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"Heimsenderlein" die Dreissigtausendste
#1
Hallo,

ich wollte mich in der nächsten Zeit mal an die VEs und die Nora-Presskohle machen, die alle seit Jahrzehnten bei mir rumstehen und an denen ich(bis auf den DKE) noch nie irgendwas rumgefummelt habe. Daher kam auch das Interesse an einem AM-Heimsenderlein (wer hat überhaupt diesen Begriff erfunden, klingt für mich wie "Bespaßung in geschlossenen Anstalten"?). Naja, lieber reich ins Heim als heim ins Reich.

Also habe ich mal im Netz und in meinen Kramkisten gewühlt und mich entschlossen, das Gerät von Burkhard Kainka nachzubauen:
Link zur Seite von Burkhard Kainka

Als Gehäuse sollte ein obsoletes Computerdingsbums herhalten:

   

Hier zwei Bilder von der Bastelphase:

   

   

In Ermangelung von Sprühlack habe ich das Gehäuse nach dem Bohren warm gemacht(Herdplatte) und mit DC-Fix beklebt. Als Befestigung von Antenne und Ferritstab musste Heisskleber herhalten. Einen 240pF-Trimmer(in der Schaltung ganz rechts) hatte ich nicht und habe deshalb einen kleinen Drehko an kurzen Drähten ausserhalb des kleinen Gehäuses verwendet.

Als alles fertig war, habe ich das Gerät in Betrieb genommen und erstmal mit meinem kleinen Sony/Tek 323 geguckt, ob die NF verstärkt wird und ob der Oszillator schwingt. Zweimal ja. Vielen Dank an Matt für den technischen Support per PN, ohne sein Fachwissen und seine Hilfsbereitschaft/Geduld würde der kleine Oszi nicht laufen. Ebenso vielen Dank an Werner für die Oszi-Lernstunden online.

Nun habe ich meinen amtlich geeichten Messempfänger in Betrieb genommen:

   

Das Ergebnis war (nach viel Gefummel mit Rückkopplung und Antennenkoppler), klanglich sehr gut, auch die Lautstärke war gut.

Nun ist mir klar, dass es mit der Sendeleistung von "Heimsenderlein"("Sie haben die erste Staffel der Teletubbies auf DVD gewonnen") nicht so weit her sein kann/darf, aber ab 40 cm Abstand zwischen "Heimsenderlein" und "Messempfänger" war Schluss mit Radio; Mein kleines Braun Küchenradio(SK2/2, überholt und von einem Fachmann abgeglichen), etwa 3 Meter Luftlinie und eine zweisteinige Wand entfernt, hat nichts mehr davon empfangen.

Fazit: Dieses "Grrrheimsenderlein" ist idiotensicher nachzubauen, funktioniert auch trotz Improvisation auf Anhieb mit sehr guter Tonqualität, hat aber eine durchaus begrenzte Reichweite. Ideal ist es, wenn das Signal per Antennendraht in den Empfänger gelangt.

Viele Grüsse,
Jean
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#2
Aber vorsicht Jean, die Musike die du einspeißt, die hörst du nicht mehr, aber die eigendliche Sendefrequenz geht viel weiter !!!
Also nicht ständig eingeschalten lassen.
Habe immer soviel Arbeit, das ich mir eine aussuchen kann. Smile

Grüße Frank, der Moschti
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#3
Hi Frank,

vielen Dank für den Hinweis! Das Gerät ist sowieso wieder ausser Betrieb, weil ich etwas anderes mit ein wenig mehr Reichweite bauen möchte(Radius von 3-4 Metern würde mir schon reichen).

Viele Grüsse,
Jean
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#4
Hi Jean,
klemm mal nur die Antenne des Senderchens ohne Erdanschluß an die Kupferrohre der Heizung, dann hast Du im ganzen Haus Empfang.
Viele Grüße aus Loccum, Wolfgang

Wer niemals fragt, bekommt nicht einmal ein Nein zur Antwort.

In Memorandum 2018
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#5
Hallo Wolfgang,

wollte das nicht so publik machen, aber habe das schon versucht, ebenso auf's Stromnetz(natürlich ordentlich abgeblockt), dann hört der Oszillator sofort auf zu schwingen. Die Heizungsrohre sind bei mir noch aus Eisen, ehem. Dampfheizung.

Ich werde mal versuchen, den EC92-"Audionsender", den ich als Teenager zusammengestückelt hatte, wieder aufzubauen. Das war nur eine Audionschaltung aus Teilen einer Schrottphiletta mit Rückkopplung und Trafo(für die NF) in der Gitterleitung(+Batterie/Poti für die Gittervorspannung); denke, das bekomme ich heute einfacher hin. Dennoch, damals habe ich damit den ganzen Häuserblock mit Rock'n'Roll auf MW versorgt und bin nicht im Knast gelandet(bin ich erstaunlicherweise noch nie, ausser zu Besuch).

