellt werden. Auch, wenn sie auf Sand (Halbleiter) und nicht mit Vakuum (Röhren) gebaut sind. Smiley26

Das macht vielleicht so den Eindruck, weil natürlich die Experten auch die beeindruckendsten Reparaturen, Basteleien und Berichte hin bekommen.
Ich bin auch froh, daß Du etwas vorstellst, das mal nicht besser aussieht, als im Laden gekauft - schöne Abwechslung und macht anderen vielleicht Mut, auch ihre Basteleien zu zeigen?
Unsere "Profis" scheuen sich ja schließlich auch nicht, ihre "Drahtigel" zu zeigen.
Gruß,
Uli
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#3
Hallo Heiner,

also da bin ich echt baff, was diese Schaltung für Sender ran holt. Das Ding ist ja sowas von leistungsfähig. Sehr toll! Danke für's zeigen.
Es grüßt Euch aus Peine
     
     Andreas
Nicht nur die Röhren sollen glühen.
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#4
Du hast recht Uli,
es ist ein NF Verstärker und unter dem Plastikdeckel verbirgt sich ein Netztrafo mit Feinsicherung, einigermaßen berührungssicher.

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#5
Ja kann ich bestätigen, habe früher auch so rumgebastelt.
Das muss ich mir mal für meine Enkel merken.
Damals zu meiner Zeit waren ja Transistoren für mich teuer, wir hatten da genommen was gerade da war. Nicht Optimal, aber es hatte funktioniert.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#6
Hallo Heiner
das ist ein wirklich überzeugend gelungenes Bastelwerk. Um diese Empfangsmöglichkeit beneide ich Dich. Bei mir ist MW breitbandig gestört, sodass auch mit hochwertigem Empfänger Grundig Satellit 3000 nichts zu empfangen ist. War früher nicht so, da hatte ich schon ähnliche Empfänger mit u.ohne Rö. gebastelt . Diese waren und sind in der Ausführung Deinem Konstrukt mechanisch ähnlich. Bin dann auf UKW umgeschwenkt, allerdings sind diese auch nicht im Sinne einiger Beitragsschreiber vorzeigbar.
Gratulation u. Gruß Franz
eh isch misch uffreg isch mirs lieber egal
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#7
Hallo Heiner,

(14.02.2017, 00:52)segula schrieb: Eine Besonderheit ist, dass der Schwingkreis und somit der Drehkondensator nicht an Masse liegt und die Schwingkreisspule angezapft ist. Dafür sorgt eine Gleichstromkopplung vom Emitter des zweiten Transistors durch einen Teil der Schwingkreisspule zur Basis des ersten Transistors für stabiles Arbeiten. Ein Hinweis sei hier gestattet: Der Drehko bzw. Schwingkreis darf während des Betriebes auch kurzzeitig oder versehentlich mit der Masse nicht in Verbindung kommen.
Das Problem mit dem Drehko könnte man relativ einfach lösen, indem man ihn mit Masse statt mit dem kalten Ende der Schwingkreisspule verbindet. HF-mäßig ist er über den 200nF-Kondensator immer noch sicher an Masse, gleichstrommäßg dann auch.

Es ist schon erstaunlich, was ein zweistufiger HF-Verstärker aus einem einfachen Diodendemodulator macht. Das macht Lust, selbst mal wieder in der Richtung zu basteln.

Viele Grüße

Ingo.
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#8
Hallo,

das ist eine spannende Bastelei und führt uns an den Ursprung des Rundfunk zurück.

Den Schubert, ich glaube die erste Ausgabe vom "großen Radiobastelbuch" war mir ein Helfer.

Damals war ein OC 811 und  812 um die 20 Mark/ DDR zu haben. Ich hatte 3 Stück davon, vom damaligen Händler Radio Weiß Thalheim.
Der hatte einen Versandhandlung, ein "C" im kleinen Osten.

Den Den Detektor Empfänger speiste ich mit 2 Rulag Akku DDR.

   

Übrigens finde ich die mit den Ledionspulen spannend.

