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Tefiband gerissen - wer weiß Rat?
#1
Hallo Freunde der Schallbänder,

ich konnte für relativ viel Geld ein mir fehlendes Band ersteigern "Bunt gemixt"
Das Band scheint selten zu sein, da es kaum mal angeboten wird und ich 60 Flocken hinlegen musste um es zu bekommen.
Nach Öffnen der Kassette und vorsichtiger Durchsicht stellte sich heraus dass das Band an einer Stelle geknickt und auf ein Drittel der Bandbreite durchgerissen ist.
Lässt sich das reparieren und wie? Wer hat das schon mal erfolgreich praktiziert. Ich möchte das Band ungern verloren geben.
Meine erste Vorstellung: das Band unter dem Mikroskop wieder rillengenau ausrichten und vom Rand her fixieren.
Band wenden und von der Rückseite her tapen
Die Unterbrechungen in der Rille mit geeignetem Kunststoff verfüllen und manuell aussticheln.
Angeblich wurde das im Werk so ähnlich gemacht damals.
Hauptfrage: Welcher Kunststoff oder Kleber wäre geeignet der sich sicher mit dem Bandmaterial verbindet, nicht spröde ist und sich einigermaßen sticheln lässt?

Danke und viele Grüße,
Achim
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#2
Ohje, da hast Du Dir aber etwas vorgenommen! Ich habe noch nie gehört, dass Jemand ein gerissenes Tefiband repariert hat. Aber spontan: Vielleicht lässt sich das PVC Materiel eines anderen Schrottbandes mit Aceton auflösen und als Werkstoff verwenden.
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#3
Lol, Achim...
Wenn IRGENDEIN anderer das gefragt hätte, dann wäre meine Antwort gewesen "Versuch mal Dein Glück bei Achim, dem traue ich das am ehesten zu".
Ich wünsche Dir, ohne daß ich darüber hinausgehend Hilfe leisten könnte, viel Erfolg und freue mich schon auf Deinen Reparaturbericht!
Ich bin übrigens sicher, Du hast noch Marschmusik- oder Operettenbänder genug zum üben - und testen, welcher Kleber geeignet ist oder auch nicht...
Gruß,
Uli
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#4
Ja, an "Frei Weg" und "Manöverfreuden" herrscht kein Mangel. Big Grin Big Grin

Danke Anton für den Tipp. Funktioniert leider nicht. Das Tefiband löst sich nicht in Aceton, lediglich die Farbe wird rausgewaschen und das Band wellt sich, aber gelöst wird da gar nichts.
Auch unsere Monomere und Esther lassen das Material weitgehend unbeeindruckt. Somit kann es eigentlich unmöglich PVC sein. Sieht mir eher nach einem Polyesterband aus. Gab es das schon in der 50ern?
Aber Polyester kann es ja auch nicht sein, das ist kein Thermoplast.
Polyamid, Nylon, Polypropylen? Hostalen? war doch mal sehr in in den 60ern Smiley53

Gruß,
Achim
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#5
Hallo, ich habe so eine geklebte Kassette. Da wurden die beiden Enden einfach in Laufrichtung passend übereinander geklebt. Das ist sicher nicht optimal für den Abtaster, funktioniert aber ohne springen. Da fehlt dann natürlich auch ein Sekundenbruchteil aus der Musik.

Grüße
Oliver
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#6
mein Spezialist vor Ort (Uli kennt ihn auch) hatte mal ein Schnellläuferband geklebt. Dazu hat er es schräg geschnitten, und an der Rückseite Material abgenommen damit die Klebestelle die gleiche Dicke hat wie der Rest des Bandes. Natürlich gibt es da auch ein Zeitloch, aber es läuft in der Spur.
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#7
Hallo Achim.

Ich habe zwar seit vielen Jahren Tefibänder, aber auf dem Gebiet der Reparatur bislang noch keine Erfahrungen sammeln können. Auch habe ich nicht Dein berufliches Knowhow, dennoch möchte ich einen Vorschlag wagen.

Das Band ist ja noch nicht "durch", also könnte man folgendes erwägen:

- Das Band von den Seiten her (dort wo noch keine Rillen sind) stabilisieren. Zugleich eine Interimsrückseitenstabilisierung vornehmen. Beides dient bisher nur dem Zweck, dass in der Bruchzone wirklich Rille an Rille zu liegen kommt.

