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Einfache Empfangsschaltung ohne Rückkopplung
#21
Heiner,
die Sache mit der Rückkopplung über die hochgelegte "kalte" Schwingkreisseite, die Jacob vermutet hat und selbst auch für etwas gewagt hält, ist meiner Meinung nach auch sehr unwahrscheinlich, denn der 200nF- Kondensator, der diese Seite an Masse legt, hat schon bei 500KHz nur einen HF- Wechselstromwiderstand von 1,6Ohm, bei MW- Bandende gar nur 0,5 Ohm. Also fetter Kurzschluß von jeglicher HF nach Masse. Das Schwingen wird wohl, wie Du schon geschrieben hast, an Deinem Aufbau gelegen haben.
Tolles Projekt, für "moderne" junge Laptop- Elektroniker vielleicht verrückt anzusehen, aber bestimmt sehr beeindruckend, was man mit ein paar Materialresten so alles veranstalten kann.
Viele Grüße

Wolfram

"... Bei uns tut jeder, was er kann. Aber nicht jeder kann, was er tut. ..."
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#22
Hallo,

Philipp wirklich toll geschrieben und so ist es wirklich, wie erfrischen sich dieser Beitrag liest und was für eine herrliche Resonanz entstanden ist.

Wolfram du hast auch den Daumen drauf, wenn ich an die heutigen " IT Experten" denke die nicht einmal eine Kuh vom Schein unterscheiden können.
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#23
Auch wenn mir überhaupt nicht danach ist, Familie mit Grippe trotz Impfung mich eingeschlossen, sei hier mal die Frage gestellt.
In deiner Aufbauschaltung hat du aber SF136 o.ä. verwendet und auch nur eine Germanium Diode. Eine normale SI Diode sollte doch für Detektoren nicht gut gehen, oder?
Ist das extra so gewollt, oder hattest du nichts anderes da.

Sorry ich lese trotzdem fleißig mit, da ich selbst einige Schaltungen damals nachgebaut hatte.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#24
mein Interesse an Radios begann während der Schulzeit, als mir ein Hobby-Heft mit dieser Schaltung in die Hände fiel:

   

ich sparte Taschengeld um mir die Bauteile im Fernsehladen kaufen zu können. Obwohl die Schaltung unspektakulär ist bekam ich nie einen Ton heraus. Ob es an den falsch beschrifteten Koppel-C lag weis ich nicht mehr. Trotzdem hat dieses Heft mein ganzes weiteres Leben geprägt.
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#25
Zitat:Ob es an den falsch beschrifteten Koppel-C lag weis ich nicht mehr.

Wenn ich mich nicht vertan habe, ist der Blindwiderstand vom Koppel C 10 pF > 1 M Ohm. Smile

Ein 10 µF wäre wohl durchlässiger für die NF...
Dennoch spannend das Buch.
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#26
...auch die "offene" Basis des ersten Transistors sieht nicht sehr erfolgversprechend aus.
Freundliche Grüße, Peter R.
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#27
Hallo,
ich bedanke mich nochmal von Herzen für die große Resonanz zu meinen Basteleien.
Wer wie ich abseits der Stadt und in der Mangelwirtschaft aufgewachsen ist, der wird eben erfinderisch und kann aus Alt viel Neu machen. 

@ Franks Frage möchte ich noch beantworten, dem ich noch gute Besserung wünsche.
Frank der Moschti schrieb:
" ...In deiner Aufbauschaltung hat du aber SF136 o.ä. verwendet und auch nur eine Germanium Diode. Eine normale SI Diode sollte doch für Detektoren nicht gut gehen, oder?

Ist das extra so gewollt, oder hattest du nichts anderes da. ..." 

Ja, Frank es sind SF 136 Transis aus der DDR Zeit. Mein Vater brachte mal von seiner Arbeitsstelle, einer Baumwollspinnerei, ein paar defekte Leiterplatten mit für mich zum Ausschlachten, wo ich noch jetzt davon zehre.
Zu den Dioden. Beim MW Empfänger sind zwei verschiedene Dioden eingesetzt, das stimmt. Da hatte ich wirklich gerade nichts anderes da und ich habe probiert. Ich kann nicht mal sagen, dass eine davon eine SI Diode ist - die sind nämlich auch irgendwo ausgelötet und die Beschriftung macht mir selbst mit Lupe noch Schwierigkeiten zu entziffern. Ich hatte sogar ungewollt Kapazitätsdioden eingesetzt - na das gab vielleicht einen Wellensalat. Aber durch die große Verstärkung der zwei Transistoren ist auch eine SI Diode brauchbar, wie man ja auch hören kann.