Leider kann meine Spulenwickelmaschine nur Trafos und Kreuzspulen wickeln.
Wenn Bedarf bestünde, würde ich mir so eine "Häkelmaschine" anschaffen.

Tolle Bastelanregung ich werde berichten.
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#9
Tja Heiner, irgendwie erinnert mich das auch an meine Anfänge mit Transistoren.
Mein erster Empfänger bestand nur aus einer Spule, einer Diode, einem Transistor TF65, einem Elko und einem Widerstand.
Auf einen Drehko konnte ich verzichten, der NDR übertönte in Hannover alle anderen Sender.
Ein sehr leiser Lautsprecherempfang war sogar möglich.
Viele Grüße aus Loccum, Wolfgang

Wer niemals fragt, bekommt nicht einmal ein Nein zur Antwort.

In Memorandum 2018
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#10
Solche Selbstbauprojekte finde ich total spannend. Der Empfang ist super klasse! Von wegen Mittelwelle ist tot. Ich lausche ab und zu mit dem kleinen Mittelwellenradio von Franzis. Okay es war sehr viel einfacher als ein kompletter Selbstbau.
Früher habe ich mit meinem Elektronikbaukasten von Quelle solche Empfänger nach gebaut.

Wenn mein Sohn mal älter ist, darf er sich in der Werkstatt sein eigenes Radio zusammen bauen. Das Interesse ist ja zum Glück schon da.

Habe mir ein Sortiment an TO-92 Transistoren zusammengestellt wie zum Beispiel der BC546B und viele mehr. Falls da mal wer was zum basteln benötigt, gebe ich gerne einzelne Transistoren zum Portopreis ab.

Dem Franz seine Eigenbauprojekte habe ich ja schon live sehen dürfen. Das ist auch erste Sahne.
Grün statt Braun
Gruß aus der Pfalz
Gery



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#11
Hallo,

die Schaltung von Heiner ist schon eine gute Wahl. Durch die Gleichstromgegenkopplung und Verwendung von Si-Transistoren stellen sich  stabile Betriebsbedingungen ein. Die Gesamtverstärkung ist ca. 7000-fach (76,9dB) dadurch ergibt sich eine gute Empfindlichkeit.

Der Eingangswiderstand der Schaltung mit ca. 5kOhm ist nicht sonderlich hoch - eben der normale Eingangswiderstand einer Emitterschaltung. Die hohe Trennschärfe und damit die geringe Bedämpfung des Abstimmkreises ist daher eher auf die Spulenanzapfung zurückzuführen.

Durch die hohe HF-Verstärkung steht auch an den Gleichrichterdioden genügend Amplitude an, um bereits bei recht schwachen Eingangssignalen anzusprechen.

Eine schöne Sache zum Experimentieren.
Freundliche Grüße, Peter R.
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#12
Hallo Heiner,

danke für die Vorstellung Deines kleinen Geradeaus-Empfängers!

Diese Schaltungsvariante mit zweistufiger HF-Verstärkung und nachfolgender Demodulation in Spannungsverdopplerschaltung entspricht der Standardschaltung russischer MW/LW-Taschenradios der siebziger Jahre. Mit den Geräten erreichte man sehr ordentliche Empfangsergebnisse und sie waren kostengünstiger als Superhets -> Bau und Abgleich der ZF-Filter entfielen.

Die Thematik wurde bereits im Zusammenhang mit Franks's russischem Radiobausatz ELEKTRONIK diskutiert.
Grüsse aus Karlsruhe,
Harald
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#13
Hallo und danke für das positive feedback.  
Ja es geht mir um das Vorstellen der Vorzüge dieser Schaltung. Meine praktische Umsetzung muss nicht unbedingt bewertet werden – ich weiß um die Unzulänglichkeiten. Smiley47
Aber eben mit dieser Schaltung will ich noch einen draufsetzen!
Deshalb noch einmal das Schaltbild.:

     
Man achte auf die eingezeichneten Kontakte 1 und 2.
Da ich von früher noch einige Ledion Flachspulen habe, wollte ich doch die Schaltung mal damit aufbauen und mit anderen Wellenbereichen ergänzen.
Zunächst kam ich auf die Idee, die Schwingkreisanordnung durch eine Antennenspule und eine Empfängereingangsspule zu ergänzen. Damit hätte auch der Schwingkreis einen richtigen Massekontakt haben können.
Etwa so:
 
   
 
Allerdings verwarf ich das wieder, weil der Empfänger keine gute Empfindlichkeit aufwies. Sicher wäre es besser, wenn man Kammerspulen mit Kernen verwendet. Der Abgriff muss also direkt aus der Schwingkreisspule erfolgen.
Dazu braucht es aber Spulen mit Anzapfung, die ich in diesem Fall leider nicht habe. Also muss  die Schwingkreisspule aus zwei Einzelspulen zusammengesetzt werden.
 
   
 
 Haben wir früher unsere Detektorempfänger in Seifendosen eingebaut so ist für mich und die Schaltung eine Eiscremepackung standesgemäß.
Hier ein paar Fotos.
   

Hier wieder die Platte mit der Schaltung des zweistufigen HF Verstärkers, anschließend ein zweistufiger NF Verstärker, der dann einen Pollinverstärker ansteuert.
   
Hier noch ein paar Beispiele, wie die "kalten Anzapfspulen" je nach Empfangsfrequenz aussehen können:

   
   

Nichts ist aussagekräftiger, als ein Video. Hier die Wiedergabe der Trennschärfe eines Kurzwellenscans. Es wird der Bereich vom 41m Band bis weit über das 49m Band überstrichen.
 
 
 
Und hier das Highlight der Woche:  Ton an!
 
Es ist Sonntagvormittag – 20 Sekunden vor 11:00 Uhr: also nach 20 Sekunden geht´s los! :-)


 

 
Die Mittelwelle funktioniert auch – nur bei Langwelle kriege ich gar keinen Sender.

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#14
Wau der Empfänger ist ja echt Hammer! Langwelle ist hier ein bisschen ausgestorben. Wir bekommen hier in der Pfalz noch einige wenige Stationen aus Frankreich.

Danke fürs Vorstellen des Empfängers lieber Heiner. Und nicht die Verpackung zählt, der Inhalt macht es Wink
Grün statt Braun
Gruß aus der Pfalz
Gery



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#15
Super Empfang Heiner!
Mann staune, was aus den paar Teillen alles so "rauskommt"!
Viele Grüße aus Loccum, Wolfgang

Wer niemals fragt, bekommt nicht einmal ein Nein zur Antwort.

In Memorandum 2018
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#16
(14.02.2017, 00:52)segula schrieb: Hallo,
es sind ja hier im Forum großenteils Profis aktiv, die mit ihren Restaurationen und Reparaturen zurecht Beifall und Bewunderung genießen.
Doch in einem Bastlerforum sollen auch kleine Basteleien vorgestellt werden. Auch, wenn sie auf Sand (Halbleiter) und nicht mit Vakuum (Röhren) gebaut sind. Smiley26
Also möchte ich eine Empfängerschaltung aus meinen jugendlichen Anfängen nach dem Detektorerlebnis beschreiben. Sie stammt aus dem Radiobastlerbuch von Karl-Heinz Schubert aus dem Jahr 1973 und ich habe sie auch nicht wieder publiziert gesehen.
Diese Schaltung, ein Demodulator mit vorgesetztem zweistufigen HF Verstärker ist an Einfachheit kaum noch zu überbieten, bringt aber überzeugende Trennschärfe und Empfindlichkeit. Smiley20
 
 
 