- Um zu vermeiden, dass ein Kleber bei der nachfolgenden Reparatur in die dünnen Rillen läuft, wäre nun erforderlich, dass die spielbare Seite um die Bruchstelle herum mit einer Schutzflüssigkeit vergossen wird, die auch in die Rillen läuft. Natürlich muss sich diese Schutzschicht später wieder abziehen / entfernen lassen.

- Danach die Bruchstelle von der Rückseite her leicht anschleifen, insbesondere den Riss. Nun verkleben, vielleicht mit Sekundenkleber.

- Nach Trocknung ggf. noch einmal leicht anschleifen und mit einem kleinen Stück Tefiband einer Schlachtkassette, das man vorher etwas dünner geschliffen hat, klebend bandagieren / stützen.

Mit Deinen beruflichen Möglichkeiten und Kenntnissen würde ich Dir diese Reparatur zutrauen. Aber sicherlich gibt es auch andere Wege nach Rom.


Gruß
k.
_____________
Gruß
klaus

"Nutze das Fachwissen von Experten, aber bedenke stets: Die Technikgeschichte ist voll von Experten und Ihren Irrtümern."

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#8
Danke euch erst mal für die vielen konstruktiven Vorschläge.
Seit ein paar Tagen bin ich am Experimentieren mit komplett durchgerissenen Bändern und ich glaube, ganz aussichtslos ist die Sache nicht.
Auf die Idee das Band zu schneiden und versetzt übereinander zu kleben muss man erst mal kommen.
Klingt im ersten Moment abenteuerlich, aber ein erster Test hat gezeigt dass das die mit Abstand einfachste Möglichkeit ist.
Nachteil: der Höhensprung für die Nadel ist gewaltig und es fehlt hörbar ein Stück der Musik.
Da ein  Durchlauf aber rund 1 Minute dauert ist das nicht so tragisch.

Die zweite Möglichkeit wäre, wie von euch auch schon erwähnt, das Band auf Stoß zusammenzukleben.
Das hängt jetzt stark davon ab wie die Bruchstelle aussieht.
Versuche haben gezeigt, dass es kaum möglich ist ein unversehrtes Band einfach zu zerreissen.
Ein Riss erfolgt erst wenn die Kante des Bandes eine Beschädigung in Form einer Kerbe oder ähnliches aufweist.
Manchmal ist in diesem Bereich das Band mit den Rillen aber dann dermaßen verformt dass doch wieder ein Schnitt erforderlich ist.

Versuche mit unterschiedlichsten Klebern haben ergeben, dass tatsächlich Cyanacrylat am besten zu halten scheint.
Alle Kleber die das Material anlösen sollen haben komplett versagt. Ich konnte bislang nichts finden was das Tefiband überhaupt anlöst.

Gestern musste das erste Band "Manöverfreuden" daran glauben. Es wurde am Rand minimal angeschnitten und dann durchgerissen. Anschhließend auf Stoß geklebt, die Rückseite mit Klebeband stabilisiert und die Rillenübergänge der beiden Teilstücke nachgestichelt.
Das Band läuft tatsächlich durch, es ist nur ein kurzer Knackser zu hören.

Zufriedenstellend ist das aber noch nicht. Aber eine ganz gute Basis für weitere Experimente.

Klaus hat das Problem exakt beschreiben. Man muss verhindern dass Kleber in die Rillen läuft und genau das ist nicht einfach. denn welches Material weiß schon wo die Rille aufhört und der Träger beginnt?

Mal sehen wie man das Problem lösen könnte.

Viele Grüße,
Achim
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#9
Vielleicht die Rillen, dort wo kein Kleber hin soll, mit Wachs oder Knetgummi oder so schließen?
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#10
Dachte auch an Wachs - wobei DAS dann wiederum nicht an die Klebestelle geraten darf... Ist wohl ein Henne-Ei-Problem Wink
Gruß,
Uli
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#11
Ich würde es mit mehreren dünnen Schichten Holzleim probieren, oder mit Latexmilch (gibt's im Bastelladen).

Gruß, Frank
Keiner von uns kommt lebend hier raus. Also hört auf, alles aufzusparen. Eßt leckeres Essen. Spaziert in der Sonne. Springt ins Meer. Sagt die Wahrheit und tragt euer Herz auf der Zunge. Seid albern. Seid freundlich. Seid komisch. Bastelt mit Radios. Für nichts anderes ist Zeit.
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