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#28
Hallo,

das mit den Dioden war mir auch aufgefallen, aber genau das macht ja so Spaß, aus dem was da ist was zaubern. Manchmal fällt einem etwas in die Hände und man hat plötzlich eine Idee, was man daraus machen könnte. Wenn man alles immer plant und bestellen muß, ist das zwar profimäßig, aber eben genau deshalb keine Bastelei mehr...
Beispiel bei mir: in einem POLLIN-Leiterplattensortiment war so extrem dünnes Halbzeug drin, erst ärgerte ich mich ein wenig, weil ich da keinen Einsatzzweck sah.. Dann fiel mir auf, daß man das wunderbar mit einer größeren Haushaltsschere (natürlich nicht mit Muttis Bester) schneiden kann und somit schöne Stromschienen für Bastelaufbauten machen kann, das macht sich viel besser als mit Drähten... Aus sowas wäre ich durch richige Planung nicht gekommen...

Zu den Dioden: Bei der nächsten Bestellung würde ich mal ein paar Schottky-Dioden für kleinere Ströme ordern, z.B. BAT41 (0,1A, 100V) [eventuell auch 1N5817 (1A, 20V)], die gehen super als Ersatz für Ge-Dioden in allen möglichen Anwendungen, weil sie auch eine kleine Flußspannung haben. In meinen TV-ZF-Verstärkern setze ich sie auch mit großem Erfolg im Demodulator ein, meist die kleinen blauen BAT41.

Ansonsten würde ich zumindest 2 Ge-Dioden einsetzen, die eine Glasdiode auf dem Bild scheint eine solche zu sein. Typ ist hier eigentlich egal. Ge-Dioden gibts ja auch noch mit geringem Nostalgieaufpreis Wink)
Bei kleinen HF-Signalen (auch nach dem Verstärker kann ein Signal noch recht kleine Amplitude haben) ist die kleine Flußspannung wichtig, deshalb gehen einfache Detektoren nicht mit Si-Dioden.

Aber das ist auch viel Theorie, das Moped funzt ja trotzdem super !

Gruß IngoZ
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#29
Toll, mit einem Hobby-Heft meines Bruders baute ich mir meinen ersten Detektorempfänger.
Wie sich doch so unterschiedliche "Lebensläufe" ähneln können!
Viele Grüße aus Loccum, Wolfgang

Wer niemals fragt, bekommt nicht einmal ein Nein zur Antwort.

In Memorandum 2018
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#30
(17.02.2017, 09:59)ELEK schrieb: ...
Beispiel bei mir: in einem POLLIN-Leiterplattensortiment war so extrem dünnes Halbzeug drin, erst ärgerte ich mich ein wenig, weil ich da keinen Einsatzzweck sah.. Dann fiel mir auf, daß man das wunderbar mit einer größeren Haushaltsschere (natürlich nicht mit Muttis Bester) schneiden kann und somit schöne Stromschienen für Bastelaufbauten machen kann, das macht sich viel besser als mit Drähten... Aus sowas wäre ich durch richige Planung nicht gekommen...

Genauso ist es IngoZ,
Ich glaube, man nennt es "learnig by doing" Thumbs_up

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#31
Die Sache mit dem 200 nF- Kondensator hat mir keine Ruhe gelassen, daher habe ich die Schaltung auf dem Steckbrettchen fliegend aufgebaut. Der Wert des Kondensators hat schon einen Einfluss auf die Ausgangsspannung, wie nachfolgende Messreihe zeigt.

Über die Ferritantenne wurde ein lokales Signal empfangen und mit dem Drehko abgestimmt. Eine deutliche Überhöhung der Spannung entstand bei 47 nF. Ab 100 nF aufwärts bis 10 µF änderte sich die Spannung kaum noch. Die genannten Werte sind etwas ungenau, da sie ständig leicht mit der Modulation schwanken.

Unterhalb der 47 nF fiel die Spannung bei 22 nF ab, um bei 10 V wieder anzusteigen und bei 2,2 nF völlig in Selbstschwingung zu gehen. Bei fehlendem Kondensator fiel das Signal auf fast 0 ab.


Die vorgesehenen 200 nF sind also schon so hoch gewählt, dass sich die Schaltung neutral verhält, mit kleineren Werten erhält man jedoch eine Rückkopplung, wodurch sich die Ausgangsspannung erhöhen lässt.

C   -     Vd
10 µ -   0,53
470n – 0,6
220n – 0,53
100n – 0,51
47n –   1,76
22n –   0,43
10n –   0,73
2n2 –   schwingt
0 n -     tot


M. f. G. Jacob

   
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#32
Hallo Jacob,

super, Danke für die Mühe ! Das bestätigt die "Vermutung", daß der 200n-Kondensator bereits einen guten HF-Kurzschluss darstellt, gleichwohl wäre eine Rückkopplung, wie von Dir vermutet, ebenso realisierbar (mit Umschalter z.B. oder über ein Poti (Wert hab ich jetzt nicht ad hoc im Gefühl) wird der 200nF-C parallel zum 4,7nF entweder voll oder abgeschwächt wirksam...).