Und sie funktioniert auf Anhieb, auch wenn andere Transistoren verwendet werden. Durch experimentieren mit den 3 Widerständen kann man die Funktion auf Optimum trimmen.
Eine Besonderheit ist, dass der Schwingkreis und somit der Drehkondensator nicht an Masse liegt und die Schwingkreisspule angezapft ist. Dafür sorgt eine Gleichstromkopplung vom Emitter des zweiten Transistors durch einen Teil der Schwingkreisspule zur Basis des ersten Transistors für stabiles Arbeiten. Ein Hinweis sei hier gestattet: Der Drehko bzw. Schwingkreis darf während des Betriebes auch kurzzeitig oder versehentlich mit der Masse nicht in Verbindung kommen. Das kann zur Zerstörung des zweiten Transistors führen.
Die Beschaltung der beiden Transistoren in dieser Form beschert einen hochohmigen Signaleingang, der bewirkt, dass der Schwingkreis nur wenig bedämpft wird und damit die Trennschärfe überraschend gut ist. Auch reicht es, wenn die Anzapfung der Schwingkreisspule vom kalten Ende höchstens 10 % der Gesamtwindungszahl beträgt.
Die Demodulation erfolgt in üblicher Weise mit Diode. Da die HF verstärkt ankommt kann eine Ganzweggleichrichtung angewandt werden ( zwei Dioden ), was einen deutlichen Lautstärkegewinn bringt.
Dieses Gerät arbeitet überraschend gut. Man könnte sich nun noch überlegen, wie man mit ebenso einfachen Mitteln eine Schwundregelung dafür schafft. Ein Fall für die Experten.
Diese Schaltung ist ausreichend für Ohrhörerbetrieb, besser noch, wenn man einen ein- bis zweistufigen NF Verstärker anhängt. 
So ein kleines Taschengerät bastelte ich in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und damit begleiteten mich im Rinderstall die „Fröhlichen Wellen von Radio Luxemburg“ und die Europawelle Saar im Schmalzbohrer, während die Kühe gemolken wurden. Leider existiert es nicht mehr und die Bastelleidenschaft  wurde für einige Jahrzehnte unterdrückt und musste anderen Pflichten weichen.
 
Doch der Basteltrieb brach wieder durch, als meine Frau mir zu einem runden Geburtstag ein altes Röhrenradio schenkte. …
Irgendwann sollte dann mal ein Eigenbauretroradio werden mit dieser Schaltung und einem Pollin Verstärker für Lautsprecher und Netzteil. Das Gerät wurde fertig und wartet nun seit Jahren auf seinen Einbau in ein Gehäuse mit eigenem Lautsprecher, der noch separat betrieben wird.
Hier mit einer Front noch aus Pappe:
Hallo Heiner,

Ich bin mir nicht so ganz sicher, ob diese einfache Empfangsschaltung wirklich ohne Rückkopplung ist ! Dagegen spricht schon die festgestellte überzeugende Trennschärfe und Empfindlichkeit. Und ich glaube, der Fußpunkt des Schwingkreises liegt nicht umsonst am Emitter von Transistor 2 und mit 1,5 kΩ und 200 nF auf GND – damit kann eine Mit- bzw. Rückkopplung bewirkt werden !

Man glaubt, dass 200 nF für Mittelwelle niederΩig sind, aber Transistoren sind auch niederΩig im Eingang. Die 200 nF wurden wohl nicht zufällig gewählt.

Ich empfehle mal, statt 200 nF mal mit 2,2 µF oder 10...22 µF zu testen und umgekehrt auf 22...10 nF runter zu gehen – und gucken, was dann passiert.

Grüße,
Jacob
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#17
Hallo Heiner und alle anderen,

Heiner, ich bin total begeistert ! Laß doch den Aufbau so ;Winkst doch wunderbar, wenn so etwas dann so gut abgeht !!
Das ist ein Kunstwerk !! 