Viele Grüsse,
Jean
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#6
(12.03.2014, 13:31)Jean_Berlin schrieb: [...]
... und bin nicht im Knast gelandet(bin ich erstaunlicherweise noch nie, ausser zu Besuch).

Jean,
also hier tun sich ja Abgründe auf Smiley26
nein, im Ernst, mir gefällt dein Bastel-Projekt ... passt gut in unser Radio-Bastler-Forum.

So was habe ich auch noch auf dem Zettel, falls ich irgendwann mal wieder zum Basteln komme ....

Viele Grüße
Andrea
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#7
Hallo Jean,
das ist ein schönes Bastelprojekt!

Könntest Du bitte die Windungszahlen der Oszillatorspule preisgeben?
Grüße aus Wassenberg,
Norbert.
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#8
Hallo Norbert,

ehrlich gesagt habe ich beim Morgenkaffee nicht mitgezählt, aber ich schätze 90 + 20 Windungen, habe einfachen CuL(0,355, der lag gerade noch rum) auf einen Ferritstab aus der Bastelkiste gewickelt. Sollte ebensogut mit Klingel- oder Telefondraht funktionieren. Die Projekte von Burkhard Kainka sind immer sehr nachbausicher, auch wenn man mit den Einzelteilen improvisiert.

Viele Grüsse,
Jean

PS: Wenn es stimmt, was man liest, ist ein Grosser gerade eingeschlafen,
Link zu Jogis Forum
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#9
Hallo Jean,
vielen Dank, dass hört sich prima an und kriegt man (ich) doch hin.

Werde das Projekt in absehbarer Zeit auch mal angehen.
Grüße aus Wassenberg,
Norbert.
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#10
Obacht, die Senderlein vom Kainka haben auch gerne mal Oberwellen.
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#11
Ach ja, schöne Sache so ein HeimSenderlein Blush

Vielen Dank an Jean für das schöne Thema, und viel Freude
mit Deinem Sender Thumbs_up

wünscht Dir Peter aus MV
~~~~~ DE - MV  /  Connected ~~~~~
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#12
Dein Projekt gefällt mir ausgesprochen gut Jean! Vor Allem, dass Dein Aufbau aus vorhandenen Teilen gemacht ist und mit einfachen Mitteln realisiert! Vielleicht ließe sich der kleine Sender auch noch "aufmotzen" mit einem Antennenverstärker wie man sie sonst von der Empfangsantenne zum Empfänger vorschalten kann?
~~~Es gibt nichts Gutes, außer man tut es (Erich Kästner)~~~
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#13
Hallo

Super gemacht,gefällt mir. Solange das Gerät nicht im Dauergebrauch und kein Flugplatz in der Nähe ist, wird es auch keinen Ärger geben. Ich muss bei so was leider sehr vorsichtig sein, da die Nato Air Base um die Ecke ist und die verstehen bei Oberwellen bestimmt wenig Spaß. Smiley57
Gruß Helmut
----------------

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#14
Hallo,
das Modul Bus Board habe ich mir vor einiger Zeit gegönnt und schon viele Experimente damit gemacht. Die 100€ die der "Elektronikkasten" kostet, sind sehr gut angelegt. Hier könnt ihr das Manual mit sehr vielen schönen Experimenten als PDF herunter laden.
http://www.ak-modul-bus.de/stat/experime...rt100.html
Grün statt Braun
Gruß aus der Pfalz
Gery



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#15
Hallo,

hier zum Abschluss noch ein paar Bemerkungen:

Mir war aufgefallen, dass das ganze völlig unabhängig von Länge und Richtung der Teleskopantenne arbeitet. Sogar beim DKE war alleine die Richtung des Ferritstabes für Lautstärke und Klang bestimmend.

Also habe ich die Teleskopantenne ausgebaut und den Ferritstab oben auf das Gehäuse gesetzt, alles noch ein bisschen ordentlicher gemacht und das Gerät zugeschraubt.

Ich hatte das ja nur stur nachgebaut, aber für jemanden, der weiss, was er tut, ist hier sicher noch eine Menge Verbesserungspotenzial.

Nach den Versuchen mit dem DKE habe ich es mit dem kleinen Braun-Küchenradio und einem modernen Weltempfänger probiert: Offenbar werden Störungen durch Schaltnetzteile etc. von dem Sender aufgenommen und verstärkt. Beim DKE fällt das nicht so auf.

Empfangen habe ich das Signal eng begrenzt nur einmal stärker auf 800KHz und einmal etwas schwächer auf 1,2 MHz, ansonsten war nichts davon zu hören.

Viele Grüsse,

Jean
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#16
in meiner schulzeit haben wir einen kleinen ukw sender mit einer ec92 gebaut, dessen leistung war erstaunlich. es sollte sicher gestellt sein, das die hf nicht die wohnung verlassen kann.
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