Gruß IngoZ
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#33
@ Jacob,
Siehst du, wie steht es unten? Man lernt nie aus. Auf die Idee, mit dem C noch zu variieren bin ich gar nicht gekommen. Danke für diesen Hinweis.
Ich habe lediglich durch probieren mit den Widerständen auf Optimum getrimmt.
Danke für diesen Versuch!
Ich fürchte nur, wenn der Kondensator zu klein bemessen wird, dass die Schaltung zum Schwingen neigt, dass auch die Frequenz des Schwingkreises destabilisiert wird.

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#34
Hallo Bastler, langsam geht es aufwärts mit meiner Gesundheit.

Wie ich sehe sind da ja schon einige interessante Basteleien im Gang.

Mich interessieren mal die Spulendaten auf dem Ferrite Stab.
In meinem Buch finde ich die Schaltung nicht. Ich habe die 79er Ausgabe.
Dafür aber eine interessante Schaltung mit einem SM103 oder SM104.

Wenn jemand Originale Teile aus der Zeit benötigt, könnt ihr bei mir anfragen.
Habe da viele " neue " Teile aus der RFT Epoche da.
Z.B.  schöne Glasdioden, zwar nur die GA102 ist aber dem Original besser angelegt wie eine SI Diode.

   

Auch SF Transistortypen wie SF136, SF245, u.a.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#35
Frank,
wieso schreibst Du "... zwar nur die GA102..." ? Die GA102 (=OA665) ist ein Ausmeßtyp der GA100 (=OA625). Die haben beide bis auf die Sperrspannung die gleichen Eigenschaften, auch HF- mäßig. Die GA100 hat max.20V, die GA102 hat max.60V. Das ist zwar für den Einsatz als Detektordiode schnurzpiepegal, aber nur mal so zur Information.
Viele Grüße

Wolfram

"... Bei uns tut jeder, was er kann. Aber nicht jeder kann, was er tut. ..."
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#36
Danke scotty, das wusste ich nicht, das es ein Ausmeßtyp ist. Muss ich mir merken Smile
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#37
(18.02.2017, 11:43)Morningstar schrieb: Hallo Bastler, langsam geht es aufwärts mit meiner Gesundheit.

Wie ich sehe sind da ja schon einige interessante Basteleien im Gang.

Mich interessieren mal die Spulendaten auf dem Ferrite Stab.
In meinem Buch finde ich die Schaltung nicht. Ich habe die 79er Ausgabe.
Dafür aber eine interessante Schaltung mit einem SM103 oder SM104.

Wenn jemand Originale Teile aus der Zeit benötigt, könnt ihr bei mir anfragen.
Habe da viele " neue " Teile aus der RFT Epoche da.
Z.B.  schöne Glasdioden, zwar nur die GA102 ist aber dem Original besser angelegt wie eine SI Diode.



Auch SF Transistortypen wie SF136, SF245, u.a.

Hallo Frank,
bei Schubert steht:
Für Langwelle :330 Wdg. Anzapfung bei 30,
für Mittelwelle : 100 Wdg. Anzapf. bei 8.
Ferritstab 8mm etwa 50mm lang.
Allerdings Drehko 270 pF.
Ich habe 500 pF genommen und die Windungszahl bei 70.

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#38
Hallo,

ich habe noch eine Kinderhand voll OA 901, ich denke mit denen
könnte man auch einen Detektor zum Laufen bringen.
Sie sind aus dem WF.
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#39
Hallo Daniel,
die GA100....GA108 sind Spitzendioden, d.h., die Sperrschichtstruktur ist flächenmässig sehr klein und hat deshalb eine sehr kleine Eigenkapazität, was sich vor allem positiv auf ihren Einsatzfrequenzbereich auswirkt. Diese Typen können bis 300MHz eingesetzt werden. Durch den sehr kleinen Sperrschichtkontakt verkraften sie nur sehr wenig Strom. Mehr als 10mA dürfen sa nicht fließen, aber das ist bei Detektoren ja auch nicht der Fall.
Die OA901 ist im Gegensatz dazu mit einem höheren Strom belastbar, da sie eine Flächendiode ist. Dadurch ist aber die Kristallkapazität wesentlich höher, was dazu führt, daß diese Dioden nur bis Frequenzen von maximal 2MHz als HF- Detektor eingesetzt werden können. Höhere Frequenzen "rauschen" über die hohe Sperrschichtkapazität weiter und werden nicht demoduliert.
Also dürften LW und MW funktionieren, bei KW wird's dann schon zappo!
Viele Grüße

Wolfram

"... Bei uns tut jeder, was er kann. Aber nicht jeder kann, was er tut. ..."
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#40
Hallo,
Nun noch zwei Empfangsbeispiele von heute nachmittag. Beim Vorbereiten der Aufnahmen bekam ich einen bisher noch nie gehörten Sender rein: Goldrausch 6070. Der Empfang war allerdings mäßig und man musste schon die Ohren spitzen. Maus  Irgendeine Oldie Hitparade lief da und ich kriegte den ersten Platz noch mit.



Und nun Radio Rumänien International.

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