Ich kenn die Schaltung vom Durchblättern des Buches auch (hatte das Buch in meinen Anfangstagen sehr oft ausgeliehen), hab sie LEIDER³ damals nicht gebaut... wollte eher die Superhets bauen, aber da hingen die Trauben damals zu hoch oder auch nicht...( siehe TV-Tread Wink

Also nochmal, mich beeindruckt das Ergebnis sehr ! Den Einwand von Jacob würde ich auch gern weiterverfolgen, ich wäre auch zunächst der Meinung, daß der Drehko nur gleichspannungsmäßig "hochgelegt" wurde, um die Eingangsspule bzw. die Anzapfung direkt an die Basis ankoppeln zu können, d.h. pber die Spule geht nebenbei der Basisgleichstrom für den AP. Ähnliches Konzept ist in einigen Kofferradios mit Ge-Transistoren zu finden, auch einiger Superhet-ZF-Schaltungen v. Lothar-König ("Rundfunk und Fernsehen - selbst erlebt" [Transistorauflage ab 1976?] greifen auf diese Möglichkeit zurück. Ansonsten müßte man den Transistor irgendwie kapazitiv ankoppeln oder eine extra Koppelwicklung vorsehen, die gleichstrommäßig eigenständig ist...

...Der von Jacob vorgeschlagene Versuch würde mich aber auch interessieren, bestimmt werde ich die Schaltung demnächst auch mal versuchen... U.u. ist die Phasenlage der "Rest"-HF garnicht richtig herum ? Was zeigt ein Oszi am 200n-C ? GGF. mit eingekoppelter MW-HF eines Prüfgenerators ? 200n ist zu groß für eine definierte Rest-HF, mMn....

....auf jeden Fall genial, was diese Schaltung bringt, so ein Erlebnis hätte ich mit 12 gebraucht Wink)

Gruß IngoZ
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#18
Hallo, noch mal danke für für die begeisterten Beiträge, ich freue mich über jeden.

Es ist keine Unhöflichkeit von mir, wenn ich nicht jedem gleich antworte.

Ich bin noch beruflich tätig und bei der jetzigen Grippewelle und mancher Ausfälle fällt so manche Überstunde bzw. Sonderdienst an.

Jabobs (J.R.) Einwurf, das eventuell doch eine Rückkopplung vorliegt finde ich gar nicht mal so abwegig. Aber wahrscheinlich ist es eine ungewollte Wechselwirkung zwischen der Verstärkung und dem Schwingkreis.
Beim oben gezeigten MWEmpfänger hatte ich zunächst das Phänomen, dass die Sender alle pfiffen wie bei "überdrehter Rückkopplung". Abhilfe schaffte eine Abschirmung in Form eines an Masse gelegten Dosendeckels von "Halberstätter Würstchen" Smiley26 wie auf dem Foto zu sehen ist. Ich glaube aber nicht, dass die Rückkopplung zum Schaltungskonzept gehört, sondern meinem Aufbau zu schulden ist, denn beim Ledionspulenempfänger trat dieser Effekt nicht auf.

   
Ich werde mich daher an IngoZ´s Ratschlag halten und alles so lassen. Smile Beide Empfänger sind nun fertig und ich wollte sie mit dieser einfachen Schaltung einmal vorstellen. Gerne freue ich mich über Nachbauden - vielleicht mit einer zusätzlichen Schwundregelung - und deren Vorstellungen.

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#19
Servus Heiner,

ja, auch wenn ich fachlich nichts dazu beitragen kann, aber ich muss mich jetzt auch mal schnell zu Wort melden. Insgeheim gehörst Du für mich hier auch zu den ganz Großen dazu, weißt Du auch warum? Weil Du Projekte vorstellst, die wirklich essentiell für das Radio-Bastler-Forum sind. Es sind Radio-Basteleien wie man sie schon als Kind vornimmt bzw. gebastelt hat, einfach, schnell aufzubauen und effizient. Auch wenn die Pläne aus alten Büchern stammen, so sind doch die Eisdosen und die Halberstätter Würstchen das I-Tüpfelchen. Es ist Dein Stil, der das ganze nochmal einen Schritt einzigartiger macht und es zaubert ein Lächeln ins Gesicht.
Ja, ich hoffe, ich kann mit meinem Sohn irgendwann mal eines Deiner Projekte nachbauen, sofern er Interesse hat und dann werden wir vorher fleissig Eis essen müssen.
Bitte mehr davon und genauso weiter machen. Ich meine auch, ich spreche da nicht nur für mich alleine.

Danke Heiner.
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#20
Oh danke Philipp! Das geht runter wie Öl! Blush

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